Dietikon/Fahrweid
«Möglichst wenig Land für Strassenbauprojekte»: Auch Andreas Wolf von den Grünen steht geplantem Ausbau der Limmatbrücke kritisch gegenüber

Zwei grüne Kantonsräte aus Hedingen und Bülach wollen, dass der Regierungsrat ein Bauprojekt überarbeitet, das Dietikon und die Fahrweid betrifft. Von der Dietiker Ortspartei erhalten sie Unterstützung.

Virginia Kamm
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Die Überlandstrasse zwischen Limmat-Tower und EKZ-Insel wurde bereits verbreitert. Nun soll auch die Brücke zwischen Dietikon und der Fahrweid über die Limmat verbreitert werden.

Die Überlandstrasse zwischen Limmat-Tower und EKZ-Insel wurde bereits verbreitert. Nun soll auch die Brücke zwischen Dietikon und der Fahrweid über die Limmat verbreitert werden.

Bild: David Egger

Die Limmatbrücke zwischen Dietikon und der Fahrweid soll, wie bereits die Überlandstrasse zwischen Limmat-Tower und EKZ-Insel, saniert und von zwei auf vier Spuren ausgebaut werden. Dafür beantragt der Zürcher Regierungsrat beim Kantonsrat einen Objektkredit von 29,1 Millionen Franken. Die kantonsrätliche Kommission für Planung und Bau stimmte dem Antrag zu. Zwei Grüne, Thomas Schweizer aus Hedingen und David Galeuchet aus Bülach, forderten nun aber in einem Minderheitsantrag vom Kantonsrat, das Projekt zur Überarbeitung an den Regierungsrat zurückzuschicken.

Neben dem Ausbau der Limmatbrücke beinhaltet das Projekt unter anderem den Umbau des Weininger Kreisels zu einem T-Knoten mit Lichtsignal, den Aus- und Neubau der Niederholzstrasse und eine Veloschnellroute entlang der Überlandstrasse. Die beiden Grünen kritisieren einerseits, dass die Limmatbrücke eine fünfte Extraspur für die EKZ erhalten soll, was sie als «überdimensioniert» bezeichnen. Zudem könnten die 1,9 Millionen Franken, die die EKZ dafür zahlen würde, sinnvoller ausgegeben werden. Andererseits stören sie sich an einer Wendeschlaufe, die Lastwagen für die Zufahrt zur EKZ benötigen, da diese zusätzliches Land beanspruche und «verkehrssicherheitsmässig problematisch» sei.

Verkehrsberuhigung in der Fahrweid ist im Sinn der Grünen

Ihr Dietiker Parteikollege, der Gemeinderat Andreas Wolf – er setzt sich in Dietikon immer wieder für die Anliegen der Velofahrer ein –, stimmt Schweizer und Galeuchet zu: «Es ist im Sinn der Grünen, dass möglichst wenig Land für Strassenbauprojekte beansprucht wird», sagt er. «Die zusätzliche Abzweigspur erhöht die Kapazität der Überlandstrasse, und wertvolles Grünland geht verloren. Je breiter die Brücke, desto grösser die Auswirkungen auf die Limmat und auf Naturflächen.»

Ebenfalls im Sinn seiner Partei sei jedoch eine Verkehrsberuhigung im Zentrum der Fahrweid, sagt Wolf. Trotzdem ist er überzeugt:

«Die Gesamtkapazität für den motorisierten Individualverkehr darf nicht zunehmen.»

Das sei auch ein Ziel des Kantons, das mit dem geplanten Projekt untergraben würde. Stattdessen wünscht sich Wolf eine Kapazitätserhöhung beim Fuss- und Veloverkehr.

Dass das Projekt auch eine neue Veloschnellroute enthält, freut Wolf demnach. «Das ist sicher ein Fortschritt», sagt er. Ginge es nach ihm, würde das Anliegen von mehr Veloschnellrouten aber wesentlich vorangetrieben und mehr darin investiert. «Die Forderung besteht nun schon seit zehn Jahren», sagt er. Die Stadt Dietikon will als Antwort auf eine Initiative der Grünen bis 2030 zwei Millionen Franken in die Förderung des Langsamverkehrs investieren. Letzte Woche veröffentlichte der Stadtrat eine erste Zwischenbilanz zum Vorhaben.

Wolf wünscht sich, dass der Regierungsrat das Projekt nochmals unter die Lupe nimmt. «Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für eine Optimierung», sagt er. «Die Fahrweid wartet schon so lange auf eine Verkehrslösung, dass man sich nun nicht mit einem halbpatzigen Projekt zufriedengeben soll.» Für eine bessere Lösung lohne es sich, ein halbes Jahr mehr in Kauf zu nehmen.