Weiningen
Nein, wir wollen nicht umsteigen: Auch der Gemeinderat fordert vom ZVV den Erhalt der direkten Busse

Der Weininger Gemeinderat will den Zürcher Verkehrsverbund dazu auffordern, beim Fahrplanwechsel von Umsteigeszenarien im rechten Limmattal abzusehen. Auch in Oberengstringen und Unterengstringen gingen Änderungswünsche ein.

Sibylle Egloff
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Pendler wollen bei der Haltestelle Sennenbüel Nord nicht umsteigen: Die Buslinie 304 soll über Unterengstringen hinaus bestehen bleiben.

Pendler wollen bei der Haltestelle Sennenbüel Nord nicht umsteigen: Die Buslinie 304 soll über Unterengstringen hinaus bestehen bleiben.

Bild: Severin Bigler

Ab Dezember 2022 verliert das rechte Limmattal zwei Busdirektverbindungen – eine zum Bahnhof Dietikon und eine zum Bahnhof Zürich Altstetten. Dagegen wehren sich das Forum Weiningen und weitere Einwohnerinnen und Einwohner aus dem Rebbaudorf. Sie reichten beim Weininger Gemeinderat während der öffentlichen Auflage der Angebotsänderung vom 8. bis 28. März ihre Änderungsbegehren zum Fahrplan 2022 und 2023 des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) ein. Damit wollen sie verhindern, dass auf der Buslinie 302 der Abschnitt zwischen Dietikon Bahnhof und Geroldswil Zentrum eingestellt wird und die Linie 304 nur noch verkürzt bis nach Unterengstringen Sennenbüel und nicht mehr bis nach Weiningen, Geroldswil und Dietikon fährt.

«Links der Limmat werden Hunderte von Millionen Franken für die neue Limmattalbahn ausgegeben. Von dieser hat unser Dorf keinen besonderen Nutzen. Umso mehr müssen deshalb auf dem vorhandenen Liniennetz für Weiningen Angebotsverschlechterungen vermieden werden», sagte Tino Schütterle, Präsident des Forum Weiningen und Weininger alt Gemeinderat, der «Limmattaler Zeitung». Er wie auch vier weitere Personen aus Weiningen wollen die Umsteigeszenarien unbedingt verhindern. Die Forderung stösst seitens der Gemeinde auf offene Ohren.

Die Gemeinde zeigt vollstes Verständnis

«Der Gemeinderat zeigt vollstes Verständnis für die Anliegen, die mehrere Privatpersonen, wie auch das Forum Weiningen, vorgebracht haben und unterstützt diese vollumfänglich», sagt Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos) auf Anfrage. In diesem Sinne werde die Exekutive den ZVV und die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) dazu auffordern, die Vorschläge der Bevölkerung im Zuge des kommenden Fahrplanwechsels umzusetzen.

Änderungsbegehren werden den ZVV und die VBZ auch aus Unterengstringen erreichen. Die Gemeinde hat einen Input zum neuen Fahrplan erhalten, wie Gemeindeschreiber Pascal Brun auf Anfrage bestätigt. Es betrifft ebenso ein Umsteigeszenario beim Knotenpunkt Sennenbüel. «Geplant ist seitens ZVV, dass die Buslinie 308, welche zwischen dem Bahnhof Altstetten Nord und Urdorf Weihermatt verkehrt, gestrichen wird. So müsste bei der Haltestelle Sennenbüel von der Linie 302 auf die Linie 304 umgestiegen werden oder umgekehrt», erklärt Brun. Er versichert, dass die Gemeinde das Begehren für den Erhalt der Buslinie 308 dem ZVV weiterleiten wird.

In der Rushhour sollen Haltestellen ausgelassen werden

Auch die Gemeinde Oberengstringen hat eine Eingabe bezüglich des Fahrplanwechsels entgegengenommen, welche für die Buslinien 304 und 308 gilt. «Der Antragsteller wünscht sich, dass zu Hauptverkehrszeiten verschiedene Haltestellen nicht mehr angefahren werden, um Verspätungen zu vermeiden», sagt Gemeindeschreiber Matthias Ebnöther. Zudem fordere der Einwohner, dass die Billett-Verkäufe innerhalb der Busse abgeschafft werden, weil dies oft ebenso zu Verspätungen führe. Ob diese Anregungen dem ZVV mitgeteilt werden, weiss Ebnöther noch nicht. «Der Gemeinderat hat noch nicht darüber entschieden, ob die Eingabe berücksichtigt wird.»