Weiningen
Fehlendes Trottoir in der Fahrweid sorgt für Unmut beim Quartierverein – Gemeindepräsident findet Begründungen «gesucht»

In einem Brief an den Weininger Gemeinderat äussert der Quartierverein Fahrweid-Weiningen-Geroldswil seine Bedenken über die Sicherheit am Dammweg. Er fordert, dass das waldseitige Trottoir entlang der Fahrweidstrasse wieder erstellt wird.

Virginia Kamm
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Der Dammweg mündet direkt in die Fahrweidstrasse – ohne Trottoir.

Der Dammweg mündet direkt in die Fahrweidstrasse – ohne Trottoir.

Virginia Kamm

«Wir stellen fest, dass die Einmündung Dammweg in die Fahrweidstrasse äusserst gefährlich ist», schreibt der Quartierverein Fahrweid-Weiningen-Geroldswil in einem Brief an den Weininger Gemeinderat, welcher der «Limmattaler Zeitung» vorliegt. Gemeint ist der Fussgängerweg, der etwa auf der Höhe des Chickeria-Pizzakuriers zum Fussballplatz Dornau und an die Limmat führt.

Weil man beim Verlassen des Wegs direkt auf der Fahrweidstrasse steht, fordert der Verein im Rahmen der Strassenraumgestaltung zur Sicherheit der Fussgänger ein Trottoir auf der Seite des Waldrands. Ein solches ist im Projekt nicht vorgesehen. Nördlich des Dammwegs sind die Bauarbeiten an der Fahrweidstrasse bereits seit Mitte März in Gange, südlich des Dammwegs soll der Baustart 2025 erfolgen.

Besonders für Kinder, die vom Fussballtraining nach Hause gehen, sei die Situation gefährlich, findet Quartiervereinspräsident und alt Gemeinderat Hans-Ulrich Furrer. Im Brief des Vereins heisst es:

«Wir können nicht verstehen, welches Planungsbüro so einen Unsinn planen kann. Wir sind der Meinung, dass das Trottoir von der Querstrasse bis Ende Dammweg nicht entfernt werden darf.»

Furrer weist darauf hin, dass direkt vor dem Dammweg ein Tempo-30-Schild geplant sei, was das Anbringen eines Fussgängerstreifens verunmögliche. Zudem fahre niemand direkt bei der Tafel bereits mit 30 km/h.

Nicht nur die Mitglieder des Quartiervereins, auch andere Anwohnerinnen und Anwohner würden sich an der Situation stören, sagt Furrer. Das Verständnis dafür, dass ein Trottoir entfernt werde, um das gegenüberliegende Trottoir verbreitern und Bäume pflanzen zu können, sei gering. «Es sind etliche Meldungen von Leuten bei uns eingegangen, die sich fragen, wann das Trottoir wiederkommt», sagt er. «Es ist doch paradox, neben einem Wald Bäume pflanzen zu wollen.»

Schon im April des vergangenen Jahres äusserte der Quartierverein Kritik am Bauvorhaben zur Verkehrsberuhigung in der Fahrweid. Im Mai 2020 schrieb er einen Brief mit Verbesserungswünschen an den Weininger Gemeinderat, habe darauf aber nie eine Reaktion erhalten. Sollte das Trottoir nun nicht wieder erstellt werden, will sich der Verein wehren, sagt Furrer. Dieses Mal habe die Gemeinde Weiningen aber den Eingang des Briefes bestätigt und eine Prüfung des Anliegens in Aussicht gestellt. Furrer wünscht sich, dass die Gemeinde nun auf den Quartierverein zukommt.

Auch die Gemeinde Geroldswil plant kein Trottoir

Der Weininger Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos) kann das Vorgehen des Vereins nicht nachvollziehen. «Mir wäre es lieber, mit dem Quartierverein an einen Tisch zu sitzen und das scheinbare Problem zu besprechen, statt über die Zeitung zu kommunizieren», sagt er. Der Gemeinderat verschliesse sich einem Gespräch überhaupt nicht, allerdings sei der Projektierungskredit für das Bauvorhaben von der Bevölkerung 2019 angenommen worden – mit fehlendem Trottoir.

«Ich kann nicht einfach einen Bevölkerungsentscheid missachten», sagt Okle. Zudem habe auch die Gemeinde Geroldswil das Projekt ohne Trottoir angenommen. Würde die Gemeinde Weiningen ihr Vorhaben ändern, würde also ein Flickenteppich an der Fahrweidstrasse entstehen.

Die Sicherheit der Fussgänger ist laut Okle nicht gefährdet: Einerseits sei beim Dammweg eine Mittelinsel zur Strassenüberquerung geplant, die zur Temporeduktion bei den Autofahrern führe. Andererseits entstehe eine zwei Meter breite Haltezone, die Fussgängern mehr Übersicht und ein sicheres Halten vor Überquerung der Strasse ermögliche. Er sagt:

«Es sind nur wenige Anwohner vom Vorhaben betroffen und diese können auch einen anderen Weg nehmen. Die Begründung der Anliegen des Quartiervereins finde ich sehr gesucht.»

Der Verein solle die Anliegen im Rahmen des Einspracheverfahrens nochmals anbringen, damit die Gemeinde sie einzeln prüfen könne.

Der Gemeinderat Weiningen habe im vergangenen Jahr «intensivst» über die Anregungen des Quartiervereins diskutiert, sagt Okle. Sollte der Verein keine Rückmeldung dazu erhalten haben, entschuldigt sich der Gemeindepräsident dafür.

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