Schlieren
Senioren überfallen eine Bankfiliale und kommen ungeschoren davon

Am Mittwochnachmittag im Stürmeierhus zeigte die Seniorenbühne Zürich, wie man erfolgreich eine Bank überfällt. Gute Planung, überzeugende Plastikpistolen und keine Spuren hinterlassen - so einfach ist das Rezept.

Ladina Trachsel
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Agi, Belinda und Dieter planen den Überfall sehr sorgfältig zu Hause.
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Belinda und Dieter sind mitten in der Planung.
Senioren zeigen, wie man ein Bank überfällt
Belinda und Agi versuchen den nervigen Xaver abzuwimmeln, während Dieter über den Banküberfall nachdenkt.
Dieter, Belinda und Agi stossen nach dem erfolgreichen Überfall mit einem Schnäppschen an.
Der Polizist Zeno erwischt Dieter, Belinda und Agi nach dem Raub
Am Ende erhalten alle Schauspieler und Helfer einen Honig.

Agi, Belinda und Dieter planen den Überfall sehr sorgfältig zu Hause.

Ladina Trachsel

Ein Mann mit blonder Perücke und Stöckelschuhen, sowie zwei Frauen in Motorradklamotten und mit Pistolen bewaffnet stürmen in eine Bank. Sie fordern einen Müllsack voller Geld und verlassen genau drei Minuten später, ohne jemanden verletzt zu haben, glücklich und zufrieden die Bank. «Ein solcher Banküberfall ist der reinste Stress. So schnell mach ich das nicht wieder», stöhnt Agi. Ihre beiden Kumpanen nicken zustimmend. Erschöpft schleppen sie das Geld nach Hause.

Dieses Szenario ereignete sich am Mittwochnachmittag nicht etwa in einer realen Bank, sondern vielmehr im Stürmeierhus in Schlieren. Dann nämlich war die Seniorenbühne Zürich zu Besuch und inszenierte die Komödie «Banküberfall». Dieses Stück wurde vom Zürcher Autor und Regisseur Paul Steinmann extra für die Seniorenbühne verfasst. Die Rollen seien sogar auf die einzelnen Schauspieler abgestimmt, so Joggi Hauenstein, der Leiter der Theatergruppe.

Unter der Regie von Rupert Dubsky, dem langjährigen Regisseur der Seniorenbühne, wurde das Stück Anfang Oktober des letzten Jahres uraufgeführt. Die Komödie sei seither ein «Riesen-Hit», sagt Hauenstein. Sie hätten es bereits etwa 50 Mal aufgeführt und enttäuscht seien die Zuschauer nie nachhause gegangen.

Die Komödie handelt von dem frisch pensionierten Ehepaar Agi und Dieter Troxler. Die beiden wollen sich bei der Bank rächen, da diese ihr ganzes Vermögen verspekuliert hat. Um ihren wohlverdienten Lebensabend doch noch wie geplant in einem Eigenheim in der Toskana verbringen zu können, planen sie mit Freunden und Verwandten einen ausgeklügelten Banküberfall.

Verkleidet und nach wochenlanger Probe, ist es endlich so weit. Zu Dritt führen sie ihren Plan aus und was keiner erwartet hätte: Der Überfall gelingt und das ersparte Geld befindet sich danach wieder in der heimischen Wohnung. Bereits mit einem Schnäppschen anstossend und den Müllsack voller Geld vor sich, platzt unerwartet der Dorfpolizist hinein. Dieter hat seine mit Namen versehene Tablettenpackung am Tatort verloren und sich so selber verraten.

Ein Happy-End - wie es sich für eine Komödie gehört - gibt es dennoch: Der Polizist verspricht, nichts zu verraten unter der Bedingung, dass er mit in die Toskana darf, denn er werde in zwei Tagen selber pensioniert.

«Es ist ein Theater von Senioren für Senioren; das und die Mimik der Schauspieler hat mir besonders gut gefallen», sagt Zuschauer Jean Boesch. Auch der Schlieremer Nino Kuhn ist sehr zufrieden mit dem Programm des Seniorennachmittags: «Ich fand es von den Schauspielern sehr gut gesprochen und man konnte jedes einzelne Wort deutlich verstehen.» Schmunzelnd fügt er hinzu: «Das ist bei uns Senioren nicht immer selbsverständlich.»

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