Dietikon
83 zusätzliche Wärmebezüger in einem Jahr – Limeco erreicht kantonale Effizienzquote viel früher als geplant

Die Energie-Effizienz der Kehrichtverbrennung in Dietikon ist 2021 von 0,63 auf 0,71 gestiegen. Das und mehr zeigt der Geschäftsbericht der Limeco.

David Egger
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Inzwischen zählt die Limeco 271 Wärmebezüger. Und der Ausbau geht weiter.

Inzwischen zählt die Limeco 271 Wärmebezüger. Und der Ausbau geht weiter.

sb/Archiv

In Kehrichtverwertungsanlagen (KVA) entsteht viel Wärme. Im Kanton Zürich soll sie besser genutzt werden. Darum gibt das kantonale Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft einen Zielwert in Sachen energetischer Netto-Effizienz (ENE) vor. Bei 0,65 soll er in Zürcher KVA liegen. Die Limeco, die die KVA in der Dietiker Silbern betreibt, hat diesen Zielwert nun erreicht. Lag er 2019 noch bei 0,61 und 2020 noch bei 0,63, ist er 2021 auf 0,71 gestiegen. Damit sei das ENE-Ziel «zwei Jahre früher als geplant erreicht», schreibt die Limeco in ihrem nun veröffentlichten 71-seitigen Geschäftsbericht 2021. Die Vorgabe des Kantons war, dass der besagte Wert im Jahr 2023 erreicht wird.

15’083 Tonnen CO2 eingespart dank Regiowärme

Dass die Limeco nun so weit ist, hat insbesondere damit zu tun, dass sie immer mehr Fernwärme verkauft, die sie als Limeco-Regiowärme vermarktet. 2021 wurden 83 Heizungen im Limmattal auf Limeco-Wärme umgestellt. Die Anzahl Wärmebezüger – vom Einfamilienhaus bis zu grossen Überbauungen und Gewerbegebäuden – stieg so auf 271. Diese haben zusammen 92'024 Megawattstunden Energie eingekauft. Laut Angaben der Limeco entspricht das einer Einsparung von 15'083 Tonnen CO2. Denn geheizt haben die Wärmebezüger ihre Gebäude schon bisher – aber eben zum Beispiel mit Heizöl.

Von 99,43 auf nur noch 96,63 Prozent CO2-Neutralität

Mit dem Wechsel vieler Heizungen auf Regiowärme werden auch Fahrten von Heizöl-Lastwagen eingespart. Auf fossile Brennstoffe kann aber auch die Limeco nicht ganz verzichten. Denn zu Spitzenlast-Zeiten – wenn es zum Beispiel bitterkalt ist – muss auch die Limeco auf Öl, Gas und Biogas zurückgreifen. Letztlich war die Limeco-Wärme aber 2021 zu 96,63 Prozent CO2-neutral. 2019 lag dieser Wert noch bei 99,43 Prozent. Doch ein Vergleich ist schwierig: Denn 2019 verkaufte die Limeco nur 59'395 Megawattstunden Regiowärme – also 32'629 Megawattstunden weniger als 2021. Der Vergleich zeigt also vor allem, wie stark die Regiowärme wächst.

Der Ausbau geht auch 2022 weiter – davon zeugt aktuell etwa die Baustelle in der Weiningerstrasse in Dietikon. 2021 sind 7817 Meter Leitungen dazugekommen. Ende Jahr war das Limeco-Wärmeleitungsnetz somit 40574 Meter lang.

95’089 Tonnen Kehricht verbrannt

Die Wärme stammt wie eingangs erwähnt aus der Kehrichtverbrennung in der KVA in der Dietiker Silbern. Deren Verbrennungsmenge ist seit Jahren stabil. 95'089 Tonnen Kehricht waren es 2021. 2020 waren es 93'870 Tonnen und im Jahr davor 94112 Tonnen.

Neben Wärme produzierte die KVA der Limeco 2021 auch Strom im Umfang von 57'281 Megawattstunden. Neben der KVA produziert übrigens auch die ebenfalls von der Limeco betriebene Abwasserreinigungsanlage in Dietikon Energie.

Fast 2000 Tonnen Metall im Kehricht gefunden

Aber zurück zur KVA: Bei der Verbrennung der 95089 Tonnen Kehricht blieben 20'828 Tonnen Schlacke übrig. Aus dieser Schlacke wurden 2021 total 1964 Tonnen Eisen, Aluminium, Kupfer, Messing und weitere Metalle gewonnen. Was danach noch übrig blieb, wurde laut Limeco «gesetzeskonform auf Schweizer Reststoff- und Reaktordeponien abgelagert».

Finanziell stabiler dank mehr Eigenkapital

Zu den Finanzen: Der Aufwand betrug rund 41,3 Millionen Franken, der Ertrag rund 52,2 Millionen Franken. Das Eigenkapital wurde so um rund 10,8 Millionen Franken auf 51,6 Millionen Franken erhöht.

Bei der 1959 gegründeten Limeco mit Sitz in Dietikon handelt es sich um eine interkommunale Anstalt. Sie ist im Besitz der acht Trägergemeinden Dietikon, Schlieren, Urdorf, Oberengstringen, Unterengstringen, Weiningen, Geroldswil und Oetwil. Diese zählen zusammen rund 82'000 Einwohner. Ende 2021 hatte die Limeco 68 Angestellte.