Dietikon

Schule erhält 1625 Computer: Parlament bewilligt zwar Kredit – aber äussert auch viel Kritik

Ab Herbst 2020 können Dietiker Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit Convertible Computern arbeiten.

Ab Herbst 2020 können Dietiker Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit Convertible Computern arbeiten.

Der Gemeinderat bewilligte 0,625 Millionen Franken. Für Kritik sorgte, dass die Schule wieder auf den gleichen IT-Anbieter setzt.

Die IT-Infrastruktur in den Dietiker Schulen wird spätestens ab Herbst 2020 ausgebaut. Schülerinnen und Schüler sowie ihre Lehrpersonen erhalten 1652 neue Convertible Computer, die eine abnehmbare oder umklappbare Tastatur aufweisen und mit Windows-Betriebssystem laufen. Künftig werden für jede Klasse sechs Geräte bereitstehen. Der Gemeinderat bewilligte an seiner gestrigen Sitzung dafür einen Kredit von 0,625 Millionen Franken. Die Erweiterung der IT-Infrastruktur beinhaltet zudem die Aufrüstung der Schulanlagen mit Glasfaserleitungen, um für die mit den neuen Geräten generierten Datenmengen gewappnet zu sein. Überdies sollen sich die W-LAN-Zugänge nicht nur auf die Schulzimmer beschränken, sondern neu in allen Schulanlagen flächendeckend zur Verfügung stehen.
Mit dem Ja zur Anschaffung der Computer stimmten alle 32 anwesenden Parlamentarier auch den wiederkehrenden Kosten von 141000 Franken zu. Keinen Einfluss hatten sie auf den gebundenen Kostenanteil des Projekts in Höhe von 2,315 Millionen Franken. Diesen Betrag hatte der Stadtrat in eigener Kompetenz bereits als gebundene Ausgabe bewilligt.

«Das Ziel ist okay, der Weg aber nicht»

Das sorgte für Kritik von der Rechnungsprüfungskommission (RPK). «Der Ersatz und die Erweiterung der IT-Infrastruktur ist nötig und zu unterstützen. Das Ziel ist okay, aber der Weg nicht. Die gebundenen Ausgaben von 2,3 Millionen Franken führten bei uns zu Fragezeichen», sagte Charlotte Keller (SVP) von der RPK. Auch die SP/AL-Fraktion hielt den Betrag für diskussionswürdig. «Die Exekutive liebt gebundene Ausgaben, dann hat niemand mehr etwas zu sagen», sagte Ernst Joss (AL).

Die Mehrheit der Fraktionen störte sich zudem an der Tatsache, dass die Schule mit den gleichen Anbietern zusammenarbeiten will. Nach Ablauf des befristeten Vertrags setzt man weiterhin auf die Organisation und Information der Stadt Zürich (OIZ) und deren Kits-für-Kids-Geräte. «Wir sehen die Notwendigkeit der Anschaffung. Wir wünschen uns aber, dass man künftig seriöser vorgeht, den Vertrag mit OIZ kündet und das Projekt ausschreibt», sagte Michael Segrada im Namen der FDP-Fraktion. Er bemängelte überdies, dass die Schule im Jahr 2020 nur eine isolierte Lösung und keine Cloud-Anbindung zustande bringe. Ähnlich sah es die EVP-Fraktion. Bei der Prüfung des IT-Projekts sei nicht über den Tellerrand geschaut worden, sagte Manuela Ehmann. «Die Behörde hat es verpasst, nach modernen Lösungen zu suchen.»

Der RPK fehlte eine Auswahl. «Wo sind alternative Lösungen? Wir vermissen beispielsweise einen Kriterienkatalog und eine Studie, die den Bedarf bei den Lehrern abklärt», sagte Charlotte Keller. Zähneknirschend stimme man dem Antrag zu. «Wir fordern aber, dass die Schule in zwei Jahren einen Evaluationsprozess auslöst und es keine automatische Verlängerung des Vertrags gibt.» Beat Hess von der Grünen-Fraktion betonte, dass er als betroffene Lehrperson gerne mit den Geräten der OIZ arbeite. «Die Tatsache, dass nicht jeder Schüler über einen eigenen Computer verfügt, wird jedoch für Unmut sorgen», prophezeite er. Das Projekt sei nicht ausgegoren. Trotz Einwänden stellte sich der Gemeinderat hinter den Antrag des Stadtrats. Manuela Ehmann formulierte es so:
«Wir wollen der Schule keine Steine in den Weg legen.»

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