Urdorf
Pensionierungswelle: Sie setzten sich jahrelang für die Schule Urdorf ein

Neben Schulverwalter Hans Karrer gehen auch Roger Bösch, Schulleiter im Zentrum, Handarbeitslehrerin Rémy Ulrich, Logopädin Miryam Gerosa, Primarlehrerin Heidi Soland sowie die Sekundarlehrerinnen Manuela Spori und Elisabeth Bona in den Ruhestand.

Sibylle Egloff
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Die Schule Urdorf verabschiedet sich von sechs Lehrpersonen.

Die Schule Urdorf verabschiedet sich von sechs Lehrpersonen.

Chris Iseli

Die Schule Urdorf verlassen diesen Sommer besonders viele Personen, die sich insgesamt sage und schreibe 129 Jahre lang für die Bildung der Kinder und Jugendlichen im Dorf engagierten.

Angeführt wird die Pensionierungswelle von Roger Bösch. Er stand 35 Jahre im Dienst der Schule Urdorf, 23 Jahre lang als Lehrperson und 21 Jahre lang als Schulleiter. Und dies, obwohl er anfangs einige Zeit brauchte, um als Lehrperson im Dorf sesshaft zu werden. In der Schule Urdorf ein und aus ging Bösch nämlich schon viel früher. Von 1981 bis 1987 vikarisierte er immer mal wieder, schreibt Schulpflegerin Barbara Meerwein zu Böschs Abschied. Damals habe noch ein anderes Herz zu stark in seiner Brust geschlagen. Bösch war zu dieser Zeit Bassist in der Musikband Frostschutz, die 1981 ihr erstes Album veröffentlichte und im Casino Bern erste Erfolge feierte. Bösch traf an Konzerten Musikgrössen wie Polo Hofer, Züri West und Nena.

Roger Bösch wirkte 35 Jahre lang für die Schule Urdorf.

Roger Bösch wirkte 35 Jahre lang für die Schule Urdorf.

zvg/René Boegli

1987 gelang es der Schule Urdorf schliesslich ihn für eine Doppelstelle als Lehrperson zu gewinnen. Nach zehn Jahren als Mittelstufenlehrer, Haus- und Stufenvorstand nahm Bösch im Jahr 2000 die Schulleiterausbildung in Angriff. Urdorf wurde als zweite Gemeinde im Kanton eine geleitete Schule. Bösch war Schulleiter der ersten Generation und tat dies zu Beginn mit Sepp Tiefenauer in den Schulhäusern Feld. Vor elf Jahren hörte er auf zu unterrichten und übernahm die Gesamtleitung der vier Schulhäuser des Zentrums.

Handarbeitslehrerin Rémy Ulrich stand 34 Jahre im Dienst der Schule Urdorf, drunter auch als Schulleiterin.

Handarbeitslehrerin Rémy Ulrich stand 34 Jahre im Dienst der Schule Urdorf, drunter auch als Schulleiterin.

zvg/René Boegli

Beinahe so lange wie Bösch wirkte Rémy Ulrich an der Schule Urdorf. Sie startete 1986 als Handarbeitslehrerin. 2000 nahm sie zusätzlich eine Tätigkeit als Schriftdidaktikerin am damaligen Lehrerinnen- und Lehrerseminar auf und absolvierte parallel dazu eine Weiterbildung im Bereich Supervision, Organisationsentwicklung und Coaching. Diese ermöglichte es Ulrich, weitere Aufgaben an der Schule zu übernehmen, schreibt Christoph Weber, Schulleiter Zentrum. In einem Dreier-Gespann war Ulrich ab 2002 für die Schulleitung der damaligen Schule Embri zuständig. Ulrich habe so massgeblich an der Ausgestaltung der Teilautonomen Volksschule mitwirken können, schreibt Weber. Als die Schule Zentrum 2009 errichtet wurde, gab sie ihre Leitungsfunktion ab und baute ihre Tätigkeit als Mentorin und Schriftdidaktikerin an der Pädagogischen Hochschule aus, um zahlreiche Studierende auf ihrem Weg ins Berufsleben zu begleiten. Nichtsdestotrotz blieb sie der Handarbeit – oder Technisches und Textiles Gestalten, wie man es heute nennt – bis zu ihrer Pensionierung treu.

Logopädin Miryam Gerosa tritt nach 24 Jahren in den Ruhestand.

Logopädin Miryam Gerosa tritt nach 24 Jahren in den Ruhestand.

zvg/René Boegli

Auf 24 Jahre an der Schule Urdorf blickt Logopädin Miryam Gerosa zurück. Sie widmete sich all die Jahre der sprachlichen Entwicklung von Kindern, förderte und therapierte sie. Dies tat sie mit menschlicher Wärme, gepaart mit spürbarer Heiterkeit und einem breiten und tiefen Fachwissen, hebt Natacha Matthews, Schulleitung Sonderpädagogik, Gerosas Talente hervor. Bevor sie in Urdorf ihre Berufung fand, durchlief sie mehrere Stationen. Gefolgt auf eine Ausbildung zur Kauffrau und danach in sozialer Arbeit, wirkte sie mehrere Jahre als Sozialpädagogin in Sprachschulheimen.

Sekundarlehrerin Manuela Spori verlässt das Urdorfer Schulteam nach 14 Jahren.

Sekundarlehrerin Manuela Spori verlässt das Urdorfer Schulteam nach 14 Jahren.

zvg/René Boegli

Diesen Sommer verlässt auch Sekundarlehrerin Manuela Spori nach 15 Dienstjahren an der Sekundarschule Moosmatt das Schulteam. Christine Schwab, Schulleiterin Moosmatt, lobt Sporis Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. «Es gibt wohl kaum eine Tätigkeit, die Manuela in ihrer Zeit hier nicht ausgeübt hat», schreibt Schwab. Spori leitete Hausaufgabenstunden und Gymivorbereitungskurse, war Fachlehrperson für Sprachen und Bildnerisches Gestalten. Überdies liess sie sich zur Lehrperson für DaZ (Deutsch als Zweitsprache) weiterbilden. Zudem begleitete sie Schülerinnen und Schüler der integrierten Sonderschulung.

Primarlehrerin Heidi Soland unterrichtete zwölf Jahre lang an der Schule Urdorf.

Primarlehrerin Heidi Soland unterrichtete zwölf Jahre lang an der Schule Urdorf.

zvg/René Boegli

Primarlehrerin Heidi Soland verabschiedet sich nach zwölf Jahren ebenso in den Ruhestand. 2009 startete sie als Klassenlehrerin im Schulhaus Bahnhofstrasse. «Musisches, Theater und ein naturnaher Unterricht lagen ihr stets sehr am Herzen und flossen in ihren Unterricht ein», schreibt Christoph Weber, Schulleiter Zentrum, über Soland. Projekte wie das Aufziehen von Enten-, Gänse- und Hühnerküken, aber auch von Fröschen und Marienkäfern zählten zu den Highlights für die Primarlehrerin und ihre Schülerinnen und Schüler. Ihr Unterricht sei geprägt gewesen von liebevoller Strenge, Achtsamkeit und Sorgfalt, so Weber. Überdies amtete Soland auch eine Zeitlang als Präsidentin des Schulkapitels. Ihre Erfahrungen als Schulpflegerin motivierten sie, diese Aufgabe zu übernehmen.

Elisabeth Bona kochte sich in die Herzen der Schülerschaft und Lehrpersonen. Nach zehn Jahren geht sie vorzeitig in den Ruhestand.

Elisabeth Bona kochte sich in die Herzen der Schülerschaft und Lehrpersonen. Nach zehn Jahren geht sie vorzeitig in den Ruhestand.

zvg/René Boegli

Nach zehn Jahren lässt sich Sekundarlehrerin Elisabeth Bona vorzeitig pensionieren. Sie kochte sich als Lehrperson für Wirtschaft, Arbeit und Haushalt in die Herzen der Schülerschaft und des Teams, hält Christine Schwab, Schulleitung Moosmatt, zum Abschied fest. In Erinnerung bleiben Schwab auch Bonas Weihnachtstischdekorationen oder der von ihr zubereitete Zmittag an Weiterbildungstagen. Bona wirkte darüber hinaus als Englischlehrerin, Lernlandschaftscoach und als Mitglied des Gesamtkonvents und bewies Vielseitigkeit und pädagogisches Geschick.

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