Unterengstringen
Hoch über dem Limmattal: Künstler stellen ihre Werke im Garten der Villa Sparrenberg aus

Von Ende Mai bis in den Oktober finden die Sparrenberg-Kunstevents statt. Im Parkgarten der Villa Sparrenberg stellen zehn Künstler jedes zweite Wochenende ihre Werke aus.

Carmen Frei
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Im Garten der Villa Sparrenberg finden ab Ende Mai die Sparrenberg-Kunstevents statt.
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Für den Brunnen im Garten des Anwesens hat Veranstalterin Harriet Simon Sitzkissen gekauft, damit die Besuchenden entspannt verweilen können.
Die Kunstevents finden jedes zweite Wochenende bis in den Oktober hinein statt.

Im Garten der Villa Sparrenberg finden ab Ende Mai die Sparrenberg-Kunstevents statt.

zvg

Der Parkgarten der Villa Sparrenberg wird zur Galerie. Ab dem 29. Mai stellen zehn in der Schweiz lebende Künstlerinnen und Künstler an den Sparrenberg-Kunstevents in Unterengstringen ihre Werke aus.

«Es war uns ein Anliegen, junge professionelle Schweizer Künstler ins Boot zu holen. Nach einem schweren Jahr ohne Ausstellungen war das erfreulicherweise auch nicht schwierig», sagt Veranstalterin Harriet Simon. «Die Kunst muss aber auch einen Bezug zur Natur haben oder sich harmonisch in den Parkgarten einfügen», sagt die Initiatorin. Aussergewöhnlich an den Sparrenberg-Kunstevent sei, dass alle Objekte direkt vor Ort gekauft werden können.

Die Idee nahm Harriet Simon aus Südafrika mit

Auf die Idee für die Kunstevents kam Simon im Ausland. «Wir haben viele Jahre in Kapstadt in Südafrika gelebt, wo Privatleute in ihren schönen Gärten kleine Kunstausstellungen veranstaltet haben», sagt die gebürtige Schwäbin. «Es wurden Kaffee oder Apéritifs serviert und eine Tochter spielte Harfe oder ein Sohn Gitarre», erinnert sich Simon. Sie und ihre Familie wollten später gern auch einmal solche Wochenenden veranstalten, sollten sie einen geeigneten Garten dafür finden.

Simon wohnt in der ehemaligen Trotte auf dem Hofgut Sparrenberg. «Hier haben wir den schönsten Garten gefunden, den wir uns nur wünschen können», sagt sie. «Die Eigentümer des Anwesens sind von der Idee begeistert und stellen uns den Garten kostenfrei zur Verfügung. Dafür hegen und pflegen wir ihn.»

Kunst muss nicht teuer sein

Harriet Simon möchte mit ihren Kunstevents auch eine Marktlücke füllen. Kunst sei gerade in der Schweiz häufig sehr teuer, findet sie. «Es gibt nicht viel Möglichkeiten, gute und bezahlbare Kunst zu kaufen, wenn man auch einmal ein Original eines Künstlers besitzen möchte. Und wer kauft schon gerne Kunst online, ohne das Werk zuvor gesehen zu haben.»

Die Künstler seien dankbar für die Ausstellungsmöglichkeiten bis in den Herbst dieses Jahres hinein. «Da die Ausstellungen im Parkgarten und damit im Freien stattfinden, können auch unter verschärften Corona-Auflagen alle Events sicher bis Oktober veranstaltet werden», sagt Simon. Neben den rund 50 Kunstobjekten werden Kaffee und Kuchen angeboten und eine Weinexpertin lädt zur Verkostung internationaler Weine ein.

Die Kunst-Events finden ab Ende Mai an jedem zweiten Wochenende statt und kosten 15 Franken Eintritt. Für 17.50 Franken pro Person können Zweiertische reserviert werden. Gerade für Personen, die nicht aus der Region kommen, eigne sich dies, meint Simon.

Von Strausseneiern bis zur Buchkunst ist alles dabei

Die Künstlerinnen und Künstler stellen Verschiedenes aus: Von Skulpturen, Malerei, Fotografie bis hin zu Kunstwerken aus Holz ist alles dabei. Die meisten Objekte kosten zwischen 100 und 1000 Franken. «Immer wenn ein Kunstwerk verkauft wird, liefern uns die Künstler wieder andere nach. Die Ausstellung im August wird also ganz anders aussehen als jetzt im Mai», erklärt Simon.

Eine Sonderausstellung im Juli zeigt das Lebenswerk der 83-jährigen Künstlerin Carina Charlton. «Das war eine Herzenssache», sagt die Veranstalterin. Charlton fräst Kunstwerke aus Strausseneiern, die sie weltweit verkaufte. Die letzten 40 Werke der Künstlerin, die inzwischen nicht mehr tätig ist, können im Rahmen der Ausstellung besichtigt und gekauft werden.

Eine Villa mit Geschichte

Die Villa Sparrenberg hat eine reiche Geschichte. Das Landstück war schon im 14. Jahrhundert aktenkundig. Das jetzige Anwesen liessen Hans Heinrich und Anna Landolt von 1758 bis 1760 bauen. Der Landsitz blieb bis 1970 im Besitz der Familie Landolt, danach wurde er von der Gemeinde Unterengstringen gekauft. 1985 wurde er an Christina Gräfin von Podewils verkauft. Als sie 2011 verstarb, erbten ihre Kinder das Landgut. Von 2016 bis 2019 war die Villa Sparrenberg ein Altersheim. Nun steht sie leer und der Parkgarten ist daher ungenutzt.

Harriet Simon möchte nun mit den Sparrenberg-Kunstevents wieder Leben in die Parkanlage bringen. Sie freue sich auf viele Besucher. «Je nachdem wie gut es läuft, planen wir ab Oktober weiterzumachen. Und sonst sind wir nächsten Sommer wieder da», sagt sie.

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