Weiningen
Im Zeichen der schwarzen Knolle: Zum zehnten Mal findet im Dorf der Zürcher Trüffelmarkt statt

Am Samstag, 18. September, gibt es auf dem Hof der Winzerfamilie Haug wieder verschiedenste Spezialitäten zu kaufen. Die Standbetreiber setzen hauptsächlich auf Schweizer Produkte.

Virginia Kamm
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Dank des günstigen Wetters haben die Trüffel dieses Jahr eine besonders gute Qualität. «Speziell ist dieses Jahr, dass auch schon die ersten weissen Trüffel verkauft werden können», sagt Fredy Balmer von der Schweizerischen Trüffelvereinigung.

Dank des günstigen Wetters haben die Trüffel dieses Jahr eine besonders gute Qualität. «Speziell ist dieses Jahr, dass auch schon die ersten weissen Trüffel verkauft werden können», sagt Fredy Balmer von der Schweizerischen Trüffelvereinigung.

Cynthia Mira

«Wir freuen uns auf den Trüffelmarkt wie kleine Kinder, die zum ersten Mal ins Kino gehen dürfen», sagt Fredy Balmer, Präsident der Schweizerischen Trüffelvereinigung. Diese organisiert zum zehnten Mal den Zürcher Trüffelmarkt, der wie jedes Jahr im Weininger Dorfzentrum auf dem Hof der Winzerfamilie Haug stattfindet. Am Samstag, 18. September, werden an 15 verschiedenen Ständen zwischen 9 und 16 Uhr wieder zahlreiche Leckereien angeboten.

Der Trüffelmarkt in Weiningen ist der erste dieses Jahr in der Schweiz, erzählt Balmer. Nachdem letztes Jahr von sieben geplanten Trüffelmärkten wegen der Coronapandemie nur drei stattfinden konnten, sollen dieses Jahr wieder alle durchgeführt werden. «Die Kundschaft auf den Trüffelmärkten ist sehr verantwortungsvoll», sagt Balmer. «Sie kommt nicht zum Festen, sondern zum Geniessen.» Deshalb ist er zuversichtlich, dass der Markt problemlos stattfinden können wird. Auf grosse Degustationen müssen die Besucherinnen und Besucher dieses Jahr noch verzichten. «Kleine ‹Probiererli› können die Standbetreiber den Kunden aber direkt übergeben», sagt er. «Das ist auf einem Trüffelmarkt sehr wichtig, denn die Leute wollen nicht die Katze im Sack kaufen.»

Auf dem Markt in Weiningen werden hauptsächlich Schweizer Produkte angeboten. Ausländische Trüffel müssen speziell gekennzeichnet sein und werden günstiger verkauft. Balmer sagt:

«Die Trüffel haben dieses Jahr eine gute Qualität und sind sehr geschmackvoll.»

Dies, weil das Wetter während der Befruchtung im Frühling nass, während der Reifung trocken und in der Nacht auch kalt gewesen sei. Vor gut zwei Wochen haben die Ausgrabungen der schwarzen Knolle begonnen. «Speziell ist dieses Jahr, dass auch schon die ersten weissen Trüffel verkauft werden können», sagt Balmer. Normalerweise sei das erst im Oktober der Fall. «Aber mit dem Klimawandel verschiebt sich das alles etwas.»

Onlinehandel mit Trüffeln ist schwierig

Die Pandemie hat auch dem Trüffelbusiness zugesetzt: «Wir hatten zwei schlechte Jahre, weil der Kontakt mit den Leuten verloren gegangen ist», sagt Balmer. «Online Trüffel zu verkaufen ist schwierig, weil die Kunden das Produkt sehen wollen.» Deshalb freut er sich nun umso mehr, dass der Weininger Trüffelmarkt in den Startlöchern steht.

Die Festwirtschaft wird dieses Jahr zum ersten Mal von der Frauen- und der Männerriege Weiningen organisiert, nachdem Roland Wüthrich lange dafür verantwortlich war. Sie hat sogar bis 17 Uhr geöffnet. Ganz dem Thema des Markts entsprechend gibt es Trüffelrisotto und Trüffelbratwürste. Daneben können die Gäste auch Kalbsbratwürste, Kuchen und Torten geniessen. Die Weine stammen von der Familie Haug. Und mit etwas Glück gibt es auch schon frischen Sauser.

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