Dietikon

Sichlete und Chilbi verwandeln die Stadt in eine Festhütte

Dietikon war dieses Wochenende in Festlaune. Während auf dem Zentralschulhausplatz die traditionelle Sichlete über die Bühne ging, konnte man auf dem Zelgliplatz auf den Chilbibahnen hoch hinaus.

Eine Stadt in Festlaune – in Dietikon mangelte es dieses Wochenende nicht an Vergnügungsmöglichkeiten. Während auf dem Zentralschulhausplatz die traditionelle Sichlete über die Bühne ging, sorgten auf dem Zelgliplatz die Chilbibahnen für Nervenkitzel. 30 Marktstände und zehn Schausteller waren dort anzutreffen. «Wir organisieren die Chilbi nun im fünften Jahr», sagte Myriam Bourquin. Ihr Schwiegervater Willy Bourquin wolle den Anlass wieder aufbauen. Das Geschäft sei in den letzten 20 Jahren allerdings schwieriger geworden, da das Angebot an Unterhaltung enorm gewachsen sei. Dennoch genoss sie es, die Autoscooter-Bahn zu betreuen. «Beim Autoscooter treffen sich die jungen Leute, es ist schön, ein Teil davon zu sein», meinte Bourquin.

Wer es noch aufregender mag und schwindelfrei ist, konnte sich bei der Spider-Bahn und Freestyle-Bahn in die Höhe jagen lassen. Derweil schwang der siebenjährige Kristian Maras den Hammer auf eine Waage, um seine Schlagkraft zu messen. «Es macht mir Spass, ich fühle mich dabei so stark», sagte Kristian. Genau diese Mischung aus Freude, Aufregung und Herbst macht die Chilbi aus. «Ich kaufe Magenbrot nur an der Chilbi. Hier schmeckt die Atmosphäre mit», verriet die 55-jährige Yvonne Jantscher aus Dietikon.

Technik für die Tradition

Gemütlicher ging es an der Sichlete zu und her. Dort traf man aber auch den ein oder anderen Chilbibesucher. «Die zwei Micky-Mäuse hat meine Freundin an der Chilbi gewonnen», sagte Thomas Vogel, der in der gemütlichen Sichlete-Beiz sass und sich einen Kaffee Luz gönnte. Neben ihm sass Katarina Regez, die der Liebe wegen aus Indonesien ins Limmattal zog. «Mein Mann Markus erklärte mir, dass die Sichlete für die Sichel und damit für die Ernte und das Erntedankfest steht. Ich bin beeindruckt, wie hier Tradition gelebt wird», lobte sie.

Auch voller Lob war Toni Scheiwiller. «Dieses Jahr wird die Sichlete mit umweltfreundlicher Technik geheizt, mit sogenannten Holz-Pellets statt mit Ölheizung», bemerkte er. Die Tradition modern weiterleben zu lassen, ist ein Ziel des vor zwei Jahren gegründeten Vereins Sichlete Dietikon, der die Organisation des Anlasses von der Trachtengruppe übernahm. Er zählt bereits 220 Mitglieder. «Mit den Bestell-Smartphones wird der Service vereinfacht, schneller und effizienter», erklärte OK-Präsident Florian Hunsperger. Trotz technischen Updates bleibt eines aber immer gleich: «Die Gemütlichkeit und Geselligkeit bleiben wie eh und je urchig schön», sagte Besucherin Doris Brunner. Zusammen mit Freunden genoss sie Berner Platte und Raclette. Da durfte der Auftritt der Trychlergruppe Dietikon nicht fehlen.

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