Limmattalbahn

„Die Akzeptanz für den öffentlichen Verkehr ist im Kanton sehr hoch“

Der Zürcher SVP Regierungsrat Ernst Stocker hoffte im Vorfeld auf einen positiven Beschluss bezüglich der Limmattalbahn. (Archivbild)

Der Zürcher SVP Regierungsrat Ernst Stocker hoffte im Vorfeld auf einen positiven Beschluss bezüglich der Limmattalbahn. (Archivbild)

Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker ist über den Entscheid des Kantonsrates zur Limmattalbahn sehr erfreut. Sollte es zu einer Volksabstimmung kommen, rechnet er mit einer grossen Zustimmung zum Projekt.

Limmattaler Zeitung: Ernst Stocker, der Kantonsrat hat sich deutlich für die Limmattalbahn ausgesprochen. Haben Sie mit einem solch hohen Zuspruch gerechnet?

Ernst Stocker: Aufgrund der letzten Rückmeldungen habe ich darauf gehofft. Sicher sein kann man sich jedoch erst, wenn abgestimmt ist. Es ist ein erfreuliches Resultat. Alle Fraktion haben grossmehrheitlich zugestimmt.

Sogar die SVP hat sich mächtig ins Zeugs gelegt für die Bahn. Das ist nicht selbstverständlich. Was hat bei der SVP den Ausschlag gegeben, das Projekt zu unterstützen?

Es sind drei Gründe. Ein erster Punkt ist die Glattalbahn, gegen die anfänglich opponiert wurde. Wir haben in unserer Fraktion einige Vertreter aus dem Glattal. Sie beschreiben die Entwicklung dort als positiv. Ein zweiter Punkt ist der enorme Einsatz der Limmattaler Kantonsräte für die Bahn. Und drittens war es wichtig, dass sich auch die Gemeinden im Limmattal unisono hinter die Bahn gestellt haben.

Welches sind die nächsten Planungsschritte?

Die Limmattalbahn AG führt die Verfahren mit den Grundeigentümern weiter.

Sie haben im Rat deutlich gemacht, dass es an der Linienführung der Bahn nichts mehr zu rütteln gibt. Ist sie nun besiegelt?

Die Linienführung ist im Kantonsrat nicht festgelegt worden, sondern der Kredit für den Bau der Limmattalbahn. Man muss aber sehen, dass nach Abschluss der Einigungsverfahren die Rekurse der Städte Dietikon und Schlieren gegen die Linienführung zurückgezogen wurden. Daher bin ich der Meinung, dass die Linienführung nun vom Tisch ist.

Die Gegner haben angekündigt, dass sie das Referendum ergreifen wollen. Es könnte also zu einer Volksabstimmung kommen. Sie haben betont, dass dies für sie ein gangbarer Weg sei. Weshalb?

Es wurde uns vorgeworfen, dass das Vorgehen bei der Limmattalbahn nicht demokratisch sei. Ich bin ein Befürworter von Volksabstimmungen bei solchen Projekten. Dann kann man sagen, das Volk hat bestimmt. Volksentscheide haben in unserem Land eine sehr hohe Akzeptanz. Viel höher als Gemeinderats, Regierungs- oder Kantonsratsentscheide.

Sie haben auch gesagt, dass Sie bei einer Volksabstimmung mit einer hohen Zustimmung zum Projekt rechnen. Was macht Sie so sicher?

Ich stelle immer wieder fest, dass die Akzeptanz für den öffentlichen Verkehr im Kanton sehr hoch ist.

Welche Bedeutung hat die Limmattalbahn im Gesamtverkehrskonzept des Kantons?

Mit der Limmattalbahn können wir den öffentlichen Verkehr in einem Gebiet stärken, das sich in den nächsten Jahren noch extrem verändern wird, auch weil es dort gegenüber anderen Regionen noch einige Bauzonen gibt. Mit der Limmattalbahn können wir unser Ziel erreichen, 60 oder gar 70 Prozent des neu anfallenden Verkehrs mit dem öffentlichen Verkehr zu bewältigen.

Die Limmattalbahn wird oft mit der Glattalbahn verglichen. Wo liegen die grössten Unterschiede zwischen den beiden Projekten?

Es gibt eigentlich keinen grossen Unterschied. Ausser, dass es sich bei der Limmattalbahn um ein Zweirichtungsfahrzeug handelt. Das Grundkonzept ist aber das selbe.

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