Schlieren
Sandbühl-Landkauf: Zwei Parteien lehnen das Geschäft ab

Am 29. November zeigt sich an der Urne, ob das Spital Limmattal der Stadt Schlieren das 7000 Quadratmeter grosse Grundstück, auf dem heute das Alterszentrum Sandbühl steht, für rund 15,4 Millionen Franken abkaufen darf.

Alex Rudolf
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Der Spitalverband Limmattal will das Land, auf dem heute das Alterszentrum Sandbühl steht, kaufen.

Der Spitalverband Limmattal will das Land, auf dem heute das Alterszentrum Sandbühl steht, kaufen.

Alex Rudolf

Rund 15,4 Millionen Franken möchte der Spitalverband Limmattal für eine Landparzelle von rund 7000 Quadratmetern ausgeben. Die Verkäuferin, die Stadt Schlieren, rang sich in einer Abstimmung vor einem Jahr dazu durch, das Stück Land, auf dem heute das Alterszen­trum Sandbühl steht, zu veräussern. Nun müssen die Gemeinden des Spitalverbandes den Kauf bestätigen. Der Urnen-gang in Aesch, Birmensdorf, Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf, Weiningen sowie Dänikon findet am 29. November statt.

«Wir haben das Geschäft im Vorstand diskutiert und empfehlen ein Ja», sagt Gérald Künzle. Der Präsident der FDP des Bezirks Dietikon hält die Vorlage für wenig kontrovers. So sieht es auch die SVP. «Wir veröffentlichen in der Regel nur bei umstrittenen Vorlagen wie etwa der Limmattalbahn eine Abstimmungsempfehlung. Diesen Landkauf halten wir aber für ­unbestritten und überlassen die Parolenfassung den Sektionen», sagt Andreas Leupi, Co-Präsident der Bezirkspartei. Auch die Grünliberalen stehen dem Verkauf wohlgesinnt gegenüber, fassen aber keine Parole, wie Bezirkspräsidentin Sonja Gehrig auf Anfrage sagt.

Sogar SP und AL sind für den Landkauf

Vor einem Jahr sprachen sich die Schlieremer Stimmberechtigten deutlich für den Landverkauf aus. Dies, obwohl von der SP, den Grünen, der CVP und vom Quartierverein grosser Widerstand erwuchs. Besonders hinsichtlich des steigenden Wertes von Landreserven sei ein Verkauf abzulehnen, hiess es damals. Bei der SP Limmattal sieht man dies heute anders. Deren Co-Präsident Samuel Wenk sagt auf Anfrage, dass man sich im Vorstand «praktisch einstimmig» für den Kauf ausgesprochen habe. Auch die regionale AL fasste die Ja-Parole. «Wir sehen den Kauf aus Sicht des Spitals als den richtigen Entscheid für seine zukünftige Entwicklung an», sagt Präsident Ernst Joss auf Anfrage. Man sei sich der Gegenwehr in Schlieren bewusst und grundsätzlich auch gegen den Verkauf von Gemeindeland. «Hier verkauft man aber an einen Zweckverband, der wichtige Aufgaben für die Region wahrnimmt», so Joss.

Ottilie Dal Canton, Präsidentin der Limmattaler CVP, sagt, dass die Partei ihre Parole noch diese Woche fassen werde.

Als bisher einzige Bezirkspartei stellen sich die Grünen gegen den Kauf. «Wir wollen nicht, dass das Land zu einem möglichen Spekulationsgut eines Spitals wird, dessen Privatisierung vor einigen Jahren schon intensiv diskutiert wurde», sagt Co- Präsident Dominik Ritzmann auf Anfrage. Ebenfalls gegen den Kauf ist der Schlieremer Quartierverein (QV): «Besonders in der jetzigen Krise sollte der Spitalverband das Geld nutzen, um die enorm geforder- ten Angestellten motivierend zu entlöhnen», sagt QV-Gemeinderat Thomas Widmer. Weiter moniert er, dass das Land der Stadt Schlieren mehr nützen würde, da der Spitalverband noch keine konkreten Pläne zur Verwendung der Parzelle habe.

Das Spital verweist in der Weisung darauf, dass das Sandbühl-Land Raum für zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten biete. Kommt der Kauf zu Stande, würde die Übertragung 2025 stattfinden. Dann, wenn Schlieren den Alterszentrum-Neubau im Stadtpark beziehen kann.