Bäckereien
Weniger Kuchen, dafür Spezialaktionen: So wirkt sich Corona auf den Dreikönigstag aus

Während einige Bäckereien weniger Dreikönigskuchen produzieren, sind andere optimistisch, dass sich das Homeoffice auch positiv auf den Verkauf auswirken kann.

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«Moser’s» in Schlieren zum Beispiel wird dieses Jahr etwa 20 Prozent weniger Dreikönigskuchen produzieren als normalerweise.

«Moser’s» in Schlieren zum Beispiel wird dieses Jahr etwa 20 Prozent weniger Dreikönigskuchen produzieren als normalerweise.

Severin Bigler

«Wir haben jeweils viele Vorbestellungen von Firmen, dieses Jahr waren es weniger», sagt Amadeo Drigatti, Geschäftsführer der Oberstadt-Bäckerei in Dietikon. Die Anzahl Bestellungen von Privatpersonen halte sich allerdings gut. «Da wir letztes Jahr zu wenige Dreikönigskuchen hatten und wir dieses Jahr etwa gleich viele produzieren, rechnen wir im Prinzip mit weniger Verkäufen.»

Aus Hygienegründen bietet die Oberstadt-Bäckerei auch einzelne Stücke von Dreikönigskuchen in Plastiksäckli verpackt an. In einem Set von zusammengehörigen einzelnen Stücken lässt sich dann wie bei einem ganzen Kuchen eine Königsfigur finden. Auch in der Bäckerei Wüst in Unterengstringen sind einzelne Kuchenstücke erhältlich. «Man konnte bei uns schon immer auf Vorbestellung einzelne Stücke kaufen», sagt Remo Wüst, Inhaber der Bäckerei Wüst in Unterengstringen.

Wüst nimmt an, dass eher kleinere Kuchen mit sechs Stücken und weniger grosse mit zehn oder 15 Stücken über die Theke gehen. Es sehe aber nicht danach aus, dass sie weniger Dreikönigskuchen produzieren würden. «Dass mehr Leute im Homeoffice arbeiten, bedeutet bei den einen Filialen, dass mehr Kunden kommen, bei anderen das Gegenteil», sagt er. In Unterengstringen rechnet er mit normalen Verkaufszahlen.

Die Bäckerei Lehmann in Urdorf werde sich defensiv verhalten und weniger produzieren als normalerweise, sagt Aron Lehmann, der die Bäckerei im Sommer 2019 mit seiner Frau Caroline Lehmann übernommen hat. «Da wir erst im zweiten Jahr Dreikönigskuchen produzieren und wir daher wenige Erfahrungswerte haben, ist das aber schwierig einzuschätzen», sagt er. Auch im Moser’s Backparadies in Schlieren wird die Produktion der Dreikönigskuchen dieses Jahr um etwa 20 Prozent reduziert, wie Geschäftsführer und Inhaber ­Guido Moser auf Anfrage sagt. Dies, weil viele Personen im Homeoffice und nicht im Büro ar­beiten.

Für den Steiner-Beck ist es der erste Dreikönigstag

Patrick Binder, Geschäftsinhaber des Limmatbecks in Dietikon und Oberengstringen, ist optimistisch, dass gleich viele Dreikönigskuchen wie in anderen Jahren verkauft werden können. «In vielen Büros hatten die Leute über die Festtage Ferien und haben noch nicht an den Dreikönigstag gedacht», sagt er. Da der Dreikönigstag dieses Jahr erst am Mittwoch ist, werden sie aber noch Zeit haben, Bestellungen aufzugeben. «Weil es 2020 ja nicht so viel zu feiern gegeben hat, kann es sein, dass Private den Dreikönigstag nun sehr zelebrieren und die Büros den Leuten etwas schenken wollen.»

«Es ist unser erster Drei­königstag in Dietikon und daher müssen wir herausfinden, wie unser Angebot an diesem Tag in Dietikon ganz allgemein ankommt», sagt Francesca Decurtins. Sie ist Sprecherin der Steiner-Beck-Kette, die ihre ­Filiale im Dietiker Limmatfeld im Mai 2020 eröffnet hat. «Wir werden aber nicht weniger Dreikönigskuchen produzieren.» Die Hoffnung sei, dass viele Leute zu Hause feiern, wenn es im Büro nicht möglich sei.

Auch die Bäckerei Neuhof in Schlieren produziert dieses Jahr nicht weniger Dreikönigs­kuchen als sonst. «Ich erwarte am Dreikönigstag den normalen Wahnsinn», sagt Geschäftsführer Benjamin Korb und lacht. «Es läuft immer viel und wenn eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ausfällt, wird es schwierig, den Aufwand zu stemmen.» Neben dem Verkauf im Laden kann man die Kuchen der Bäckerei Neuhof auch in Onlineshops wie etwa Farmy oder per E-Mail bestellen.

Wettbewerbe und vegane Kuchen sollen Filialen füllen

«Wir produzieren dieses Jahr nicht weniger Dreikönigs­kuchen», sagt auch Hansjörg Frei, der mit seinem Bruder ­Dominik Frei Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Geroldswil ist. «So wie wir Weihnachten erlebt haben, nehmen wir an, dass die Kunden mehr zu Hause und im Dorf sind und daher spontan vorbeikommen.» In der Bäckerei Frei kann man auch telefonisch vorbestellen.

Anlässlich des Dreikönigstags am 6. Januar haben sich einige Bäckereien Besonderes einfallen lassen: So veranstaltet die Urdorfer Bäckerei Lehmann einen Wettbewerb, bei dem 100 Preise verlost werden. Der erste Preis sei ein Gutschein von 1000 Franken, sagt Lehmann. Die Unterengstringer Bäckerei Wüst belohnt Finder der goldenen Königsfigur mit 300 Franken. Zudem hat sie dieses Jahr ihr Sortiment aufgestockt. Neu befindet sich unter den ­sieben Sorten auch ein veganer ­Ur­dinkel-Dreikönigskuchen.

Die Bäckereien Bode in ­Uitikon und Birmensdorf sowie die Bäckerei Plüss im Dietiker Limmatfeld standen gestern nicht für eine Stellungnahme zur Verfügung.