Sternwarte

Über dem Dorf sind die Sterne nah

1977 sprach die Gemeindeversammlung einen Kredit von 45 000 Franken für den Bau des Sternwartegebäudes.

1977 sprach die Gemeindeversammlung einen Kredit von 45 000 Franken für den Bau des Sternwartegebäudes.

Für manche ist es der schönste Platz im Dorf, die Allmend. Hoch über Uitikon geniesst man eine herrliche Aussicht. Und wer will, auch einen faszinierenden Blick in den Sternenhimmel.

Für manche ist es der schönste Platz im Dorf, die Allmend. Hoch über Uitikon geniesst man eine herrliche Aussicht. Und wer will, auch einen faszinierenden Blick in den Sternenhimmel. Seit 40 Jahren steht dort die Sternwarte, die über eine Stiftung der Gemeinde geführt wird. Jeweils am Mittwochabend ist sie geöffnet. Und in dieser Woche auch am Samstag. Dann wird der runde Geburtstag mit einem Tag der offenen Kuppel begangen.

Dass Uitikon die einzige politische Gemeinde in der Schweiz ist, die eine Sternwarte ihr Eigen nennen darf, verdankt sie dem Hobbyastronomen Hans Baumann. Bereits mit 19 Jahren war er Mitglied der Astronomischen Gesellschaft Bern. 1955 zog es ihn aus beruflichen Gründen von der Bundesstadt nach Zürich. 1964 verlegte er seinen Wohnsitz nach Uitikon, wo er weiterhin seinem Hobby nachging. 1976 entschied sich Baumann, sein gesamtes astronomisches Instrumentarium der Gemeinde zu vermachen. «Damals dachte ich, dass es sinnvoll wäre, dieses umfangreiche Instrumentarium der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, besonders der Schulgemeinde», erinnerte sich Baumann im Weihnachtskurier von 1994.

Diskussionen an der Gemeindeversammlung

Im Gemeinderat begannen nun die Diskussionen über den Bau einer Sternwarte. Das Konzept sah die Schenkung des Instrumentariums in Form einer Stiftung und den Bau des Sternwartegebäudes durch die Gemeinde vor. Und so wurde der Gemeindeversammlung im Juni 1977 ein Kredit von 45 000 Franken für den Bau einer Sternwarte beantragt. Obschon das Begehren eine grosse Mehrheit fand, ging die Versammlung nicht diskussionslos über die Bühne, wie Arnold von Rotz im Weihnachtskurier 1994 schrieb. Bedenken wegen Nachtlärms oder des Umweltschutzes wurden vorgebracht. Auch ein Antrag, den Kredit zu bewilligen, aber die Standortfrage nochmals zu erörtern, wurde gestellt. Er blieb erfolglos.

Nun konnte also der Bau in Angriff genommen werden. Dabei galt Erschütterungsfreiheit als oberstes Gebot. «Erschütterungen können bereits durch Schritte von Personen, insbesondere jedoch beim Bewegen der Kuppel entstehen und wirken sich auf die Beobachtungsqualität äusserst störend aus», wie von Rotz schrieb.

Schon bald zeigte sich jedoch, dass der Baugrund, über dessen Beschaffenheit man beim Baustart wenig wusste, nicht ideal war. «Beim Ausheben der Baugrube stiess man erst in einer Tiefe von über zwei Metern auf gewachsenen Baugrund. Das Fundament für das Instrument musste um etwa 1,5 Meter tiefer abgeteuft werden. Dadurch entstand ein Hohlraum, in welchen man das Sonnenlabor hineinbaute», erinnerte sich von Rotz. Trotz Mehrkosten von 66 000 Franken, die aus diesen Beschwernissen entstanden, konnte die Sternwarte am 15. September 1979 im Beisein ihres Stifters feierlich eröffnet werden.

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