Schlieren

Etwas zu früh gebettet: Im Pfarreizentrum St. Josef in Schlieren sind achtzig Krippen ausgestellt

Bis zum 22. Dezember sind viele Krippenfiguren aus der Sammlung von Alberto Ferrara zu besichtigen. Die Exemplare stammen aus vier Kontinenten.

Streng genommen wird das Christkind in einer Weihnachtskrippe erst an Heiligabend in die Wiege gelegt. In diesem Jahr wurde Jesus Christus aber in vielen Krippen etwas zu früh gebettet. Denn im Pfarreizentrum der katholischen Kirche St. Josef in Schlieren können insgesamt achtzig Krippen aus vier Kontinenten besichtigt werden. Die meisten Exemplare stammen aus der Sammlung von Pfarrer Don Alberto Ferrara. Er besitzt 600 Krippen aus aller Welt und war fünfzehn Jahre in der Winterthurer Pfarrei San Francesco der Missione Cattolica di Lingua Italiana (MCLI) tätig. Nach seiner Pensionierung amtete er bis 2016 in der italienischsprachigen Mission Amt-Limmattal.

Die Natur formte ebenfalls biblische Miniaturen

Die älteste Krippe stammt aus Bologna und wurde um 1600 aus Terrakotta gefertigt. Dieses Alter sieht man den glänzenden Figuren und Tieren, die auf einem bronzefarbenen Tuch liegen, aber nicht an. Die biblischen Miniaturen, die doch die meiste Zeit in Kisten verstaut sind und nur zur Weihnachtszeit hervorgeholt werden, sind in den unterschiedlichsten Variationen zu bewundern. Manche kommen aus den fernen Ländern Peru und Kenia. Einzelstücke sind aus Salzteig, Gips oder Olivenholz aus Palästina geformt. Auch aus Glas und vergoldet ist ein vollständiges Exemplar zu finden.
«Der Brauch der Weihnachtskrippe geht auf den Heiligen Franz von Assisi zurück. Er gilt als eigentlicher Begründer der Tradition, weil er im Jahr 1223 in Greccio statt einer Predigt die Weihnachtsgeschichte mit Menschen darstellen liess», erklärt Kurt Vogt, katholischer Pfarrer in Schlieren. Seine persönliche Favoritin sei die Krippe aus naturbelassenen Materialien: «Diese Steine wurden weder geschliffen noch verändert, aber die einzelnen Stücke wurden zusammengeklebt, sodass am Ende Josef, Maria und die anderen Figuren erkennbar sind», sagt er. Die Natur habe sozusagen die ganze Krippe geformt und auch die Symbolik fände er bei dieser sehr schön: Neben der Wiege sitzt schützend ein grosser Fisch aus Stein als Zeichen für Jesus Christus. Eine weitere Krippe, die ihm sehr gefalle sei jene, die in ein Stück Knochenmark von einem echten Tier gelegt wurde: «Damit wird der Lebensstrang symbolisiert.» Während der Ausstellung, die bis zum 22. Dezember dauert, werden sieben Anlässe organisiert: Neben theologischen Texten, die vorgetragen werden, wird jeweils eine musikalische Darbietung geboten. Auch Alberto Ferrara wird bei dieser Gelegenheit zwei Mal vor Ort sein und biblische Texte vortragen. Die feierliche Eröffnung findet heute Samstag um 15 Uhr statt. An diesem Tag ergreift Pfarrer Kurt Vogt selbst das Wort und Helga Varadi wird ihn am Flügel musikalisch begleiten.

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Autor

Cynthia Mira

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