Zug-Sicherheit
Frau im Interregio nach Zürich angegriffen – doch die Bahnpolizei greift nicht ein

Am Samstagnachmittag kam es neben Salez auch im Zug von Bern nach Zürich zu einem lebensbedrohlichen Angriff. Die Bahnpolizei reagierte jedoch nicht – weil sie überlastet war.

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Im Interregio von Bern nach Zürich eilten am Samstag keine Patrouillen der Bahnpolizei zu Hilfe. (Symbolbild)

Im Interregio von Bern nach Zürich eilten am Samstag keine Patrouillen der Bahnpolizei zu Hilfe. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Nur wenige Minuten nach dem Angriff bei Salez, als ein 27-jähriger Schweizer sechs weitere Zugpassagiere mit einem Messer und brennbarer Flüssigkeit attackierte, kam es auch im Interregio von Bern nach Zürich zu einer brutalen Auseinandersetzung.

Während die Zugpassagiere am Samstagnachmittag in freudiger Erwartung unterwegs an die Street Parade waren, hat ein Betrunkener kurz vor Burgdorf plötzlich begonnen, seine weibliche Begleitung brutal zusammenzuschlagen, wie ein Zeuge gegenüber dem "Tagesanzeiger" schilderte.

Der aggressive Täter habe die Frau mehrmals zu Boden geworfen, sie bespuckt, Bierdosen an den Kopf geworfen und sie gewürgt. Obwohl der Zeuge sofort – und mehrmals – die Notrufnummer der Polizei wählte, erhielt er keine Antwort.

Keine Hilfe im Ernstfall?

Bei den SBB wurde der Vorfall zwar registriert, allerdings sei die Notruf-Zentrale der Bahnpolizei in Olten zu jenem Zeitpunkt aufgrund des Ereignisses in Salez überlastet gewesen. Generell würden Notrufe mit hoher Priorität bearbeitet.

SBB-Sprecher Christian Ginsig empfiehlt gemäss "Tagesanzeiger" in begleiteten Zügen das Zugpersonal zu informieren, in unbegleiteten stünden Notrufknöpfe für einen Ernstfall zur Verfügung.

Doch auch der Kontrolleur, welcher um Hilfe gebeten wurde, habe nichts unternommen, beschwert sich der Zeuge. Erst als eine Passagierin eingegriffen habe, habe sich die Situation beruhigt.

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