Schlieren

Nächste Ziel vor Augen: Alexandra Walz will nach Bronze auch im Europacup glänzen

Die Schlieremer Skifahrerin gewann an den Schweizer Meisterschaften im Super-G in Davos die Bronzemedaille. Im Europacup will sie schon Anfang Dezember an diesen Erfolg anknüpfen.

Das lange Warten auf die im Frühling verschobenen Schweizer Meisterschaften hat sich für Skitalent Alexandra Walz besonders gelohnt: Am Donnerstag hat die Schlieremerin in Davos dank einer starken Leistung im Super-G die Bronzemedaille gewonnen. Nur Luana Flütsch und Katja Grossmann waren noch schneller unterwegs. Walz sicherte sich den Podestplatz mit elf Hundertstelsekunden Vorsprung auf die viertplatzierte Delia Durrer.

«Es ist ein super Gefühl», sagt die 21-Jährige, die für den Schweizerischen Akademischen Skiclub Bern und den Schneesportclub Schlieren fährt. Sie freue sich, dass sie Schlieren und damit auch das Zürcher Flachland im Skisport erfolgreich vertreten konnte. Weil ­viele starke Konkurrentinnen am Wettbewerb teilnahmen, habe sie nicht mit einem Podestplatz gerechnet. Auch bei der Zieleinfahrt sei sie noch unsicher gewesen. «Das Tempo fühlte sich schon schnell an. Aber ich dachte nicht, dass es für die Top 3 reicht.»

Einen Tag früher bestritt Walz die Kombination. Im ersten Lauf fuhr sie auf der Super-G-Strecke auf den 17. Platz. «Ich verlor nur etwa zwei Sekunden, das war schon ein super Ergebnis», freut sie sich. Nach dem anschliessenden Slalom schloss sie die Kombination sogar auf Rang 14 ab. Am Abend hätten sie dann eine Videoanalyse des Rennens gemacht und sich noch einmal mit der Strecke von Donnerstag auseinandergesetzt. «Und ich habe einen Schokoladenkuchen gegessen», sagt Walz und lacht. Auch im Riesenslalom war sie in Davos am Start gestanden, schied aber im ersten Lauf unterwegs auf der Strecke aus.

Nach ersten Erfahrungen will sie jetzt punkten

Schon im Februar 2020 konnte Walz sich über eine respektable Leistung im Europacup freuen. Wurde sie bei ihrem ersten Auftritt in der Wettbewerbsserie im Dezember 2019 mit einigem Abstand letzte, hielt sie im zweiten Anlauf gut mit und liess einige Konkurrentinnen hinter sich. Diese Saison will sie Vollgas geben. «Letztes Jahr konnte ich Fuss fassen. Nun geht es vor allem darum, im Europacup in die Punkte zu fahren, also unter die ersten 30 zu kommen.»

Ein weiteres Ziel wäre im Frühling die Winter-Universiade, eine Art Olympische Spiele für Studenten, gewesen. Der grösste Winter-Multisport-­Event nach den Olympischen Winterspielen wurde aber auf Dezember 2021 verschoben. «Da ich studiere, wäre eine Teilnahme sehr gut, um zu zeigen, dass man Sport und Studium verbinden kann. Und es wäre nächstes Jahr sogar in der Schweiz», sagt Walz. Eine Teilnahme zu Hause sei immer noch ein wenig spezieller.

Studium und Skisport funktionieren gut nebeneinander

Ihr Sportwissenschaftsstudium an der Universität Bern habe sie wegen der Coronapandemie fast besser mit dem Skisport vereinbaren können als sonst. «Es ist nun alles online, fast wie ein Fernstudium. Nach dem Skifahren kann ich immer noch für die Uni arbeiten und habe weniger Präsenzunterricht.» Das Ergebnis werde sie aber erst im Januar sehen, dann habe sie wieder Prüfungen.

Als Nächstes stehen nun die Europacup-Rennen am 5. und 6. Dezember in St. Moritz an. «Wenn alles klappt, wäre dies das nächste grosse Rennen», sagt Walz. Längerfristig ist ihr Ziel ein Start im Weltcup. «Das ist ein grosser Traum. Man investiert sehr viel Zeit in das Hobby, trainiert sehr viel. Und der Weltcup ist das Höchste, das man erreichen kann.»

Meistgesehen

Artboard 1