Oetwil/Geroldswil
Kindergarten Oberdorf wird doch benötigt: Die Schulpflege ärgert sich über das Bauprojekt des Oetwiler Gemeinderats

Die Schulpflege der Primarschule Oetwil-Geroldswil kritisiert, dass der Oetwiler Gemeinderat mit der Planung der Überbauung auf dem Areal des heutigen Kindergartens nicht zuwartet. In Oetwil fühlt man sich zu unrecht angegriffen.

Sibylle Egloff
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Zankapfel Kindergarten Oberdorf: Auf dem Areal plant die Gemeinde Oetwil einen Neubau – zum Ärger der Primarschule Oetwil-Geroldswil.

Zankapfel Kindergarten Oberdorf: Auf dem Areal plant die Gemeinde Oetwil einen Neubau – zum Ärger der Primarschule Oetwil-Geroldswil.

Severin Bigler

Die Gemeinde Oetwil will im Oberdorf bauen. Vorgesehen ist die Sanierung der Nötzlischeune und die Errichtung eines Neubaus auf dem Areal des Kindergartens Oberdorf für rund 7,27 Millionen Franken. Im August 2023 sollen die Bauarbeiten starten. Insgesamt sollen dort bis 2025 zehn neue Wohnungen entstehen. Am 26. September wird das Stimmvolk an der Urne über den Baukredit befinden. Das gab der Gemeinderat an der Gemeindeversammlung am 1. Juni bekannt. Wenig erfreut über das Bauvorhaben zeigt sich die Schulpflege der Primarschule Oetwil-Geroldswil (PSOG). Sie führt dort den Kindergarten Oberdorf und hat vor, ihn auch in den kommenden Jahren als Standort zu nutzen.

«Wenn nun der Oetwiler Gemeinderat in der ‹Limmattaler Zeitung› schreiben lässt, die PSOG benötige den Kindergarten nicht mehr, damit die Gemeinde im August 2023 auf dem Kindergartenareal eine Wohnüberbauung realisieren kann, trifft dies nicht zu», sagte Schulpräsidentin Daniela Kugler (FDP) an der Schulgemeindeversammlung am Dienstagabend. Sie verwies dabei auf die Aussage des Oetwiler Bauvorstands Roland Hagenbucher (SVP). Dieser erwähnte bei der Präsentation des Projekts, dass die PSOG den Standort künftig nicht mehr brauche, da sie einen Kindergarten beim Schulhaus Letten plane. Kugler wehrt sich gegen diese Behauptung:

«Diese Aussage hat die PSOG nie gemacht. Im Gegenteil hat die Schulpflege dem Oetwiler Bauvorstand mitgeteilt, dass eine Machbarkeitsstudie abgewartet werden soll und die Primarschule den Kindergarten Oberdorf weiterhin benötigt.»

Im Rahmen der Schulraumplanung für die kommenden zehn Jahre beschäftige sich die Schulpflege derzeit damit, Schulraum für die steigenden Schülerzahlen zu finden. Vor allem in Oetwil würden die Schülerzahlen überdurchschnittlich ansteigen, so Kugler. «Um eine gute Lösung für den Kindergarten zu finden, ist zurzeit gerade eine Machbarkeitsstudie im Gang», erklärte die Schulpräsidentin. Die nötigen baulichen Schulraumerweiterungen nähmen noch mindestens vier Jahre in Anspruch. Frühestens im August 2025 könnten die Kindergartenkinder in einem neuen Doppelkindergarten beim Schulhaus Letten beschult werden.

Kindergartenkinder müssten in Containern unterkommen

Kugler machte auf die Konsequenzen des Bauvorhabens im Oberdorf für die Primarschule aufmerksam. «Kann die PSOG vor der Realisierung von neuem Schulraum nicht über den Kindergarten in Oetwil verfügen, ist die Schulpflege gezwungen, irgendwo auf dem Gemeindegebiet, auch ausserhalb von Oetwil, Container für die Oetwiler Kindergartenkinder aufzustellen.» Eine andere Option sei es, die Kinder in andere Schulhäuser in Geroldswil oder in der Fahrweid zuzuteilen. Kugler konkretisierte am Ende ihrer Rede ihre Kritik und sagte: «Die Schulpflege hätte erwartet, dass der Oetwiler Gemeinderat zuerst das Gespräch mit ihr gesucht hätte, bevor er den Oetwiler Stimmbürgern einen Baukredit beantragt.»

Die unter den Stimmberechtigten anwesende Oetwiler Gemeindepräsidentin Rahel von Planta (FDP) zeigte sich erstaunt über diese Kritik. «Das ist nicht richtig. Wir haben von Anfang an Lösungen mit der Schulpflege gesucht und euch eingebunden», entgegnete sie Kugler. Der Oetwiler Gemeinderat habe der PSOG sogar die Nötzlischeune als Standort für den Kindergarten angeboten. «Wir haben euch gesagt, dass wenn ihr diesen nicht wollt, wir anders weiter schauen.» Das habe man nun gemacht, sagte die Gemeindepräsidentin. Sie betonte:

«Es ist nicht fair, dass ihr uns nun so in den Rücken fällt.»

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