Geroldswil/Weiningen
Sanierung dringend nötig: Bauprojekt für reformiertes Kirchenzentrum soll 6,9 Millionen Franken kosten

An einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung präsentierte die Kirchenpflege der reformierten Kirche Weiningen ihre Baupläne im Geroldswiler Zentrum. Am 26. September wird darüber an der Urne abgestimmt.

Sibylle Egloff
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Die reformierte Kirche Weiningen will ihr Gebäude im Geroldswiler Zentrum (oben rechts im Bild) für 6,9 Millionen Franken sanieren.

Die reformierte Kirche Weiningen will ihr Gebäude im Geroldswiler Zentrum (oben rechts im Bild) für 6,9 Millionen Franken sanieren.

zvg

Am 13. Juni hat das Geroldswiler Stimmvolk an der Urne entschieden, das Dorfzentrum zu erweitern. Dafür hat es einen Baukredit von 35,6 Millionen Franken für das Baufeld Hotel bewilligt. Zum Zentrum gehört auch der Standort der reformierten Kirche Weiningen an der Poststrasse. Auch dieser soll nun in den kommenden Jahren saniert werden. Dafür benötigt die reformierte Kirche einen Baukredit von 6,9 Millionen Franken. An einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung am Mittwochabend präsentierten Kirchenpflegepräsident Simon Plüer und Kirchgemeindeschreiber Heinrich Brändli den 16 erschienenen Stimmberechtigten das Bauprojekt.

Die Anwesenden konnten eine Empfehlung für die Urnenabstimmung am 26. September abgeben. Dann werden die Reformierten der Kreisgemeinden Oetwil, Geroldswil, Weiningen und Unterengstringen über den Baukredit befinden. 12 Stimmberechtigte sprachen sich an der Versammlung für das Vorhaben aus, während 3 dagegen stimmten und sich eine Person der Stimme enthielt.

Technik entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen

«Die Räumlichkeiten des Kirchenzentrums und der Bibliothek in Geroldswil befinden sich mehrheitlich im Originalzustand. Das heisst, sie sind gut 50-jährig und entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen der Energetik, Bauphysik und Technik», erläuterte Simon Plüer den Grund für die umfassenden Sanierungen. Ein Hauptfokus liegt dabei auf den Räumen der Bibliothek. Da diese in Folge Platzmangel in die ehemalige Coop-Filiale auf der anderen Seite des Dorfplatzes zieht, müsse diese Fläche für eine neue Mantelnutzung umgebaut und renoviert werden. Die Kinderkrippe Kibiz Geroldswil, die bisher gegenüber der Kirche an der Dorfstrasse 5 in Räumen der katholischen Kirche Geroldswil zuhause war, wird die neue Mieterin.

Komplett erneuert werden elektrische Installationen, Wasser- und Abwasserleitungen, Fenster und Türen, Decken, Böden und die Küche. Im gleichen Zuge muss zudem die Erdbebensicherheit des Gebäudes sichergestellt werden. Renoviert werden überdies die beiden Wohnungen im Obergeschoss, die Büros, der Kirchenraum, die Cafeteria und der Innenhof. Es sind aber auch Neuerungen geplant. So soll ein neuer Zugang ins Untergeschoss errichtet werden. Zudem will die Kirchenpflege den ehemaligen Ortskommandoposten des Zivilschutzes Geroldswil erschliessen, um ihn als Lager und Archiv zu nutzen. Erschliessen will man auch den alten Tankraum und ihn als Lagerraum oder für die Cevi bereitstellen.

«Eine Steuererhöhung ist nicht notwendig, um das Projekt zu finanzieren», sagte Heinrich Brändli. Die Investitionen seien hoch, doch gestützt auf die Finanzplanung und die Wirtschaftlichkeitsrechnung könnten diese von der Kirchgemeinde Weiningen getragen werden.

Die Kirchenpflege sieht das Projekt als Chance. «Der Standort in Geroldswil liegt direkt im Zentrum. Zudem können wir von der Gesamtsanierung der politischen Gemeinde profitieren und die gleichen Bauplätze nutzen», sagte Plüer. Einen Plan B mit einem etappierten Projekt wolle man verhindern. «Die Kosten würden über Jahre verteilt und wir hätten jedes Jahr eine neue grosse Baustelle.» Und das Kirchenzentrum zu verkaufen, käme ebenso nicht infrage, so Plüer. «Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, das ist für Investoren nicht attraktiv», fügte Brändli an.

Diskussion um Standort der Küche

Anwesende äusserten Bedenken zu den Veränderungen bezüglich der Lage der Küche. «Sie wird am anderen Ende des Gebäudes erstellt. Dann muss man von hier aus immer hin und her. Kann man das nicht anders lösen?», wollte ein Stimmbürger wissen. Die Küche würde auch von der Kinderkrippe für den Mittagstisch und von anderen benutzt, daher habe man auch die Möglichkeit, sie grösser zu machen und besser auszustatten, entgegnete Plüer. Es gebe keinen Platz auf der Seite des Gebäudes, wo sich der Kirchenraum befindet.

«Wo werden wir künftig jassen, wenn es den Cheminéeraum nicht mehr gibt?», fragte eine Stimmbürgerin. Plüer verwies auf den Kirchenraum und Pfarrer Bernhard Botschen präzisierte: «Es stellt sich die Frage der Effizienz. Dieser Raum wird nur alle zwei Wochen für einen Gottesdienst gebraucht. Es würde durchaus Sinn machen, ihn als einen Mehrzweckraum zu nutzen.»

Wenn der Baukredit an der Urne im September angenommen wird, kann die reformierte Kirche im Sommer 2022 mit der Sanierung des Kirchenzentrums starten. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich bis Herbst 2023 dauern, damit das Gebäude ab dem 1. Januar 2024 wieder genutzt werden kann. Während der einjährigen Bauzeit ist dies nicht möglich. Angedacht ist, dann für Gottesdienste und Veranstaltungen nach Weiningen auszuweichen.

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