Eine Demonstration die zeigen soll, wie sich das Personal fühlt.

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Forderungen
Pflegepersonal des Universitätsspitals Zürich demonstriert: «Es reicht! Wir sind erschöpft»

Das Pflegepersonal des Universitätsspitals Zürich fand sich am Dienstagnachmittag vor dem USZ zu einer Protestversammlung zusammen. Sie fordern ein direktes Handeln von Politik und Spitalleitung.

Sandra Havenith/Laura Drott
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Am Dienstag versammelten sich gegen 16.15 Uhr rund 100 Angestellte des Pflegepersonals im Garten des Universitätsspitals Zürich zu einem Protest. Aufgerufen zur Kundgebung hatte der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste der Region Zürich (VPOD Zürich). Beklagt wurden die schlechten Arbeitsbedingungen und die Unterbesetzung im Spital, wie die VPOD Zürich in einer Mitteilung schreibt.

Demnach fordert die VPOD-Gruppe unter anderem eine doppelte Zeitkompensation für Nachtdienste und doppelte Schichtzulagen, eine 36 Stundenwoche und 110 Prozent Lohn bis genug Personal zur Umsetzung vorhanden sei. Auch flexible Arbeitszeitmodelle und freie Schicht- und Dienstwahl stehen auf der Liste. Aufgrund der physisch und psychisch anstrengenden Arbeit verlangt die VPOD eine mögliche Pensionierung mit 60 Jahren, wie sie in der Bauwirtschaft üblich ist. Mit einem offenen Brief und diesen Forderungen wendet sich die Gewerkschaft nun direkt an die Spitaldirektion und die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich.

Während der Kundgebung inszenierten einige Teilnehmenden einen «Stressmob», der die Hektik im Spitalalltag darstellen sollte. Am Ende der Darbietung warf sich das Personal mit einem Knall wie tot auf den Boden und die VPOD-Kollegin Nadine Constantin begann eine Rede zu halten, die den Nerv des Problems traf. Sie betonte, dass Spardruck und Personalmangel in der Pflege schon lange besteht. Die Pandemie sei jedoch ausschlaggebend gewesen für die gravierende Beschleunigung jener Entwicklung. «Die Mängel unseres Gesundheitssystems sind sichtbar geworden und doch wird nichts gemacht.» Am Ende lässt sie viele Fragen offen:

«Wie lange mache ich das noch mit? Wie lange halte ich das noch aus? Oder wann handelt die Politik endlich, damit wir unsere Arbeit weitermachen können, ohne selber krank zu werden?.»

Auf Twitter schreibt die VPOD am Dienstagnachmittag: «Applaus war gestern, heute braucht es Taten». Die Politik solle endlich handeln und Verantwortung für die heutigen Zustände übernehmen. Bald wäre dies auch möglich – denn Beweggrund für die Protestversammlung war auch der anstehende Gang zur Urne am 28. November, der über die Pflegeinitiative entscheiden wird. Die VPOD wertet dies als positiven Schritt in die richtige Richtung, aber ausreichen würde es noch lange nicht.

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