Dietikon

Er verleiht Boote als Maturaarbeit: Mit dem «Limmiboot» will Tim Schneider Abfall vermeiden

Bei seinem Projekt setzt Tim Schneider auf hochwertige Boote, die bei der Übergabe bereits aufgepumpt sind.

Bei seinem Projekt setzt Tim Schneider auf hochwertige Boote, die bei der Übergabe bereits aufgepumpt sind.

Tim Schneider hat für seine Maturaarbeit den Bootsverleih «Limmiboot» lanciert.

Böötlen boomt. Das hat der Dietiker Gymnasiast Tim Schneider gemerkt. Und er hat die Probleme erkannt, die damit einhergehen. «Wenn das Wetter gut ist, ist bei der Dietiker Nötzliwiese alles überfüllt. Jedes Jahr gibt es dadurch sehr viel Abfall», sagt Schneider. Viele Leute würden sich Billigboote kaufen, die schnell kaputt gingen. Die kaputten Boote liessen sie einfach liegen, sehr zum Ärgernis der Nachbarn. Für seine Maturaarbeit hat sich Schneider darum mit dem «Limmiboot» ein Geschäftskonzept überlegt, das dem entgegenwirkt.

An drei Wochenenden bietet er sechs Boote zur Vermietung an. Diese werden jeweils zu zwei Tageszeiten für zweieinhalb Stunden vermietet. Die Kunden nehmen die Boote an der Werd­insel in Empfang und können sie bei der Allmend Glanzenberg zurückgeben. Für Mietende, die sich mit den Booten nicht auskennen, bietet Schneider eine Einführung an. «Ich erkläre, auf was geachtet werden muss, weise sie auf schwierige Stellen hin und erkläre den Ausstieg», sagt Schneider. Dass die Leute mit den Booten umgehen könnten, sei auch in seinem Interesse. So werden Schäden an den Booten vermieden.

Die Stärke des Angebots sieht Schneider darin, dass er die Boote aufgepumpt abgibt und nach der Bootsfahrt wieder entgegennimmt. Den Rücktransport führt er mit einem geliehenen Lieferwagen durch. Die Boote werden für 25 Franken pro Fahrt vermietet und bieten für zwei bis drei Personen Platz. Ausserdem fällt ein Depot von 50 Franken an, das nach der Fahrt wieder zurückerstattet wird. Schneider ist es wichtig, dass seine Boote nicht die dünnen Billigboote sind, die so oft kaputt auf der Nötzliwiese landen. «Es sind qualitativ hochwertige Boote», betont er. Gerade für viele 15- oder 16-Jährige seien diese aber oft zu teuer, um sie zu kaufen. Darum hofft er, ihnen mit seiner Bootsvermietung eine Alternative zu bieten.

Prominente Unterstützung für das «Limmiboot»

Die finanzielle Herausforderung war beim Vorhaben grösser als angenommen. Denn erst vor kurzem wurde eingeführt, dass Schwimmwesten auf den Booten mitgeführt werden müssen. Dadurch erhöhten sich die Kosten. Er erhielt aber prominente Unterstützung: Das Unternehmen Pestalozzi leistet einen finanziellen Zustupf. Ausserdem konnte Schneider sich den Lieferwagen zum Transport der Boote vom Komikerduo Lapsus leihen und so die Miete von gut 500 Franken einsparen. Die meisten anfallenden Kosten bezahlt er allerdings selbst. «Bei den Booten habe ich versucht, mit Firmen zusammenzuarbeiten, mit denen ich bereits in Kontakt stehe», erklärt Schneider.

Er hatte die Idee für den Gummibootverleih: Tim Schneider.

Er hatte die Idee für den Gummibootverleih: Tim Schneider.

Zum Projekt wird Schneider einen Erfahrungsbericht verfassen. Er wird beurteilen, ob der Bootsverleih einen positiven Effekt auf die Abfallsituation an der Nötzliwiese hat. Er möchte ausserdem testen, ob sich das Konzept längerfristig umsetzen liesse. Für eine Fortsetzung müsste Schneider aber viele weitere Punkte beachten. «Im Moment kann ich sehr viel auf die Infrastruktur von Bekannten zurückgreifen», erklärt Schneider. Dies sei bei einer Weiterführung der Bootsvermietung wahrscheinlich nicht mehr möglich. «Wenn ich die Bootsvermietung profitorientiert weiterführen will, müsste ich alles neu und in einem grösseren Rahmen planen», erklärt Schneider.

Nun ist abzuwarten, wie gut die Vermietung läuft. An den nächsten drei Wochenenden werden die Boote jeweils um 11 und um 15 Uhr vermietet. Schneider überlegt sich zurzeit noch, die Zeiten zu verschieben. «Vielleicht wäre 13 und 17 Uhr besser», sagt er. Sechs Anmeldungen hat Schneider bereits erhalten. Sie stammen alle von Personen, die er nicht kennt. Er steht zudem mit interessierten Bekannten in Kontakt. Es dürften also noch weitere Anmeldungen dazukommen.

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