Flugmeilen
Flugmeilen können auch während Corona verfallen – so können Sie dies verhindern

Trotz eingeschränktem Flugbetrieb verfallen gesammelte Prämienmeilen weiterhin. Man könne ja anderes damit kaufen, sagt die Swiss.

Florian Schaer
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Zwischen Mitte März und Ende April nach London zu fliegen, kostet aktuell 15'000 statt der üblichen 35'000 Meilen. Ein «Meilenschnäppchen», wie die Swiss auf ihrer Website verspricht; immer vorausgesetzt, man kann am Wunschdatum auch einreisen und vor Ort mehr erleben als Hotelquarantäne. «Ich könnte euch sogar einen Grund nennen, weshalb die Meilen jetzt verfallen und keine neuen dazukommen», twitterte Comedian Mike Müller vor Kurzem – nicht ganz ohne sarkastische Note. Der Tweet war eine Replik auf ein Schreiben, in dem die Swiss Müller offenbar darauf hingewiesen hatte, ein Teil seiner Meilen würde per Ende März verfallen – wenn er den Meilenverfall nicht stoppte.

Tatsächlich halten Prämienmeilen, die man innerhalb des Kundentreueprogramms Miles & More sammelt, nicht ewig. Sie haben eine Gültigkeitsdauer von 36 Monaten. Und die Regel, nach der die Meilen verfallen, bleibt auch in Corona-Zeiten bestehen, wie Swiss-Sprecher Michael Stief bestätigt. Er verweist darauf, dass sowohl das Sammeln als auch das Einlösen «ausserhalb der Fliegerei in weiteren Bereichen des täglichen Lebens» möglich sei.

Davon mache die Kundschaft regen Gebrauch, denn bislang habe die Corona-Pandemie noch keinen negativen Einfluss auf den Meilenverfall bei den Teilnehmern. «Der Verfall ist nicht höher als in normalen Zeiten», sagt Stief. Einkäufe im Lufthansa-Onlineshop oder der Kauf von Gutscheinen seien derzeit hoch im Kurs. «Wir machen frühzeitig im Newsletter darauf aufmerksam, dass Meilen zu einem bestimmten Stichtag verfallen werden, und bieten somit ausreichend Zeit, aktiv zu werden», führt der Pressesprecher weiter aus. Zu den möglichen «Aktivitäten» gehört auch das Zücken einer Kreditkarte. Teilnehmer sind durch das Verwenden einer Miles-&-More-Kreditkarte «vor einem möglichen Meilenverfall geschützt», erläutert Stief. Dafür muss man allerdings seit mindestens drei Monaten eine solche Kreditkarte besitzen.

Vielflieger verlieren ihre Prämienmeilen nicht

Keine Sorgen um den Meilenverfall müssen sich Kundinnen und Kunden machen, die aufgrund der geflogenen Strecken einen der drei möglichen Vielfliegerstatus erlangt haben: Frequent Traveller, Senator oder Hon-Circle-Member. Ihre Prämienmeilen können nicht verfallen. Allerdings müssen sie ihren Status auch aufrechterhalten können – und genau das ist während Corona nicht eben leichter geworden. Denn im Unterschied zu Prämienmeilen, die ein Kunde nicht nur im Flugzeug, sondern auch im Hotel, beim Mietwagen, bei der Autoversicherung oder sogar bei UBS oder Coop sammeln kann, geht das mit Statusmeilen nur mit Fliegen. Hier hat die Lufthansa inzwischen aber reagiert.

Kürzlich teilte der Konzernsitz in Frankfurt mit, Statusmeilen würden rückwirkend per 1. Januar 2021 doppelt angerechnet. Zudem sammeln Vielflieger mit dem Einsatz einer Miles-&-More-Kreditkarte erstmals nicht nur Prämienmeilen, sondern auch Statusmeilen. Diese «Kulanzregelungen» würden für das Jahr 2021 gelten, schreibt die Lufthansa.

So verfallen die Meilen nicht

Jeder Teilnehmer des Vielflieger- und Prämienprogramms Miles & More sammelt Meilen, die er für Flüge, Ein­käufe oder Dienstleistungen bei angeschlossenen Airlines und Partnerbetrieben einsetzen kann. Die Meilen sind 36 Monate lang gültig. Den Meilenverfall stoppen kann der Kunde wie folgt:

- Durch das Erlangen eines Vielfliegerstatus (ab 35000 Statusmeilen oder 30 Linienflügen in einem Jahr) macht die Prämienmeilen unbegrenzt gültig.

- Durch das Nutzen einer Miles-&-More-Kreditkarte.

- Durch das Verlängern der Gültigkeit um mindestens 36 Monate gegen eine Gebühr via die Mileage-Services der Erlenbacher Firma Loylogic.

- Durch das Ausgeben der Meilen, etwa für ­Fluggutscheine.

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