Ein Anwohner der Grubenackerstrasse in Zürich Seebach fordert eine Verbesserung der dortigen Verkehrssicherheit. Für sein Anliegen sucht Christian Häberli Unterstützung auf der Plattform Petitio. Die Unterschriftensammlung, die bislang sechs von den angestrebten 200 Personen digital unterzeichnet haben, läuft noch bis zum 6. März.

Bei der Grubenackerstrasse handelt es sich um eine schmale Quartierstrasse, die auf der einen Strassenseite von Ein- und Mehrfamilienhäusern und auf der anderen von Schrebergärten gesäumt ist. Deshalb kommt es laut dem Petitionslancierer dort «immer wieder zu gefährlichen Kreuzungen zwischen Autos, Fussgängern und Velofahrern». Explizit wird hier die Einmündung der Schärenmoos- in die Grubenackerstrasse erwähnt. Deshalb fordert Häberli das Anbringen von Spiegeln und Signalisationen bei der Einmündung ins Quartier.

Dieses Anliegen wurde von der städtischen Dienstabteilung Verkehr jedoch bereits zurückgewiesen. Heiko Ciceri, Sprecher der Dienstabteilung Verkehr, begründet den Entscheid auf Anfrage: «Das Anbringen von Spiegeln ist nicht in jedem Fall eine Lösung.» Weil die Einmündung in einer Tempo-30-Zone mit geringem Verkehrsaufkommen liege, sei die Übersichtlichkeit gegeben. Zudem sei es an dieser Stelle auch noch nie zu einem Unfall gekommen.

Lockerung des Fahrverbots

Weil die Quartierstrasse so eng ist, muss der Lastwagen der Kehrichtentsorgung jeweils einen Teil des Trottoirs in Anspruch nehmen. Dies verdränge die Fussgänger vom entsprechenden Strassenabschnitt, moniert Häberli. Sauer stösst dem Petitionär dabei auf, dass die Dienstabteilung für Verkehr im vergangenen Herbst eine Lockerung des Fahrverbotes auf der besagten Quartierstrasse verfügte. So hätten alle Anwohner, die im Besitz einer Parkkarte 8052 sind, Zufahrt zum Quartier erhalten.

Gegen die Verfügung wurden laut Ciceri Rechtsmittel ergriffen. «Der Stadtrat wird diesbezüglich bald entscheiden», so Ciceri weiter. Entsprechend sei die Forderung Häberlis in seiner Petition, keine Änderung der Verkehrsvorschriften vorzunehmen, hinfällig. «Die Rekurrenten können den Entscheid des Stadtrates weiterziehen», sagt Ciceri. Häberli fordert nämlich explizit keine Änderung der Verkehrsvorschriften, die das Quartier betreffen, bis die Stadt Zürich die beiden Gestaltungspläne für die «Thurgauerstrasse West» festlegte.

An der Grenze zum Umbruch

Das Grubenacker-Quartier grenzt direkt an die städtisch geplante Überbauung «Thurgauerstrasse West», die fünf Hochhäuser von bis zu 70 Metern Höhe und damit Wohnraum für rund 1800 Personen vorsieht. Zudem sind auf 65 000-Quadratmeter-Areal ein Park, ein Schulhaus und Gewerbe geplant. Die IG Grubenacker, die Häberli mitpräsidiert, hat zusammen mit den 500 Anwohnern des Quartiers gegen dieses Vorhaben etliche Einwände eingereicht.

Wegen den zu erwartenden Rekursen hat der Gemeinde- und Stadtrat bereits im Vorfeld entschieden, für den Bau des Schulhauses und des Parks einen separaten Gestaltungsplan zu lancieren. Denn, dass an diesem Standort ein Schulhaus benötigt wird, darüber herrscht Konsens. Trotz der eingegangenen Einwände könnte das Schulhaus- und Park-Projekt dennoch fristgerecht geplant und gebaut werden.

Über die Kredite für das Schulhaus und den Park wird das Volk voraussichtlich im Herbst 2020 abstimmen. Die beiden Gestaltungspläne werden am 19. März von den drei Stadträten André Odermatt (SP, Hochbaudepartement), Filippo Leutenegger (FDP, Tiefbaudepartement) und Daniel Leupi (Grüne, Finanzdepartement) der Öffentlichkeit präsentiert.