Coronavirus

Vereinzelte Spielplätze sind zwar gesperrt – doch das Limmatufer bleibt vorerst zugänglich

Die Allmend Glanzenberg bleibt trotz Coronavirus offen - sofern sie weiterhin nur kleine Gruppen benutzen.

Die Allmend Glanzenberg bleibt trotz Coronavirus offen - sofern sie weiterhin nur kleine Gruppen benutzen.

Bei Schulschliessungen und Home-Office benötige die Bevölkerung auch Luft, sagt der beispielsweise der Dietiker Stadtrat.

Die Dietiker Stadtpolizei hält sich derzeit stets draussen auf: Einen reinen Bürodienst leiste in diesen Tagen keiner, sagt Sicherheits- und Gesundheitsvorstand Heinz Illi (EVP). Die Stadtpolizisten kontrollieren dabei insbesondere, ob das wegen des Coronavirus verhängte landesweite Versammlungsverbot auch eingehalten wird. «Die Bevölkerung zieht inzwischen mit und nimmt die Warnungen und Empfehlungen der Behörden sehr ernst», zieht Illi eine erste Bilanz.

Seit der Bundesrat am vergangenen Freitag verfügt hat, dass Treffen von mehr als fünf Personen in der Öffentlichkeit verboten sind, hat die Dietiker Stadtpolizei nur vereinzelt eingreifen müssen. Rund fünf Mal seien zu grosse Ansammlungen festgestellt worden, sagt Michael Weber, der Leiter der Sicherheits- und Gesundheitsabteilung. Die Stadtpolizisten hätten die Zusammenstehenden in diesen Fällen über die rechtliche Situation aufgeklärt; alle hätten in der Folge einsichtig reagiert und sich in kleineren Gruppen davongemacht.

In der Stadt Zürich war der Druck grösser. Dort wurden bereits am vergangenen Freitag verschiedene Gebiete – etwa Teile des Seebeckens – sowie Pärke gesperrt. Das Social Distancing, das Abstandhalten, wurde auf den lauschigen Plätzen in der Grossstadt nicht eingehalten. Im Limmattal bestehen derzeit keine derartigen Pläne. Auch wenn vereinzelte, überschaubare Areale geschlossen worden sind, bleibt beispielsweise die Limmat für Spaziergänger, Jogger und Velofahrer frei zugänglich.

Vielerorts reichen Hinweisschilder aus

So sind etwa in der Stadt Schlieren weder öffentliche Plätze gesperrt noch weitere Anlagen wie Spielplätze geschlossen worden. Da sich die Situation aber laufend verändere, werde auch laufend geprüft, ob neue Massnahmen ergriffen werden müssten, heisst es bei der Stadt auf Anfrage. «Die Herausforderungen unterscheiden sich nicht von jenen vergleichbarer Gemeinden.»

Schlieren halte sich dabei an die Empfehlungen des Bundes und des Kantons. «Bislang bestand kein Bedarf nach zusätzlichen eigenen Lösungen.» Die Spiel-, Grill- und Pausenplätze stünden deshalb offen, doch seien die entsprechenden Hinweise zum richtigen Verhalten angebracht worden. «Die Stadtpolizei ist damit beauftragt, die Einhaltung durchzusetzen.» Wie oft sie bislang eingreifen musste, ist noch nicht ausgewertet worden.

Doch in Oetwil seien keine Hotspots bekannt, an denen sich regelmässig zu viele Personen aufhielten. «Die empfohlenen Massnahmen dürften mittlerweile wohl allen bekannt sein, die Eigenverantwortung wird grossmehrheitlich gelebt», sagt Chiodini.

Gewisse Schliessungen sind dennoch angezeigt

Dies zeigt sich auch in Oberengstringen: «Wir stellen fest, dass sich die Bevölkerung sehr diszipliniert an die Vorgaben des Bundesrates hält», sagt Gemeindepräsident André Bender (SVP). Dennoch hat der Gemeinderat am vergangenen Freitag entschieden, dass alle öffentlichen Spielplätze sowie die Schul- und Sportanlagen abgesperrt werden. Zudem kontrolliert die Firma Outsec den öffentlichen Raum verstärkt. «Es braucht gewisse Kontrollen und Absperrungen, um die wenigen, die sich ihrer Eigenverantwortung nicht bewusst sind, zu unterstützen», sagt Bender.

Auch auf dem Dietiker Stadtgebiet sind vereinzelte Orte und Örtchen geschlossen. Der beliebte Spielplatz Chrüzacher musste, da er zu viele Kinder und Eltern anlockte, geschlossen werden. Und öffentliche Toiletten, wie jene auf der Allmend Glanzenberg, bleiben in Coronazeiten aus gesundheits-hygienischen Gründen ebenfalls zu.

«Die Allmend Glanzenberg steht aber, wie alle anderen grösseren Frei- und Erholungsräume der Stadt Dietikon, solange wie möglich offen», sagt Sicherheitsvorstand Illi. Auch die Grillstellen und die Wiese können weiter genutzt werden – solange nicht mehr als fünf Personen zusammensitzen und diese den erforderlichen Abstand einhalten.

«Bei Schulschliessungen und Homeoffice braucht die Bevölkerung die Möglichkeit, an die Luft zu kommen», zeigt sich Illi überzeugt. Es liege nun an jedem Einzelnen, sich richtig zu verhalten und die Regeln einzuhalten. «Dann werden auch keine weiteren Massnahmen nötig», sagt Illi.

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