Dietikon
Mit einem Einbahnregime könnte der stockende Verkehr in der Silbern verflüssigt werden

Beim Limmattalbahnbau klappt es mitten im Dietiker Zentrum offenbar auch: SVP-Gemeinderat Markus Erni regt deshalb in einem Postulat einen Grosskreisel für die Silbern an.

Oliver Graf
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Oft stockt es in der Silbern in beide Richtungen: Löst ein Grosskreisel den Stau auf?

Oft stockt es in der Silbern in beide Richtungen: Löst ein Grosskreisel den Stau auf?



David Egger

Im Dietiker Industrie-, Gewerbe- und Shoppingquartier Silbern sind die Strassen regelmässig überlastet. Der Verkehr stockt, es bilden sich lange Autokolonnen. Es müsse endlich «ein Verkehrsregime zum Wohle aller Verkehrsteilnehmer etabliert» werden, fordert SVP-Gemeinderat Markus Erni.

In einem Postulat regt er an, dass auf der Silbern-, der Lerzen- und der Riedstrasse ein Einbahnregime eingerichtet wird. Dadurch würde der Verkehr in einem grossen Kreisel durch das Gebiet geführt.

Dass ein solches Verkehrsregime funktionieren würde, davon zeigt sich Erni in seinem Vorstoss überzeugt. «Dank dem Bau der Limmattalbahn kann die Stadt Dietikon positive Erfahrungen mit Grosskreiselverkehr sammeln.»

Die beiden provisorischen Grosskreisel

Seit August 2019 besteht der Grosskreisel «West»; der Individualverkehr wird grossräumig im Einbahnregime auf der Badenerstrasse, der Merkur-/Weiningerstrasse und der Überlandstrasse im Kreis geführt.

Seit September 2019 gibt es in Dietikon zudem den Grosskreisel «Ost»; die Fahrzeuge werden zwischen der Asyl- und der Birmensdorferstrasse im Einbahnregime über die Zürcherstrasse (in Fahrtrichtung Bahnhof) und die Schöneggstrasse (in Fahrtrichtung Zürich) gelenkt.

Diese Grosskreisel haben sich gemäss Erni bewährt. «Die Verkehrsführung im Zentrum funktioniert trotz grosser Eingriffe in den Strassenraum sehr gut», schreibt er in seinem Postulat. Die positiven Erfahrungen sollen nun im Gebiet Silbern/Lerzen helfen. Dank eines Einbahnregimes liesse sich der Verkehr auch auf den chronisch überlasteten Strassen verflüssigen, hält Erni fest.

Der Busbetrieb müsste sich dem neuen Verkehrsregime unterwerfen

In seinem Vorstoss, den die gesamte SVP-Fraktion sowie je ein Vertreter von SP und EVP mitunterzeichnet haben, verlangt er, dass ein Grosskreisel in der Silbern in die Verkehrsplanung aufgenommen wird. Zudem hält er fest, dass «sich der Busbetrieb dem neuen Verkehrsregime unterordnen muss».

Denn bereits 2005 war ein ähnlicher Vorstoss unternommen worden. Doch die Anläufe zu diesen Plänen sind gemäss Erni rasch begraben worden, «da sich der Zürcher Verkehrsverbund ZVV beharrlich weigerte, die Buslinien im Industriequartier anzupassen.»

Diese Haltung hält Erni für überholt: Könne der motorisierte Individualverkehr dank eines Grosskreisels verflüssigt werden, würden schliesslich auch die Busse weniger in den Autokolonnen steckenbleiben.

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