Oberengstringen

Viele Fahrer beim Rotkreuz-Fahrdienst gehören selber zur Risikogruppe – Junge helfen aus

Nach überstandener Coronakrise nähert sich der Betrieb des Fahrdienstes allmählich der Normalität an – allerdings inklusive Schutzmaske. (Symboldbild)

Nach überstandener Coronakrise nähert sich der Betrieb des Fahrdienstes allmählich der Normalität an – allerdings inklusive Schutzmaske. (Symboldbild)

Während der Krise sprangen junge Freiwillige bei den Rotkreuz-Fahrdiensten ein – zum Beispiel in Oberengstringen.

Die Coronakrise brachte das Gefüge des Rotkreuz-Fahrdienstes in Oberengstringen durcheinander. Der Dienst ermöglicht Oberengstringer Einwohner, die nicht mehr selbst Auto fahren oder den ÖV benutzen können, eine Fahrt zum Hausarzt oder in das Spital. 14 freiwillige ­Fahrerinnen und Fahrer stehen in Oberengstringen normalerweise zur Verfügung. Doch neun von ihnen konnten während des Lockdowns nicht mehr eingesetzt werden, da sie selbst zur Risikogruppe gehören.

Zwingend notwendige medizinische Fahrten mussten während dieser Zeit mit den restlichen Kapazitäten durchgeführt werden. Der Fahrdienst erhielt aber Unterstützung von vier Freiwilligen mit Jahrgängen zwischen 1984 und 1991. Diese stehen auch heute noch im Einsatz für den Rotkreuz-Fahrdienst.

Der Dank gelte jedoch auch denen, die Pause machen mussten und jetzt oder in Zukunft wieder im Einsatz stehen.

Jedes Jahr fahren sie 1500 Einsätze

Nach überstandener Coronakrise nähert sich der Betrieb des Fahrdienstes allmählich der Normalität an. Mit Schutzkonzept und Verhaltensregeln werden wieder vermehrt Fahrten durchgeführt. Auch wenn es noch nicht gleich viele sind wie vor dem Lockdown. Normalerweise leistet der Rotkreuz-Fahrdienst in Oberengstringen jährlich zirka 1500 Einsätze. Also im Schnitt gut 30 Einsätze pro Woche. Während des Lockdowns waren es in einer Woche rund sechs Einsätze.

Ein Einsatz beinhaltet die Hin- und die Rückfahrt sowie das Warten, während der Fahrgast seinen Termin wahrnimmt. Die Fahrten werden von Freiwilligen durchführt. Weil die Fahrer ihr jeweiliges Privatauto nutzen, können Personen, die auch während der Fahrt im Rollstuhl bleiben müssen, nicht gefahren werden. ­Diese können die Dienste des Tixi-Taxis oder von anderen Rollstuhltransporten in Anspruch nehmen.

Auch Fahrten zum Friedhof gehören neuerdings dazu

Seit Anfang Jahr übernimmt der Rotkreuz-Fahrdienst Oberengstringen neben Fahrten zum Arzt oder ins Spital auch solche zum Friedhof. «In Absprache mit der Gemeinde wurde vereinbart, dass der Fahrdienst Fahrten zum Friedhof für mobilitätseingeschränkte Personen ermöglicht, wenn es die Kapazität erlaubt», sagt Manuela Looser, Projektleiterin des Rotkreuz-Fahrdienstes im Kanton Zürich.

Die Gemeinde Oberengstringen sei mit dem Anliegen an das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) gelangt, da ein Bedarf für Friedhofsfahrten zu bestehen scheint. Medizinische Termine hätten zwar Priorität, doch versuche man immer eine Lösung zu finden. Bis jetzt seien aber wegen der Coronakrise noch keine Anfragen für eine Fahrt zum Friedhof eingegangen, sagt Looser.

Dienstältester Fahrer fährt schon seit 15 Jahren

Besteht Bedarf für eine Fahrt mit dem Rotkreuz-­Fahrdienst, kann die Person aus Ober­engstringen sich über die für die Gemeinde ­spezifisch Rotkreuz-Telefonnummer (079 541 33 43) bei der Einsatzleiterin melden. Falls möglich sollte der Anruf drei Arbeitstage vor der Fahrt getätigt werden. Gencer nimmt die Anfragen entgegen und verteilt sie Ende Woche an die verschiedenen Fahrer. «Viele Freiwillige haben Stamm-Fahrgäste oder bestimmte Tage, an welchen sie für den Rotkreuz-Fahrdienst zur Verfügung stehen», sagt sie. Der dienstälteste Fahrer ist bereits seit 2005 dabei.

Die Fahrten werden mit Bargeld direkt beim Freiwilligen bezahlt. Innerhalb einer Ortschaft gibt es Pauschalpreise, während längere Fahrten pro Kilometer 70 Rappen kosten.«Der Fahrpreis deckt die Spesen des Freiwilligen für die Nutzung seines Fahrzeugs», sagt Looser. Für die weiteren Kosten wie zum Beispiel Versicherungen kommt das SRK Kanton Zürich auf.

Der Rotkreuz-Fahrdienst ist im Kanton Zürich mit rund 90 lokalen Ablegern und 1500 freiwilligen Fahrern vertreten. Die Nummern für die Dienste der ­jeweiligen Gemeinde sind auf der Website des SRK Kanton ­Zürich (www.srk-zuerich.ch) zu finden.

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