Runder Geburtstag

Was wurde aus dem ersten «Limmi»-Baby?

Das erste «Limmi»-Baby Blanca Widmer erblickte am 3. Mai 1970 das Licht der Welt.

Das erste «Limmi»-Baby Blanca Widmer erblickte am 3. Mai 1970 das Licht der Welt.

Blanca Widmer aus Rüschlikon feiert wie das Spital Limmattal Anfang Mai den 50. Geburtstag. Die gebürtige Urdorferin erzählt anlässlich des Jubiläums aus ihrem Leben.

Blanca Widmer ist am 3. Mai 1970 geboren. Nächsten Sonntag feiert sie ihren 50. Geburtstag, genau wie das Spital Limmattal, das am 1. Mai 1970 seine Tore öffnete. Widmer verbindet jedoch mehr mit dem «Limmi» als ihr Alter. Sie wurde im Spital geboren und zwar als allererstes Baby überhaupt. «Ja, wir beide werden 50 Jahre alt», sagt Widmer und lacht.

Geplant hatte sie ein grosses Fest mit Musik und feinem Essen in einem Restaurant in ihrem Wohnort Rüschlikon. «Doch aufgrund der Coronakrise werde ich nun nur in kleinstem Kreis feiern», sagt Widmer. An ihre Geburt kann sie sich verständlicherweise nicht erinnern. «Doch ich bekam die spektakuläre Geschichte von meinem Start ins Leben oft zu hören», sagt Widmer.

Ihre Mutter brauchte im Kreisssaal einen Diktionär

Ihre Eltern stammen aus der Tschechoslowakei und flüchteten 1969 vor dem Prager Frühling in die Schweiz. Die Eltern des Vaters lebten bereits in Urdorf. «Meine Mutter war damals schon mit mir schwanger», erzählt Widmer. Und so kam es, dass sich die Mutter zur Geburt im neu gebauten Spital Limmattal wiederfand. «Es war spektakulär, nicht nur, weil sie die einzige auf der Geburtenabteilung war, sondern auch, weil sie kein Wort Deutsch sprach.» Ihre Mutter habe sie sozusagen mit einem Diktionär in der Hand auf die Welt gebracht. Aufgewachsen ist Widmer in der Gemeinde Urdorf. Ihre Mutter und weitere Verwandte lebten noch immer dort.

«Ich bekam die spektakuläre Geschichte von meinem Start ins Leben oft zu hören», sagt Blanca Widmer.

So sieht das «Limmi»-Baby heute aus.

«Ich bekam die spektakuläre Geschichte von meinem Start ins Leben oft zu hören», sagt Blanca Widmer.

Ihren Vater hat sie leider früh verloren. «Er litt an Krebs und starb mit 35 Jahren im ‹Limmi›», sagt Widmer. Als die gelernte Kauffrau heiratete, verliess sie die Gemeinde 1995 und zog vom Limmattal an den Zürichsee nach Thalwil. Die 49-Jährige ist Mutter von zwei erwachsenen Töchtern und einem erwachsenen Sohn. «Keines meiner Kinder ist jedoch im Limmi geboren so wie ich.» Das Spital besuchte sie zuletzt vor 25 Jahren. «Meine Mutter und ich waren zum 25-Jahr-Jubiläum eingeladen», sagt Widmer.

Sie arbeitet nun selbst in der Gesundheitsbranche

Die gelernte Kauffrau führt heute bei sich zuhause in Rüschlikon und am Rennweg in Zürich je eine Gesundheitspraxis. «Nachdem ich mich zehn Jahre lang um die Erziehung meiner Kinder kümmerte, liess ich mich zur Berufsmasseurin ausbilden», erzählt Widmer. Sie ist als Komplementär-Therapeutin tätig und fokussiert sich auf Cranio-Sacral-Therapie. «Bei dieser Behandlung wird die Gehirnrückenmarksflüssigkeit stimuliert und in Fluss gebracht», erklärt Widmer.

Dass sie heute einen Gesundheitsberuf ausübt, habe mit dem frühen Tod des Vaters zu tun. «Das hat mich sehr geprägt und es ist schön, dass ich dieses einschneidende Erlebnis nun in etwas Positives umwandeln konnte. Es ist mir wichtig, Leute zu stärken und zu unterstützen», sagt Widmer. Gerne würde sie ihre Arbeit auch in Spitälern anbieten. «Ich hätte nichts dagegen, im Spital Limmattal tätig zu sein und dort zu arbeiten, wo ich geboren wurde.» So würde sich der Kreis schliessen.

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