Arbeitslosigkeit
Gewerkschaft Syna ist am Limit – Arbeitslosenkasse nimmt vorerst keine neuen Registrationen auf

Die Syna ist nicht die einzige Arbeitslosenkasse der Stadt, welche während der Corona-Pandemie stark strapaziert wird.

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Im Dezember und Januar wird die Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Syna keine weiteren Anmeldungen annehmen. (Symbolbild)

Im Dezember und Januar wird die Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Syna keine weiteren Anmeldungen annehmen. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Die drei Arbeitslosenkassen der Stadt Zürich sind wegen der erhöhten Zahl Arbeitslosen an ihren Grenzen. In der Folge verhängt die der Gewerkschaft Syna für den Dezember und Januar einen Aufnahmestopp bei der städtischen Zahlstelle. Dies berichtet der «Tages-Anzeiger». «Die Mitarbeitenden können die Neuanmeldungen nicht mehr bewältigen», so Sprecher Marino Bee. In den vergangenen Monaten seien die Gesuche gar um ein noch nicht gekanntes Mass gestiegen.

Bei der Arbeitslosenkasse der Unia tut man sich ebenfalls schwer mit der Anzahl Neuanmeldungen. «Der sprunghafte Anstieg von Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit in den letzten Monaten hat auch unseren Aufwand massiv ansteigen lassen», meint Sprecher Serge Gnos. Die Gewerkschaft schliesst einen Aufnahmestopp allerdings aus, die Situation wäre mit zusätzlichem Personal zu bewältigen.

Die Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich – mit Abstand die grösste der drei Kassen – sah sich seit Pandemiebeginn gezwungen, ihr Personal um 130 Personen aufzustocken. Dies um die ganzen Kurzarbeits- und Arbeitslosengesuche zu bewältigen. «In den Spitzenzeiten kam es zeitweise zu Überlastungssituationen», sagt Lucie Hribal, die Sprecherin des Amt für Arbeit und Wirtschaft (AWA). Die Frage, ob das Aufkommen beim AWA zu einer Abwanderung zur Syna geführt hätte und so eine Überlastung verursachte, kann Hribal nicht beantworten. «Generell sind alle Arbeitslosenkassen vom grossen Antragsvolumen und der Tatsache, dass viele Anträge unvollständig eingereicht werden, stark belastet», meint Andrea Engeler, die Chefin des AWA.

Arbeitslosigkeit steigt leicht an

Im November sind die Arbeitslosenzahlen des Kantons zum ersten mal in der zweiten Jahreshälfte wieder angestiegen. Derzeit betragen sie 3,3 Prozent – im Vormonat waren es noch 3,2. Somit ist die Quote 1,2 Prozentpunkte höher als im Vorjahr um diese Zeit. Das AWA vermeldete den grössten Sprung im März. Seit Beginn der Pandemie ist die Arbeitslosenzahl um mehr als ein Prozentpunkt gestiegen.

Ein Grund für den derzeitigen Anstieg sieht das AWA bei den «saisonabhängigen Branchen». Das Bau-und Gastgewerbe allein machen in der derzeitigen Statistik mehr als drei Viertel der Arbeitslosenzahlen aus. Unter anderem kann das gemäss AWA mit den verschärften Covid-Schutzmassnahmen begründet werden.