Dietikon
Kampfwahl ums Stadtpräsidium: Bernhard Schmidt fordert Roger Bachmann heraus

Bernhard Schmidt will eine echte Alternative zu den etablierten Parteien sein. «Es ist wichtig, dass wir umdenken und das Steuer herumreissen», sagt der parteiloser Schulpfleger. Insgesamt bewerben sich zwölf Kandidierende für die sieben Dietiker Stadtratssitze.

Florian Schmitz
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Der Mensch an sich gehe beim auf Wachstum ausgerichteten System heute völlig unter, findet Bernhard Schmidt.

Der Mensch an sich gehe beim auf Wachstum ausgerichteten System heute völlig unter, findet Bernhard Schmidt.

Severin Bigler

Von den etablierten Parteien, die bei der anstehenden Wahl um die sieben Dietiker Stadtratssitze buhlen, will niemand Roger Bachmann (SVP) das Stadtpräsidium streitig machen. Dennoch kommt es am 13. Februar zur Kampfwahl: Der parteilose Bernhard Schmidt bewirbt sich für einen Sitz im Stadtrat und strebt auch das Präsidium an. «Als ich gesehen habe, wer sich alles zur Wahl aufgestellt hat, dachte ich, dass eine richtige Alternative nötig ist», sagt Schmidt auf Anfrage.

Von links bis rechts würden die etablierten Parteien nur verschiedene Nuancen des gleichen, auf Wachstum ausgerichteten Systems abdecken. «Es ist wichtig, dass wir umdenken und das Steuer herumreissen. Wir konsumieren teilweise nur noch, um Arbeitsplätze und das System aufrecht zu erhalten», betont er. Dabei gehe der Mensch an sich völlig unter. Die grundsätzliche Frage, was wir eigentlich für ein gutes Leben alles brauchen, müsse wieder im Fokus stehen. Er kandidiere als Stadtpräsident, um sich auch auf Führungsebene möglichst stark einbringen zu können und einen Systemwechsel anzustreben. «Wir müssen mit unseren Ressourcen und mit uns Menschen viel schonender umgehen.»

2018 fehlten ihm nur 23 Stimmen für den Stadtrat

Schmidt, der als Schulleiter in Aesch arbeitet und seit 2016 in der Dietiker Schulpflege sitzt, trat bereits 2018 als Wachstumskritiker und Limmattalbahngegner zur Wahl an. Er verpasste den Sprung in den Stadtrat nur um 23 Stimmen. Damals habe er von vielen Dietikerinnen und Dietikern gehört, dass ihnen das enorme Wachstum nicht geheuer ist.

Der aktuelle Kurs werde von der Politik immer als alternativlos bezeichnet. «Wir können doch deswegen nicht einfach weitermachen wie bisher», sagt er. Er begrüsse es, dass die Klimajugend der Politik die Dringlichkeit für Veränderungen klar aufzeige.

«Diese Verantwortung müssen wir endlich wahrnehmen und den Auftrag in Angriff nehmen.»

Neben der Bildung ist ihm ein Fokus auf das lokale Gewerbe und die regionale Wirtschaft wichtig. Und er will die Bevölkerung stärker miteinbeziehen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern. Dass sich die Stadt diese Ziele bereits jetzt auf die Fahne schreibt, lässt er nicht gelten. Das finde auch alles im gleichen Wachstumsrahmen statt. Die Bevölkerung müsse auch bei grossen Themen wie dem künftigen Stadtquartier Niderfeld mitreden können, statt dass sich die Stadt einfach hinter kantonalen Vorgaben verstecke. Er sei überzeugt, dass die Lokalpolitik mit der Bevölkerung im Rücken nicht handlungsunfähig wäre. «Es ist eine Katastrophe, dass in heutiger Zeit solche Projekte geplant werden, die viel Landwirtschafts- und Erholungsraum zerstören.»

Zwölf Kandidierende wollen in den siebenköpfigen Stadtrat

Insgesamt bewerben sich zwölf Kandidierende für den Dietiker Stadtrat. Am Donnerstag hat die Stadt die definitiven Wahlvorschläge für die Stadt- und Gemeinderatswahl (siehe Zweittext unten) publiziert. Neu tritt auch Max Bodenmann unter dem Parteinamen Free Gaza Dietikon zur Stadtratswahl an.

Die anderen zehn Kandidatinnen und Kandidaten waren bereits bekannt. Die SVP steigt neben Roger Bachmann mit Mirjam Peter ins Rennen. Die SP hat Hochbauvorstand Anton Kiwic und Kerstin Camenisch nominiert. Die Mitte tritt mit Schulpräsident Reto Siegrist und Catherine Stocker-Mittaz an. Ebenfalls zur Wahl stellen sich Sozialvorstand Philipp Müller (FDP), Infrastrukturvorstand Lucas Neff (Grüne), Manuela Ehmann-Nydegger (EVP) und Sven Johannsen (GLP).

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