Oberengstringen
AL Oberengstringen trauert um Maya Aeschbacher – sie wurde als erstes Parteimitglied überhaupt in eine Gemeindebehörde gewählt

Die ehemalige SP- und spätere AL-Politikerin ist verstorben. Sie wird auch der Oberengstringer Sozialbehörde fehlen.

David Egger
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Maya Aeschbacher (1954-2021) von der AL war seit 2018 Mitglied der Oberengstringer Sozialbehörde.

Maya Aeschbacher (1954-2021) von der AL war seit 2018 Mitglied der Oberengstringer Sozialbehörde.

Bilder: san, zvg; Fotomontage: deg.
«Am 24. Dezember ist die AL-Politikerin Maya Aeschbacher überraschend nach längerem Spitalaufenthalt verstorben»,

teilt Stefan Bolz, Präsident der AL Oberengstringen mit. Aeschbacher, Jahrgang 1954, war seit 2018 Mitglied der Oberengstringer Sozialbehörde. Sie war damals das erste AL-Mitglied überhaupt, das in eine Oberengstringer Behörde gewählt wurde. Sie plante, bei den Wahlen 2022 wieder zu kandidieren. Es wäre die Fortsetzung ihres langen politischen Einsatzes gewesen.

Früher hat sie sich in der SP engagiert

«Vor ihrem Eintritt in die AL 2014 war sie lange in der SP aktiv, als Mitbegründerin und Präsidentin der Sektion Herrliberg, als Schulpflegerin im Bezirk Meilen und als Parteisekretärin der SP Kanton Zürich», blickt Bolz in seiner Pressemitteilung zurück.

Seine nun verstorbene Parteikollegin hinterlässt grosse Fussstapfen: «Trotz ihrer körperlichen Gebrechen war sie bis zuletzt politisch sehr aktiv, letztes Jahr zum Beispiel für die Konzernverantwortungsinitiative. Sie engagierte sich konsequent für die Menschen, die in unserer Gesellschaft nicht auf der Sonnenseite stehen. Sie war immer eine Politikerin mit Wort und Tat. Sie war eine Kämpfernatur, darum war ihr die Tat fast noch wichtiger als die Diskussion. Sie hatte für alle ein grosses Herz und ein offenes Ohr.» Letzteres habe sich – bis zum pandemiebedingten Unterbruch – auch in ihrer massgeblichen Tätigkeit im Oberengstringer ‹Haus für Alle› gezeigt. Dieses wurde 2017 eröffnet.

Als gelernte Buchhändlerin habe sich Maya Aeschbacher sehr für Literatur und Geschichte interessiert, insbesondere die russische.

«Leider war es ihr nicht mehr vergönnt, ihren Traum zu verwirklichen, einmal die Stätten der russischen Revolution in St. Petersburg selber vor Ort zu sehen»,

schreibt Bolz weiter. «Mit Maya Aeschbacher verstummt eine ruhige, aber immer bestimmte und kämpferische Stimme aus Oberengstringen und dem Limmattal. In unseren Herzen aber wird sie weiterleben, denn ihre Art hat uns stets beeindruckt und motiviert, es ihr gleichzutun.»

Für die Oberengstringer Sozialbehörde, die jeweils aus dem für das Ressort Soziales zuständigen Gemeinderat – zurzeit ist das Kurt Leuch (Forum) – und vier weiteren stimmberechtigten Mitgliedern besteht, sind nach dem Tod von Maya Aeschbacher nur noch drei Kandidaturen bekannt: Evelyne Seiler (FDP), Kornelia Vögeli (Forum) und Martin Largier (parteilos).

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