Zürich

Gold für Birnensaft aus Bonstetten – Fruchtsaft von Markus Müller erreicht höchste Punktzahl

Markus Müller aus Bonstetten hat mit seinem Birnensaft zweimal Gold geholt.

Markus Müller aus Bonstetten hat mit seinem Birnensaft zweimal Gold geholt.

Der Schweizer Obstverband und Agroscope haben im April die besten Fruchtsäfte und Cider der vergangenen Ernte gekürt. Der Birnensaft von Markus Müller erreicht die höchste Wertung.

«Damit habe ich wirklich nicht gerechnet», antwortet Markus Müller von der gleichnamigen Lohnmosterei in Bonstetten auf die Frage, wie er auf die Auszeichnung im Rahmen der Schweizer Fruchtsaft- und Cider-Prämierung 2019/2020 reagiert hat. Zweimal hat der 62-Jährige Landwirt mit seinen Produkten den ersten Platz belegt. Sein Birnensaft mit 10 Prozent Apfelanteil erreichte in der Kategorie Kernobstsaft 95 von 100 Punkten und somit die höchste Wertung.

Auch die dafür verwendete Kunststoffflasche vermochte die Jury zu überzeugen. «Sie gewann den Verpackungspreis in der Kategorie PET», ergänzt er. «Insbesondere die Vertiefung für das Produkteetikett hat die Preisrichter beeindruckt.» Die Diplome habe er erhalten. Die Medaille stehe noch aus. Wie der Schweizer Obstverband mitteilt, könne man den Verpackungspreis und die Kategoriensieger-Medaille wegen Lieferschwierigkeiten angesichts des Coronavirus leider noch nicht überreichen. Sie werden baldmöglichst zugestellt.

Jahrelang mit klassischer Mostpresse gearbeitet

Der Schweizer Obstverband und Agroscope, die landwirtschaftliche Forschungsanstalt des Bundes, zeichnen jährlich gemeinsam die besten Schweizer Fruchtsäfte und Cider der vergangenen Ernte in verschiedenen Kategorien aus. «Für die Schweizer Fruchtsaft- und Cider-Prämierung habe ich mich anlässlich des kantonalen Süssmost-Qualitätswettbewerbs vom vergangenen Dezember qualifiziert», sagt Müller. «Unser Birnensaft bekam dort gute Noten und ermöglichte mir eine direkte Teilnahme am nationalen Wettbewerb.»

Müller mostet, seit er ein Bub ist. Jahrelang bediente er eine klassische Mostpresse, die er erst vor sechs Jahren durch eine moderne Bandpresse ersetzte. Hergestellt werden beispielsweise Apfel-, Quitten- und nach Möglichkeit Birnensaft aus Früchten von den eigenen Obstbäumen und von zugekauften. «Mit der Produktion von Birnensaft habe ich 2017 angefangen, als die Ernte unerwartet reich ausfiel.» Für den prämierten Saft verwendete er Schweizer Scheller- und Wasserbirnen. «Ein schöner Sommer mit genügend Regen steigert die Qualität des Endprodukts», ergänzt er. «Entscheidend ist aber auch, dass man die überreifen Früchte sofort verarbeitet.» Birnensaft sei übrigens nicht, wie allgemein angenommen, süsser als Apfelsaft. Er enthalte lediglich wenig Säure. «Am besten finde ich Birnenschorle», antwortet er auf die Frage, wie er selber den süssen Saft am liebsten mag.

Auftrieb für den Birnbaum

Zu seinen Kunden gehören Privatpersonen genauso wie Restaurationsbetriebe – im Moment fallen diese wegen Covid-19 weg – und Lebensmittelläden wie jener Selbstbedienungsladen im Dorf, der seine Erzeugnisse anbietet. Aber auch im eigenen Buurelädeli kann man seine Produkte kaufen.

Markus Müller hofft, dass der Konsum von Birnensaft durch die Auszeichnung etwas Aufschwung erfährt. «Es wäre doch schade, wenn in der hiesigen Kulturlandschaft immer mehr Birnbäume verloren gehen.»

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