Dietikon
Grenzwertige Wortspiele und ein Liebeslied an eine Dietikerin – so unterhaltsam war der Liederabend im Gleis 21

Am Samstagabend präsentierten im Dietiker Kulturhaus fünf Künstler ihr Talent für Sprachwitze, unterhaltsame Monologe und Songtexte. Mit dabei war auch das Dietiker Duo Riklin & Schaub.

Cynthia Mira
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Das Dietiker Duo Riklin & Schaub (links) übernahm im Gleis 21 auch gleich die musikalische Begleitung bei den Darbietungen ihrer Künstlerkollegen. So auch beim Vortrag der Wortwitze von Remo Zumstein.

Das Dietiker Duo Riklin & Schaub (links) übernahm im Gleis 21 auch gleich die musikalische Begleitung bei den Darbietungen ihrer Künstlerkollegen. So auch beim Vortrag der Wortwitze von Remo Zumstein.

Cynthia Mira

«Gib mir deine Hand, Marianne», sang Christian Johannes Käser. Der Mitbegründer des Zürcher Improvisationstheaters anundpfirsich richtete seinen Gesang an eine Dietikerin in der ersten Reihe des Gleis 21. Sie feierte am Samstagabend ihren Geburtstag und war die Auserwählte für das improvisierte Liebeslied. Sichtlich amüsiert klatschte sie in die Hände. Auch der Rest des Publikums im voll besetzten Saal liess sich mitreissen.

Christian Johannes Käser verblüffte das Publikum mit seinen Improvisationskünsten.

Christian Johannes Käser verblüffte das Publikum mit seinen Improvisationskünsten.

Cynthia Mira

Die Veranstaltungsreihe «Liederlich» machte Halt in Dietikon. Vierzig Personen konnten mit Maske den unterhaltsamen Abend live vor Ort erleben. Einen Abend, an dem sich verschiedene Künstler die Bühne teilen. Im Gleis 21 wechselten sich gleich fünf Musiker und Wortakrobaten ab und trugen ihre Witze und Lieder vor.

Auf der Bühne sang sich das Duo Riklin & Schaub aus Dietikon in die Herzen des Publikums.

Auf der Bühne sang sich das Duo Riklin & Schaub aus Dietikon in die Herzen des Publikums.

Cynthia Mira

Mit dabei war auch das Dietiker Duo Riklin & Schaub. Es überzeugte auf ganzer Linie und übernahm teilweise auch die musikalische Begleitung der anderen Künstler. Zudem sorgte das Duo mehrfach für Lacher mit seinen pointierten Liedern. So schilderte es etwa die ungerechtfertigte Abwertung der Birne im Vergleich zum Apfel und wendete dieses Thema gleich auf die Problematik der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann an. Schliesslich sei die Birne weiblich und der Apfel männlich. Weiter brachte das Duo die Gäste teilweise in Verlegenheit, als es ein Lied mehrfach unterbrach und auf die Reaktion des Publikums wartete, das die Stille aushalten musste.

Roman Riklin und Daniel Schaub waren Mitglieder des Dietiker Trios «Heinz de Specht». Die Gruppe löste sich 2019 auf. Dass sie nun zum ersten Mal Teil eines solchen Anlasses waren, freute Reto Zeller, Leiter des Künstlernetzwerkes «Liederlich», besonders. Er sagte: «Endlich hat es geklappt.»

Künstler Reto Zeller organisiert solche Liederabende und war selbst Teil der Gruppe im Gleis 21.

Künstler Reto Zeller organisiert solche Liederabende und war selbst Teil der Gruppe im Gleis 21.

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Und Irene Brioschi, Dietikons Kulturbeauftragte, sagte mit Blick auf die lange Coronapause:

«Ich kriege fast Hühnerhaut, weil es so schön ist, wieder hier zu sein.»

Der Herbst sei schon vollgepackt mit Highlights. «Ihr werdet gar nicht mehr zu Hause sein», sagte sie an das Publikum gerichtet.

Das Thema Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen griffen auch die Künstler auf der Bühne auf. So erzählte Zeller in einer verdrehten Version eine Geschichte, in der ein Bub seine Eltern im Homeschooling zu unterrichten versucht. Etwas länger liessen die Reaktionen bei den Wortspielen von Remo Zumstein aus Burgdorf auf sich warten. «Das Publikum ist super und konnte auch bei grenzwertigen Pointen lachen», sagte er. Das sei nicht immer so. «Unter uns Künstlern macht es schon die Runde, dass das Gleis 21 ein hervorragender Ort für Auftritte ist», sagte er. Der Raum, die Sitzgelegenheiten und die Lichtverhältnisse seien ideal.

Sein Kollege Christian Käser setzte bei all seinen Auftritten auf Improvisation und erzählte nach Inputs aus dem Publikum die Geschichte eines Philosophen namens Walter, geboren beim Dietiker Bahnhof, den es hinaus in die Welt bis nach Costa Rica zog und der sein Glück schliesslich in Bremgarten fand. Im Publikum sassen mehrere Personen, die aus Bremgarten angereist waren. So auch Nina Wertli: «Ich habe einen solchen Liederabend zum zweiten Mal gesehen und auch in dieser Formation war es äussert unterhaltsam», sagte sie. Ein Highlight sei schwer auszumachen, aber endlich wieder viel lachen zu können, das sei schön gewesen.

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