Uitikon
Rege Bautätigkeit hat das Wasser verunreinigt

Die Gemeinde muss das Hangwasser aus den Sickerleitungen aufbereiten.

Thomas Mathis
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Thomas Mathis

Im kleinen, künstlich angelegten Weiher unter dem neuen Uitiker Kunstrasenplatz im Sürenloh ist das Wasser trüb. Auf der Oberfläche schwimmt ein weisser Film. Dort, wo das Wasser aus der Leitung rinnt, lagert sich eine weisse Masse ab. Es macht den Eindruck, als ob da Wasser zum Vorschein kommt, das die Gesundheit gefährdet.

«Das ist ganz und gar nicht der Fall», sagt SVP-Gemeinderat Markus Stäheli anlässlich eines Ortstermins. Es handle sich bei den Ablagerungen lediglich um Kalk. Dennoch stellt das verunreinigte Wasser die Gemeinde vor ein Problem, denn durch den Kalk wird das Wasser basisch. «Der pH-Wert des Wassers liegt bei 10 bis 11,5», sagt Stäheli.

Das ist vergleichbar mit starkem Seifenwasser. Für die Einleitung in den Chräbsbach, der nur wenig Wasser führt, ist dies zu hoch. Gemäss Vorgaben des Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft (AWEL) darf das Wasser höchstens einen pH-Wert von 9 aufweisen. Höhere Werte gefährden Fische, Kleinlebewesen und Pflanzen.

Hangwasser wird neutralisiert

Entdeckt wurde die Verunreinigung im Rahmen der Bauarbeiten am Kunstrasenplatz. «Grund für das schmutzige Wasser ist die rege Bautätigkeit im Gebiet», sagt Stäheli. Das Grundwasser am Hang des Üetlibergs wäscht wegen des sogenannten Hangdrucks den frischen Beton aus, der beim Bau des Kunstrasenplatzes und auf der grossen Baustelle im Entwicklungsgebiet Leuen-Waldegg eingesetzt wurde. So reichert sich das Wasser mit Kalk an. Dieses Phänomen ist überall dort zu beobachten, wo Beton und Grundwasser aufeinandertreffen. Auf vielen grossen Baustellen sind deshalb Neutralisationsanlagen installiert.

Die Besonderheit im Gebiet Sürenloh ist, dass das Grundwasser über Sickerleitungen gesammelt und in den Chräbsbach eingeleitet wird. Mit den zahlreichen Leitungen, die in der Kriegs- und Nachkriegszeit verlegt wurden, wollte man den Hangdruck reduzieren. «Würde das Wasser nicht gefasst, wäre das Problem nicht da, weil der Boden das Wasser bis zum Austritt in den Chräbsbach filtern würde», sagt Stäheli. Nun müsse das Wasser vor der Einleitung in den Bach aber neutralisiert werden.

Dazu hat die Gemeinde im Sürenloh eine Neutralisationsanlage installiert. Die Sickerleitungen wurden – nach einem Augenschein mit dem AWEL – nun im kleinen Weiher zusammengeführt. Bei schönem Wetter tröpfelt es aus dem Rohr, bei Regen kommen grosse Mengen, unter anderem auch weil der Kunstrasenplatz in den Weiher entwässert wird. Ein Teil des Kalks setzt sich im Weiher selbst ab. Ein weiterer Teil wird unter Zufuhr von Kohlenstoffdioxid in einem geschlossenen grünen Tank neutralisiert.

Anlage bleibt ein Jahr in Betrieb

Normalerweise werden Neutralisationsanlagen nur vorübergehend benötigt. «Im Sürenloh rechnen die Experten damit, dass das Wasser erst in etwa einem Jahr nicht mehr behandelt werden muss», sagt David Bodo, Leiter der kommunalen Tiefbauabteilung. Grund dafür sei das viele Hangwasser, das den Beton ständig ausschwemmt. Betrieben wird die gemietete Anlage von Envirochemie AG. Der Betrieb koste jährlich rund 25’000 Franken.

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