Dietikon
Tod nach Herzinfarkt: Sanpietresi und alt Stapi Otto Müller trauern um alt Bürgermeister Pietro Putame

Der italienische Politiker Pietro Putame ist am Montag 68-jährig völlig überraschend verstorben. Er engagierte sich nicht nur für seine kalabrische Heimat San Pietro a Maida, sondern auch für die vielen Sanpietresi in Dietikon und der Schweiz.

Sibylle Egloff
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Vor vier Jahren besuchte der damalige Bürgermeister Pietro Putame (dritter von links) den Weihnachtsmarkt im Dietiker Zentrum. Auch Mario Pingitore (ganz links) und der damalige Stadtpräsident Otto Müller (rechts) waren mit dabei.

Vor vier Jahren besuchte der damalige Bürgermeister Pietro Putame (dritter von links) den Weihnachtsmarkt im Dietiker Zentrum. Auch Mario Pingitore (ganz links) und der damalige Stadtpräsident Otto Müller (rechts) waren mit dabei.

zvg

Das Jahr 2021 startet für das kalabrische Dorf San Pietro a Maida mit einer traurigen Nachricht. Der ehemalige, langjährige Bürgermeister und aktuelle Gemeinderat Pietro Putame starb am Montag 68-jährig völlig überraschend an den Folgen eines Herzinfarkts. Er hinterlässt seine Ehefrau, drei erwachsene Töchter und einen Enkel. Ein Schock nicht nur für die Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde in der Provinz Catanzaro, sondern auch für die italienische Gemeinschaft im Limmattal. Die Wurzeln von rund 1500 in Dietikon und Umgebung wohnhaften Italienern liegen im Dörfchen San Pietro a Maida, das selbst nur etwa 4500 Bewohner zählt.

«Es ist ein grosser Verlust», sagt Mario Pingitore über den Tod von Pietro Putame. Der ­Präsident des Vereins Circolo Culturale Sandro Pertini aus Dietikon engagiert sich seit 1993 für den Austausch zwischen ­Italienern und Schweizern und hat seither viele kulturelle Anlässe organisiert. Für einige reiste Pietro Putame extra aus Süditalien an. «Er kam mindestens einmal im Jahr nach Dietikon, um sich mit den Sanpietresi vor Ort, aber auch mit lokalen Politikern wie Otto Müller, Markus Notter oder Hans Bohnenblust auszutauschen», erzählt Pingitore.

Über die Jahre eine tiefe ­Freundschaft entwickelt

Aus den Begegnungen zwischen dem Vereinspräsident und Putame entwickelte sich über die Jahre eine tiefe Freundschaft. «Ich konnte privat, aber auch was gemeinsame Veranstaltungen zwischen Dietikon und San Pietro a Maida angeht, auf ihn zählen. Er hatte immer ein offenes Ohr für Sanpietresi hier in der Schweiz. Zum Beispiel wenn es um ihre Wohnungen und Häuser in der kalabrischen Heimat ging oder um Fragen zur Rückkehr nach San Pietro a Maida nach der Pensionierung», sagt Pingitore.

Doch auch für das Dorf selbst hat sich Putame stets eingesetzt. Er amtete erstmals von 1985 bis 1987 als Bürgermeister und übernahm nach einer Pause von 2009 bis 2014 und anschliessend bis 2019 zwei weitere Legislaturen als Gemeindepräsident. In seiner langjährigen politischen Karriere war er von 2008 bis 2013 auch als Provinzrat von Catanzaro tätig. «Wie viele andere Gemeinden in Süditalien kämpft man in San Pietro a Maida mit finanziellen Problemen. Nichtsdestotrotz gelang es Pietro Putame, Schulen und Liegenschaften zu sanieren, das Dorfzentrum zu erneuern und Pärke anzulegen. Das rechnen ihm die Bürger hoch an», sagt Pingitore. Diese Woche erhielt er zahlreiche Telefonanrufe von Sanpietresi aus dem Limmattal, der Schweiz und sogar Tunesien, die mehr zum Hinschied von Pietro Putame erfahren wollten. «Das zeigt, wie beliebt er bei den Leuten war», sagt er.

Auch der Dietiker Verein Associazione Sanpietresi reagiert bestürzt auf die Nachricht des Ablebens von Pietro Putame. «Die Gemeinschaft der Sanpietresi trauert mit seiner Familie», schreibt der Verein in einer Würdigung. «Er war ein aktiver, zielstrebiger, leidenschaftlicher, kämpferischer und prägender Politiker. Sowohl für die Sanpietresi in Kalabrien wie auch für die Sanpietresi in der Schweiz war er stets ein Bezugspunkt.» Putames politische Anhänger wie auch seine politischen Gegner hätten ihn gleichermassen respektiert und geschätzt. «Während seiner langen politischen Tätigkeit besuchte Pietro Putame die Sanpietresi in der Schweiz, insbesondere die Sanpietresi in Dietikon, mehrmals. Auch nahm er teil an Podien im Stadthaus Dietikon. Die Sanpietresi verdanken ihm die stetige Aufrechterhaltung der Beziehung zwischen den Sanpietresi der Schweiz und dem Ursprungsstädtchen San Pietro a Maida», hält der Verein fest.

Vor vier Jahren letztmals in Dietikon zu Besuch

Traurig zur Kenntnis nimmt auch der Dietiker Alt Stadtpräsident Otto Müller die Nachricht des Todes von Pietro Putame. «Ich habe ihn gut gekannt und den Kontakt zu ihm gepflegt», sagt Müller. Zum letzten Mal habe er ihn und eine Delegation aus San Pietro a Maida am Weihnachtsmarkt im Dietiker Zentrum vor vier Jahren getroffen. «Wir assen gemeinsam Raclette, hatten es lustig und führten ein angeregtes Gespräch», erzählt Müller. Er habe Pietro Putame als kultivierten und gesprächigen Menschen in Erinnerung. «Damals hat er mich und meine Frau zu einem Gegenbesuch in San Pietro a Maida eingeladen, der leider nun nicht mehr zustande kommen kann.»