Mit der Antwort der Stadt auf seinen Vorstoss sei er nicht sonderlich zufrieden, sagt der ehemalige Gemeindeparlamentarier Robert Horber (SP) und blickt über die Park-and-Ride-Anlage unweit des Schlieremer Bahnhofs. 42 Parkplätze werden Pendlern hier zur Verfügung gestellt, die mit dem Auto zum Bahnhof fahren und von dort per Zug weiterreisen wollen. Auf der Website der SBB sind schweizweit über 600 solcher Parkplatz-Areale in Bahnhofsnähe vermerkt. Jenes in Schlieren erfreut sich jedoch nicht sonderlich grosser Beliebtheit. Gestern Nachmittag waren lediglich zehn Plätze belegt. Dass stets so wenige Autofahrer den Platz nutzen, ist der Grund, warum Horber aktiv wurde. «Ich hörte immer wieder Leute jammern, dass es heutzutage nicht mehr möglich sei, sein Auto beim Bahnhof Schlieren abzustellen», sagt er. Einer der Gründe für den Missmut in der Bevölkerung sei wohl, dass die Bundesbahnen ihre 52 Park-and-Ride-Plätze westlich des historischen Bahnhofsgebäudes 2015 zugunsten zweier Neubauten strichen. Störe sich jemand aus seinem Bekanntenkreis jeweils daran, dass diese Parkplätze wegfielen, verweise Horber stets auf die Parkierungsmöglichkeiten hinter dem Sony-Gebäude. «Das Erstaunen ist oft gross, wenn die Leute erfahren, dass es so nahe am Bahnhof stets zahlreiche Parkplätze gibt.»

In einer kleinen Anfrage vom vergangenen März fragte er den Stadtrat, ob dieser etwas unternehmen könne, um den Parkplatz an der Rütistrasse besser bekanntzumachen. Horber trat diesen Sommer aus dem Gemeindeparlament aus, da er in die Schlieremer Bürgerrechtskommission gewählt wurde.

In seiner Antwort verweist der Stadtrat nun darauf, dass das Gebiet der Gebäudeversicherung des Kantons Zürich gehört, der Parkplatz bis vor anderthalb Jahren jedoch von den SBB betrieben wurde. Seit der Kündigung werde er nicht mehr auf der Website der Bundesbahnen aufgeführt. «Die Gebäudeversicherung entschied sich jedoch dazu, die Parkplätze trotzdem als Park-and-Ride weiterzubetreiben», schreibt die Stadt. Die Konditionen sind mit zwischen 50 Rappen und einem Franken pro Stunde günstig.

Signalisation überprüft

Eine schlüssige Erklärung, warum der Parkplatz so schlecht besucht wird, hat auch der Stadtrat nicht. Anlässlich einer Begehung habe man die Signalisation überprüft, wie er in der Antwort schreibt. Diese besteht aus einem Wegweiser auf der Kreuzung Engstringer-/Rütistrasse und einem weiteren auf der Rütistrasse gleich vor der Einfahrt zum Parkplatz. «Es wurde festgestellt, dass die Beschilderung nicht einheitlich ist und dies zu Verwirrung führen könnte», so der Stadtrat. Und zudem zeige die Tafel auf der Kreuzung nicht eindeutig in Richtung Rütistrasse. Danach trat die Stadt mit der Gebäudeversicherung in Kontakt. Nun soll der Wegweiser auf der Kreuzung gerichtet werden. «Ebenfalls soll die Beschilderung einheitlich gestaltet werden, sodass die Parkplätze einfacher auffindbar werden», schreibt die Stadt. Und andere Massnahmen zur besseren Bekanntmachung? Auf die Website der Stadt Schlieren wurde ein Hinweis auf die Park-and-Ride-Anlage gestellt, in der Rubrik Wohnen/Verkehr/Parkieren.

«Mit diesen Massnahmen wird das Park-and-Ride an der Rütistrasse nicht viel bekannter werden», sagt Horber. Das Anpassen der Strassenschilder und der Vermerk auf der Website seien erst ein Teil der Lösung. Zuerst müsste man Massnahmen treffen, die der Bevölkerung klar machen, dass am Bahnhof Schlieren Parkplätze vorhanden sind. «Mit detaillierten Ortsangaben am besten. Etwa eine Zeitungsanzeige mit abgedrucktem Plan oder ein Flugblatt, das man im Stadthaus auflegen oder an alle Haushalte von Schlieren verteilen könnte.» Das Problem sei nämlich, dass die Parkplätze schlecht einsehbar seien und auch nicht jedem Autofahrer klar sei, wie man genau auf die Rütistrasse gelange. «Ich verteilte einigen Bekannten sogar einen Plan, auf dem ihnen erklärt wird, wie man dort hingelangt», so Horber weiter.

Gefragt, warum er sich als SP-Mitglied so für die Parkiermöglichkeiten einsetze, sagt Horber: «Ich selber fahre zwar wenig aber gerne Auto.» Er wisse, dass er in einer Partei sei, die Parkplätze üblicherweise bekämpfe anstatt sie zu fördern. Doch habe die Parkiersituation am Bahnhof in jüngster Zeit für grosse Unruhe in Schlieren gesorgt. «Stören sich die Einwohner an etwas, so ist es automatisch ein Problem der politischen Parteien.»