Dorffest

Es gibt sie – in diesen Limmattaler Gemeinden sollen trotz Corona Feste gefeiert werden

In Aesch und in Oberengstringen soll Ende Sommer trotz Corona-Massnahmen gefeiert werden.

In Aesch und in Oberengstringen soll Ende Sommer trotz Corona-Massnahmen gefeiert werden.

Angesichts des Coronavirus fallen viele geplannte Dorffeste ins Wasser. Das Dorffaescht in Aesch und das Dorfplatzfest Oberengstringen sollen wie geplant Ende August stattfinden.

2020 ist kein gutes Jahr zum Feiern: Kein Sommerfest in Dietikon, kein Rebblüetefäscht in Weiningen, kein Open Air im Grüene in Bergdietikon. Und Schlieren erholt sich noch vom grossen Schlierefäscht 2019. Ende Mai hat die Knabengesellschaft Urdorf dann noch die Absage des traditionellen Waldfestes bekannt gegeben. Trotz Lockerungen der Corona-Massnahmen sei es für die Organisatoren nicht vorstellbar, das Fest in gewohntem Rahmen durchführen zu können, schreibt die Knabengesellschaft auf Facebook. «Arm in Arm schunkelnde Gäste auf den Festbänken, eine volle Barhütte oder die normalerweise so ­lockere und durchmischte familiäre Festatmosphäre würde es unter gewissen Schutzmassnahmen wohl nicht ­geben.»

Nun ist auch das Oetwiler Kellerfest den Corona-Massnahmen zum Opfer gefallen. Dabei wäre dieses Jahr das 50-Jahr-Jubiläum des 1970 erstmals durchgeführten Fests. Statt wie geplant am 4. und 5. September über die Bühne zu gehen, wird die 50. Ausgabe des Fests erst 2021 stattfinden.

Aufwand für Jubiläumsfest hat Entscheid beeinflusst

Im Vorstand hat laut Mitteilung kein Konsens über die Absage geherrscht, aber in einem Punkt seien sich alle einig gewesen: «Ein Kellerfest ohne Umarmungen, Händeschütteln, Küsschen und geselligem Beisammensein wäre kein Kellerfest.» Das 50-Jahr-Jubiläumsfest zu planen, sei viel aufwendiger als in anderen Jahren, sagt OK-Präsident Michal Felt auf Anfrage. «Wir wollten dieses Jahr ein besonders attraktives Programm auf die Beine stellen.» Wäre es ein normales Fest gewesen, hätte das OK wohl noch etwas gewartet mit einem Entscheid. «Es wäre schade gewesen, wenn wir einen riesigen Aufwand betrieben hätten, und dann kommt wegen BAG-Massnahmen keine Stimmung auf, oder wir müssen spontan doch absagen.»

Trotzdem soll es auch diesen Sommer Gelegenheiten geben, die gute Stimmung an Dorffesten zu geniessen. Das Jubiläums-Dorfplatzfest in Oberengstringen wird nach aktuellem Stand wie geplant vom 27. bis 30. August stattfinden. Genauso wie das alle zwei Jahre stattfindende Dorffaescht in Aesch, das am gleichen Wochenende terminiert ist.

«Wir sind optimistisch, dass wir das Dorfplatzfest durchführen können, sagt der Oberengstringer Gemeindepräsident André Bender (SVP), der auch Mitglied im Organisationskomitee ist. Dies habe das Fest-OK an seiner letzten Sitzung vergangene Woche entschieden. Dabei arbeitet das OK mit möglichen Szenarien, je nachdem ob die Beschränkung von 300 Personen auch Ende August noch gilt oder ob bis dann weitere Lockerungen folgen. Notfalls bestünde sogar die Möglichkeit, auf einen anderen Ort auszuweichen, um mit einem grösseren Zelt die Abstandsregeln besser einhalten zu können, sagt Bender.

Die diesjährige Ausgabe des Dorfplatzfests ist eine ganz besondere. Weil die Gemeinde ihr 1150-Jahr-Jubiläum feiert, wurde der Anlass von drei auf vier Tage erweitert. Es wartet mit einem besonders umfangreichen Programm auf, das am Donnerstag mit einer Freiluft-Aufführung von «Die Göttliche Ordnung» startet. Viele Künstler, darunter ein Helene-Fischer-Double und die 80s Tribute Band «Generell80», seien bereits gebucht, sagt Bender.

In Oberengstringen bleibt es diesen Sommer nicht beim Dorfplatzfest. Auch die Ankenhofserenade soll am 7. Juli wie geplant stattfinden. Allerdings fällt der Anlass bei schlechtem Wetter aus, weil nicht wie üblich auf die reformierte Kirche ausgewichen werden kann. Und der 1.-August-Anlass bleibt – anders als in Oetwil, wo kürzlich die Absage verkündet wurde – ebenfalls im Terminkalender.

Das OK arbeitet an einem abendlichen Schutzkonzept

«Unser Fest ist nicht so gross, das macht es einfacher, die 300-Personen-Regel einzuhalten», sagt Martin Steiner, OK-­Präsident des Dorffaeschts in Aesch. Deshalb sei er nach aktuellem Stand auch guter Dinge, dass das Fest auf dem Festareal beim Feuerwehrgebäude stattfinden kann. Tagsüber sei Abstand halten eh kein Problem, sagt Steiner. Und für den Abend arbeite das OK derzeit an einem griffigen Konzept, um die Weisungen des Bundesamts für Gesundheit einhalten zu können.

Das Samstagsprogramm mit Chilbi, Vereinsständen und Abendunterhaltung soll wie geplant stattfinden. Am Sonntag warten voraussichtlich der Gottesdienst am Morgen und die Chilbi, aber das traditionelle Harassenklettern fällt dieses Jahr aus. Ob die Knabenbar wie gewohnt bereits am Freitagabend zum Aufwärmen einlädt, steht laut Steiner noch nicht fest.

In Oetwil wird derweil schon auf 2021 gewartet. Dann soll das runde ­Jubiläum nachgefeiert werden. Für Kellerfest-OK-Präsident ­Michal Felt ist klar: «Das muss richtig krachen.»

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