Dietikon
Freiheit, Liebe, Lachen: Die Aufführungen am 31. Theatertag vermittelten, was im Leben wichtig ist

Im Gleis 21 jagte am Samstag ein Highlight das nächste. Und die Kinder, die in der Dietiker Theateria die Schauspielkunst erlernten, traten nicht nur in ihrem eigenen Stück auf.

Cynthia Mira
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Clown Pello verwandelte sich bei seinem Auftritt in allerlei Gestalten.

Clown Pello verwandelte sich bei seinem Auftritt in allerlei Gestalten.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

Am Samstag kamen Freunde des Theaters im Dietiker Gleis 21 auf ihre Kosten. Der 31. Theatertag stand auf dem Programm, organisiert vom Verein Theater Dietikon. Bis spätabends gingen die Besucherinnen und Besucher ein und aus, um sich eine oder mehrere der vier Aufführungen anzusehen. Oder sie wohnten einem der drei Konzerte bei.

In einer Woche reif für die Bühne: Der achtjährige Arno (zweiter von rechts) hatte dieses Jahr eine besonders grosse Rolle.

In einer Woche reif für die Bühne: Der achtjährige Arno (zweiter von rechts) hatte dieses Jahr eine besonders grosse Rolle.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

Der Tag startete mit dem Stück «fogelvrei» der Theateria Dietikon. Dreizehn Kinder zeigten auf der Bühne, was sie innert einer Woche einstudiert hatten. Sie verwandelten sich in eine Gruppe Touristen, die sämtliche Sprachen beherrscht und mit Freude den Zürcher Zoo besucht. Das Stück endete damit, dass sich das Publikum in einem Käfig befand und permanent fotografiert wurde.

Die Gitterstäbe symbolisierten die Gefangenschaft der Tiere im Zoo.

Die Gitterstäbe symbolisierten die Gefangenschaft der Tiere im Zoo.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

«Sie haben es super gemacht», sagte Céline Wolff aus Dietikon. Ihre beiden Kinder Arno (8) und Flurina (11) waren bereits das dritte Mal im Theaterkurs dabei:

«Sie haben immer so viel Spass und haben mir auch diesmal nichts vom Inhalt des Stücks verraten.»

Deshalb habe sie nicht gewusst, dass ihr Sohn Arno als Eisbär die Hauptrolle spielen werde:

«Es ist auch schön zu sehen, wie die Kinder auf der Bühne an Selbstvertrauen gewinnen.»
Das jüngste Talent auf der Bühne war der sechsjährige Valentin. Hier blickt er frech hinter dem Rücken von Elisa hervor.

Das jüngste Talent auf der Bühne war der sechsjährige Valentin. Hier blickt er frech hinter dem Rücken von Elisa hervor.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

Zum Schluss sangen die Kinder ein Lied und wünschten dem Publikum Freiheit im Leben. Als die Vorführung zu Ende war, setzten sich einige der Nachwuchstalente gleich in die erste Reihe, um dem nächsten Programmpunkt beizuwohnen. Das Duo Zapzarap trug das Märchen von der Prinzessin Rabiusa vor. Während die jungen Schauspieler zuvor in ihrem Stück dem Publikum die Bedeutung von Freiheit vermittelt hatten, siegte beim Märchen die Liebe über alles andere. Eisbär Arno stellte gleich ein zweites Mal sein Schauspieltalent unter Beweis, als er spontan auf die Bühne gebeten wurde, um als Prinz einen Zauberapfel entgegenzunehmen. Auch der zweite Prinz, gespielt von Elisa, ebenfalls von der Theateria, brachte das Publikum zum Lachen – sie kippte mit grosser Spielfreude auf der Bühne ein Bier nach dem anderen. Beim Verlassen der Bühne verkündete sie dann:

«Das war nur Apfelsaft.»
Drei Kinder durften beim Märchen «Die drei Rätsel» vom Duo Zapzarap mitwirken und auf die Bühne hüpfen.

Drei Kinder durften beim Märchen «Die drei Rätsel» vom Duo Zapzarap mitwirken und auf die Bühne hüpfen.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»
Die Kinder hatten am Theatertag auch abseits der Bühne ihren Spass.

Die Kinder hatten am Theatertag auch abseits der Bühne ihren Spass.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

An die Wichtigkeit des Lachens erinnerte anschliessend Clown Pello aus Basel. «Wer hat sein Lachen verloren?», fragte er in die Runde und spielte den verrückten Günther, der im Dietiker Fundbüro arbeitet und verschiedene Lacher zu verteilen hatte. Zudem hielt er als Dame ein Lachtraining mit dem Publikum ab. Zum Schluss schmolzen die Herzen dahin, als er sich in einen Clown verwandelte und ein altes Foto aus seiner Kindheit präsentierte. Er war darauf als kleiner Junge mit roter Nase zu sehen.

Noch bevor Pello mit seinem Programm startete, gab er ein kleines und sanftes Konzert mit seinem Saxofon.

Noch bevor Pello mit seinem Programm startete, gab er ein kleines und sanftes Konzert mit seinem Saxofon.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»
«Man muss früh anfangen und üben, um so lustig zu sein wie ich», sagte Pello über sich selbst.

«Man muss früh anfangen und üben, um so lustig zu sein wie ich», sagte Pello über sich selbst.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

Ein Stück zum Nachdenken

Simone Neff, Präsidentin des Vereins Theater Dietikon, richtete vor jeder Aufführung ein paar Worte ans Publikum.

Simone Neff, Präsidentin des Vereins Theater Dietikon, richtete vor jeder Aufführung ein paar Worte ans Publikum.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

Die Vorführungen konnten wegen der Coronapandemie nur von 80 Personen besucht werden. Dafür gab es draussen genügend Platz und ein vielfältiges Angebot an Speisen und Getränken. «Das Gleis 21 ist ein Glückstreffer, weil wir hier schon alles installiert vorfinden», sagte Simone Neff, Präsidentin des Vereins Theater Dietikon. Früher habe der Theatertag auf dem Kirchplatz und später vor dem Stadthaus stattgefunden. «Es war immer mit viel Aufwand verbunden, um auch bei solchem Regenwetter wie heute gewappnet zu sein.» Das Gleis 21 vereinfache die Organisation.

Das Trio Allegro spielte zwei Konzerte am Nachmittag.

Das Trio Allegro spielte zwei Konzerte am Nachmittag.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

Musikalisch begleitete den Anlass die Band Allegro, das Trio Todo Tango sowie das Duo Rumpel & Racine. Das Highlight folgte dann am Abend: das mehrfach ausgezeichnete Duo schön & gut mit Anna-Katharina Rickert aus Birmensdorf und Ralf Schlatter. In ihrem Stück «Aller Tage Abend» schleuderten sie mit Pointen um sich und griffen aktuelle Themen, wie Gender, Kapitalismus und erneuerbare Energien auf. «Es war sehr lustig und oft auch intellektuell», sagte die 23-jährige Besucherin Loretta Casanova.

«Wir haben viel gelacht, aber das Stück bringt einen auf jeden Fall zum Nachdenken.»
Der 31. Theatertag hatte für alle etwas zu bieten. Der Nachmittag gehörte den Kindern, der Abend den Erwachsenen.

Der 31. Theatertag hatte für alle etwas zu bieten. Der Nachmittag gehörte den Kindern, der Abend den Erwachsenen.

Cynthia Mira/«Limmattaler Zeitung»

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