Dietikon
Dieses Jahr herbstelt es früher als sonst: Die Stadt zieht Bilanz zum Hitzesommer 2022

Der trockene Sommer ging nicht spurlos an den Pflanzen der Stadt Dietikon vorüber. Auch Sommergewitter verursachten Probleme.

Virginia Kamm
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Wegen der Hitze beginnt für einige Pflanzen der Herbst dieses Jahr früher als gewohnt. (Symbolbild)

Wegen der Hitze beginnt für einige Pflanzen der Herbst dieses Jahr früher als gewohnt. (Symbolbild)

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Der Sommer 2022 war wie aus dem Bilderbuch: Die Hitzetage häuften sich und Badibegeisterte kamen voll auf ihre Kosten. Doch das Traumwetter hat auch seine Schattenseiten: Im Kanton Zürich gilt schon seit Juli ein Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe und Fischer Urs Müller sagte kürzlich gegenüber der «Limmattaler Zeitung», die Reppisch befinde sich auf einem «historischen Tiefststand».

Glück hatten die Gärtnerinnen und Gärtner der Stadt Dietikon: Trotz der Trockenheit hatten sie nicht mehr Arbeit als in anderen Sommern, wie es bei der Infrastrukturabteilung auf Anfrage heisst.

Hier zu sehen: ein von der Trockenheit betroffener Ginkgo gleich neben der katholischen Kirche St.Agatha.

Hier zu sehen: ein von der Trockenheit betroffener Ginkgo gleich neben der katholischen Kirche St.Agatha.

zvg

«Selbstverständlich geht so ein trockener Sommer nicht spurlos an der Vegetation vorbei», sagt Abteilungsleiter Stephan Kündig. «Die Pflanzen zeigen das, indem sie ihr Wachstum reduzieren, einzelne Pflanzenteile vertrocknen lassen oder bei grossen Bäumen die Saftzufuhr in die Astspitzen reduzieren.» All das sichere zwar das Überleben der Pflanzen, werde unter Umständen aber zur Herausforderung für die Unterhaltsequipen.

Bäume werfen schon ihr Laub ab

Lang anhaltende Hitze kann dazu führen, dass Pflanzen früher als gewohnt in den Herbst starten. So auch in Dietikon: «Die Bäume ziehen durch die Trockenheit bereits einen Teil des Saftes in den Stamm zurück, was sie sonst etwas später tun», sagt Kündig. Teilweise werde das Blattgrün daher bereits abgebaut und eine erste Herbstfärbung sei erkennbar. «Die Bäume schützen sich auch, indem sie einen Teil ihres Laubes abzuwerfen beginnen und so die Verdunstungsfläche vermindern», sagt er.

Trotz allem hatten die Gärtnerinnen und Gärtner der Stadt Dietikon diesen Sommer nicht aussergewöhnlich viel zu tun. «Durch die hohen Temperaturen wuchsen die Rasengräser und Kräuter bei Spielplätzen und Grünflächen nicht mehr, sodass nicht gemäht werden musste», sagt Kündig. Auch das Giessen der in der Stadt verteilten Pflanzentröge und Blumenrabatten sei nicht aufwendiger gewesen als sonst.

Für den Schulstart mussten sie die Hecken schneiden

«Etwas mehr Probleme haben uns die diversen Sommergewitter mit starken Windböen gebracht», sagt Kündig. «Sie haben ganze Bäume entwurzelt und abgebrochen, die geschnitten, zersägt und aufgeräumt werden mussten.» Zudem mussten die Angestellten alle rund 300 in den letzten drei Jahren neu gepflanzten Bäume der Stadt bewässern. Das Gleiche galt für alte, geschützte Bäume, die neu angelegten Staudenrabatten und den Sportplatz Hätschen. «Andere Arbeiten wie das Mähen der Wiesenflächen konnten termingerecht ausgeführt werden», sagt Kündig.

In nächster Zeit sei nun das Schneiden von Wildsträuchern in Parkanlagen, bei Wegen und Spielflächen geplant, sagt Kündig. «In den letzten Wochen haben die Gärtner vor allem alle Grünrabatten und Hecken geschnitten, um rechtzeitig auf den Schulanfang eine freie Sicht auf Fussgängerstreifen und Trottoirs zu gewährleisten.» Ein weiteres Augenmerk habe auf der Bekämpfung von invasiven Neophyten gelegen, die kein Problem mit der Hitze hatten.

Zurzeit sind die Gärtnerinnen und Gärtner der Stadt Dietikon unter anderem mit der Unkrautentfernung und dem Düngen der Wechselflor- und Rosenrabatten beschäftigt. Auch die ersten Schnittarbeiten der Rasenflächen stehen an. Diese seien meist etwas braun, hätten aber dank der Regenfälle in letzter Zeit wieder zu wachsen begonnen, sagt Kündig.