Corona-Massnahmen
Es soll klar kommuniziert werden: Bäckereien fordern eindeutige Vorgaben

Die Weisungen des Bundes sorgten bei den Bäckerinnen und Bäckern im Limmattal für Verwirrung. Viele hoffen auf Verbesserungen.

Lydia Lippuner, Carmen Frei
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Die Unklarheiten erschweren den Bäckereien die Produktion und die Planung.

Die Unklarheiten erschweren den Bäckereien die Produktion und die Planung.

Alex Spichale

In manchen Bäckereien blieb die Türe am letzten Sonntag geschlossen, andere verkauften frische Sandwiches statt über die Theke im Bäckerei-Café. Die Vorgaben des Bundes sorgten bei den Bäckereien des Limmattals für Unklarheiten. Der Bund beschloss letzte Woche, dass die Läden am Sonntag geschlossen bleiben müssen, die Cafés und Restaurants aber öffnen dürfen.

«Als am Freitagnachmittag der Entscheid kam, konnten wir unsere Produktion nicht mehr stoppen. Wir haben dann auf Take-away umgestellt und ­hatten am Sonntag geöffnet», sagt Patrick Binder, Geschäftsinhaber vom Limmatbeck in Oberengstringen und Dietikon. Auch seine Kunden seien verunsichert gewesen, ob die Bäckereien geöffnet seien. Für nächsten Sonntag muss Binder Personal einplanen, weiss aber nicht, ob er öffnen kann. «In Oberengstringen könnten wir eine Bewilligung erhalten, weil es dort ein Café hat», meint er. Wieso der Bundesrat erst am Freitag wieder entscheidet, versteht er nicht. «Meiner Meinung nach hätte man schon nach diesem Wochenende entscheiden müssen», sagt Binder.

Trotz möglichem Take-away Angebot bleiben viele geschlossen

«Kann ich nur einen Teil des Sortiments zum Verkauf anbieten, lohnt es sich nicht, die Bäckerei sonntags zu öffnen», sagt Franziska Bode. Letztes Wochenende verzichtete die Geschäftsführerin der Bäckerei Bode in Uitikon auf den Sonntagsverkauf. Dafür sei es samstags gut gelaufen. Solange man nur Take-away-Produkte anbieten dürfe, werde die Bäckerei Bode weiter sonntags geschlossen bleiben. «Es wäre aber schön, wenn wir bald wieder das ganze Sortiment anbieten dürften», sagt Bode.

Auch die Oberstadt-Bäckerei in Dietikon konnte am Sonntag nicht öffnen. «Das bedauern wir, das ist für uns ein wichtiger Tag», sagt Geschäftsführer Amadeo Drigatti. Nur mit einem Take-away Angebot zu öffnen hätte sich für die Bäckerei aber nicht gelohnt. Am nächsten Freitag erwartet Drigatti vom Bundesrat deutliche Informationen. «Es herrschte Verwirrung bei den Bäckereien. Wir erwarten eine klare Kommunikation.»

Restaurants können öffnen, Verkaufsläden nicht

Der Steiner-Beck in Dietikon hatte am Sonntag das Restaurant geöffnet, das Verkaufslokal aber geschlossen. «Es kamen viele Leute, die auch einkaufen wollten», sagt Kommunikationschefin Francesca Decurtins. «Den Laden zu schliessen ist einschneidend für uns.» Sie hätten viele Telefonate mit behördlichen Instanzen geführt, um abzuklären, was erlaubt ist. Dass am Sonntag die Läden geschlossen werden müssen, stosse allgemein auf Unverständnis.

Laut Julian Graf, Geschäftsführer des Zürcher Bäcker- Confiseur-Meister Verbandes (ZHBC), gab es bei den Bäckereien grosse Unsicherheiten am Wochenende. «Es waren keine klaren Regelungen für Bäcker-Confiseur-Betriebe in den Beschlüssen des Bundesrats ersichtlich. Was genau die Verordnung zuliess, war unklar», sagt Graf. Zudem seien die Massnahmen von den Kantonen unterschiedlich umgesetzt worden.

Auf nächstes Wochenende soll Klarheit geschaffen werden

«Wir wünschen uns nun vom Kanton klare Worte, damit wir unseren Mitgliedern auf dieses Wochenende klar sagen können, was gilt», sagt Graf. «Es geht vor allem um die Frage, ob und was Bäckereien als Take-away anbieten dürfen», erklärt er. Sie hätten die Hoffnung, dass auf das nächste Wochenende eine Klärung stattfindet oder der Bundesrat diese Frage mit neuen Massnahmen klar regelt.

Die Bäckerei Frei in Geroldswil konnte am Mittwoch für eine Stellungnahme zu den Vorgaben des Bundes leider nicht erreicht werden.