Die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch braucht zusätzliche Schulräume, und dies dringend: In den beiden Gemeinden ist die Zahl der Kindergärtner, Primar- und Oberstufenschüler in den vergangenen fünf Jahren um einen Drittel angestiegen. Wurden 2015 noch unter 800 Schüler gezählt, sind es 2019 schon rund 1000 Schüler. Prognosen sagen einen weiteren Anstieg voraus. «Die Primarschule hat bereits neue Räume geschaffen, wir müssen nachziehen», sagte Schulpräsidentin Isabelle Carson an einer Informationsveranstaltung am Donnerstagabend.

Der Kreditantrag, den die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch für die Erweiterung der Schulanlage nun vorlegt, fällt höher aus als erwartet. Noch im vergangenen Herbst, als die Schulgemeindeversammlung den Projektierungskredit über 350'000 Franken mit grossem Mehr bewilligte, war von Kosten von rund 4 Millionen Franken die Rede. Nun wird die Realisierung der Schulanlage Brüelmatt 3 auf 5,6 Millionen Franken veranschlagt.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Vorhaben erweitert wurde. Gemäss dem ausgearbeiteten Projekt sollen nicht nur die vier benötigten Klassenzimmer sowie die notwendigen Gruppenräume erstellt werden. Neu sind unter anderem auch der Mittagstisch und das Musikzimmer, die sich derzeit in einem alten, ausgedienten Pavillon befinden, in den Neubau integriert, wie Carson erklärte.

Dies führe dazu, dass der Erweiterungsbau teurer werde. «Das sind aber Investitionen, die wir nicht zusätzlich vornehmen, sondern einfach zeitlich vorziehen.» Die später geplanten Bauetappen werden entsprechend entlastet, wie Carson weiter ausführte.

Eine logische Erweiterung

Das Projekt des Stadtzürcher Büros AMZ Architekten sieht einen dritten Baukörper vor, der in der Flucht der beiden bereits bestehenden Gebäude Brüelmatt 1 und 2 an der Strasse Am Wasser zu stehen kommt. Brüelmatt 3 wird dabei die architektonische Sprache seiner Vorgänger aufnehmen. Dies kommt nicht überraschend; dasselbe Büro hatte bereits den ersten Erweiterungsbau Brüelmatt 2 im Jahre 1995 erstellt. «Wir streben eine logische Fortsetzung der Gebäude an», erläuterte Carson.

Im Erdgeschoss des Neubaus sind unter anderem Mittagstisch, Musikzimmer sowie ein Pausenkiosk vorgesehen. Diese Räume sind so konzipiert, dass sie bei Bedarf auch in reguläre Klassenzimmer umfunktioniert werden können. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind je zwei Klassenzimmer mit Gruppenräumen sowie je ein grosser Gruppenraum geplant. Etwas Neues ist für die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch gemäss Carson das Treppenhaus mit seinen grossen Begegnungsräumen: «Hier soll auch gelebt werden: Die Schülerinnen und Schüler können hier lesen, lernen und Aufgaben erledigen, aber auch etwas essen, sich erholen, sich treffen.»

Das Brüelmatt 3, das über eine kontrollierte Lüftung, aber keine Klimatisierung verfügen wird, wird grundsätzlich die Minergie-Vorgaben erfüllen, wie die zuständigen Architekten erklärten. Eine Zertifizierung streben sie aber nicht an. Ein Photovoltaikanlage ist im vorliegenden Projekt noch nicht enthalten, wie Denise Brunner, die in der Schulpflege für das Ressort Infrastruktur zuständig ist, auf eine Frage aus den Reihen der rund zwei Dutzend Anwesenden ausführte. «Das Dach ist aber so vorbereitet, dass zu einem späteren Zeitpunkt Sonnenkollektoren installiert werden könnten.»

Die Stimmberechtigten der Gemeinden Aesch und Birmensdorf werden am 1. September an der Urne über den 5,6-Millionen-Kredit entscheiden. Wird er gutgeheissen, will die Sekundarschulpflege rasch vorwärtsmachen: Im Mai 2020 sollen die Baumaschinen auffahren, im Sommer 2021 soll der Neubau bereits bezogen werden können.

Mit den Bauarbeiten auf der Schulanlage ist dann aber noch nicht Schluss. Die Schulpflege hat bis ins Jahr 2027 noch einiges vor: Zunächst müssen nacheinander das über 40 Jahre alte Schulgebäude Brüelmatt 1 und das 25 Jahre alte Brüelmatt 2 saniert werden. Anschliessend plant die Sekundarschule den Neubau einer Dreifach-Turnhalle, um schliesslich die bestehende, geschützte Turnhalle, die weder vergrössert noch abgerissen werden darf, umnutzen zu können.