Verschuldung

Gewappnet gegen die Schulden: So werden Junge auf die Schuldenfallen aufmerksam gemacht

Da die Verschuldung auch unter Jugendlichen verbreitet ist, bietet die Schuldenpräventionsstelle der Stadt Zürich Workshops für Klassen der dritten Oberstufe in der Stadt und kostenpflichtig auch im ganzen Kanton an.

Da die Verschuldung auch unter Jugendlichen verbreitet ist, bietet die Schuldenpräventionsstelle der Stadt Zürich Workshops für Klassen der dritten Oberstufe in der Stadt und kostenpflichtig auch im ganzen Kanton an.

Die Schuldenprävention der Stadt Zürich spricht in Schulen über Konsumverhalten und hilft beim Erstellen von Budgets.

Damit sich Schuldenberge erst gar nicht anhäufen und Betreibungsbeamte vor der Türe stehen, setzt die Stadt Zürich auf Vorbeugung. Diese Aufgabe übernimmt seit sechs Jahren die Schuldenpräventionsstelle der Stadt Zürich. Da die Verschuldung auch unter Jugendlichen verbreitet ist, bietet sie Workshops für Klassen der dritten Oberstufe in der Stadt und kostenpflichtig auch im ganzen Kanton an. Jedes Jahr besuchen Gregor Mägerle, Leiter der Schuldenprävention der Stadt Zürich, und sein Team gegen 140 Klassen.

«Die Verschuldung ist kein Jugendproblem, sondern zieht sich durch die ganze Gesellschaft. Nichtsdestotrotz wollen wir bei den jungen Menschen ansetzen und ihnen gute Strategien mit auf dem Weg geben», sagt Mägerle. Die Workshops dauern drei Lektionen und sind in drei Teile gegliedert. «In der ersten Lektion erzählt ein lokaler Betreibungsbeamte von seinem Alltag. In der zweiten Stunde zeigen wir den Jugendlichen, wie sie ein Budget erstellen können und was sie dabei beachten müssen. Der letzte Teil befasst sich mit dem Konsumverhalten. Die Schüler sollen sich selbst reflektieren», sagt Mägerle. Fragen wie «Kann ich warten und sparen oder muss ich dieses Produkt unbedingt sofort haben?» oder «Brauche ich dieselben Turnschuhe wie meine Freunde» oder «Wie gehe ich mit Gruppendruck um?» werden dabei aufgeworfen.

Eltern nehmen eine prägende Rolle ein

Weil Eltern als Vorbilder eine bedeutende Rolle beim Umgang mit Geld einnehmen, richten sich einige Workshops auch an sie. «Wir bieten immer wieder Kurse bei Elternbildungsveranstaltungen an. Es ist wichtig, dass sich die Eltern bewusst sind, dass sie ihre Kinder auch hinsichtlich ihres Konsumverhaltens prägen. Wenn Eltern Wert auf ein schönes Auto oder auf gutes Essen legen, werden die Kinder das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch tun.» Darüber hinaus bietet die Schuldenprävention der Stadt Zürich gemeinsam mit anderen Organisationen jeden Dienstag von 16.30 bis 18.50 Uhr in der Pestalozzibibliothek in Zürich allen Menschen aus dem Kanton Zürich kostenlos Auskunft zu Themen im Umgang mit Geld.

Die häufigste Schuldenfalle bei jungen Erwachsenen sei der Auszug von zu Hause, so Mägerle. «Man ist sich oft nicht bewusst, welche Kosten auf einen zukommen. Die 700 Franken Leasing-Raten für das Auto kann man bei einem Lohn von 4000 Franken locker bezahlen, wenn man zu Hause wohnt. Zieht man aus, wird es knapp.» Auch die erste Steuerrechnung birgt ein Risiko. «Einige haben das Gefühl, sie müssen keine Steuern zahlen, weil sie noch in Ausbildung sind und werden amtlich eingeschätzt. Oder sie legen nach Ausbildungsende nichts zur Seite und die erste Steuerrechnung sorgt für finanzielle Probleme.» Onlinebestellungen seien ebenso heikel, sagt Mägerle. «Man rechnet zum Beispiel im Budget zwar Ausgaben fürs Shopping ein, vergisst jedoch die Online-Bestellungen und verliert dabei die Übersicht.» Wichtig sei deshalb nicht nur das Erstellen eines Budgets, sondern dass es auch tatsächlich alle Ausgaben beinhalte und dass man sich auch danach richte. Die Politik könne auch ihren Beitrag leisten, findet Mägerle. «Ein Schulfach für den Umgang mit Geld, die Steuern direkt vom Lohn abziehen oder die Steuern zum Existenzminimumbetrag im Betreibungsgesetz einberechnen, wären nur einige vieler Ideen.»

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