Für die grösste Überraschung des Abends sorgte René Rey. Als der neue Gemeindepräsident Simon Wirth (FDP) seinen Vorgänger als Stimmenzähler vorschlug, wurde im Gemeindesaal Büel geklatscht und gelacht. Gross gefordert wurde Rey in seiner neuen Aufgabe aber nicht.

«Es ist wunderbar, heute Abend ist alles einstimmig», freute sich Wirth nachdem auch die letzte Abstimmung des Abends diskussionslos ohne Gegenstimme ausfiel.So blieb an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend mehr Zeit für Menschlichkeit.

Wirth stellte zu Beginn die neugewählten Gemeinderäte vor. Ricardo Zimmermann (parteilos), der wiedergewählte Präsident der Rechnungsprüfungskommission, nutzte seinen ersten Einsatz, um den Bürgern sein neues Team zu präsentieren.

Zum emotionalen Höhepunkt der Versammlung wurde die von lang anhaltendem Applaus begleitete Verabschiedung von Gemeindeschreiber Jürg Engeli. Seit er im Oktober 1999 unter Gemeindepräsident Willy Haderer sein Amt antrat, ist die Einwohnerzahl um rund 50 Prozent gewachsen.

«Du hast alle sechs Anläufe für ein neues Gemeindehaus miterlebt. Schön konntest du auch noch im Neubau arbeiten.», sagte Wirth in seiner kurzen Laudatio und überreichte Engeli eine Kapitänsmütze. «Wir wissen, dass du unheimlich gerne auf Kreuzfahrten gehst.»

Als Erinnerung an seinen Arbeitsplatz bekam Engeli zudem ein Bild vom Restaurant des Klosters Fahr, das über viele Jahre in seinem Büro hing. Engeli bedankte sich bei seiner Familie und allen Unterstützern: «Ich hoffe, dass Sie das Vertrauen, dass Sie mir entgegengebracht haben, auch meinem würdigen Nachfolger Pascal Brun schenken werden.» Dann verabschiedete er sich mit einem «Adieu», denn bereits nächste Woche gehe er auf Reisen.

Drei Anträge wurden bearbeitet

Zuvor befanden die 122 Stimmbürger über drei Anträge. Bauvorstand Markus Nydegger (SVP) präsentierte den in zwei Teilprojekte gesplitteten Ausbau der Wasserversorgung für insgesamt 2,35 Millionen Franken. Für den gemeinsam mit Weiningen geplanten Neubau des Reservoirs Gubrist veranschlagt der Gemeinderat 540 000 Franken.

Das geplante Wasserreservoir im Gebiet Holeeberen auf dem Gubrist in Weiningenwird künftig auch von Unterengstringen genutzt.

Die Verteilung der Gesamtkosten von 3,87 Millionen Franken des Neubaus auf Weininger Boden wurde anhand der beanspruchten Anteile des Reservoirvolumens errechnet. Für den Anschluss der Wasserversorgung Unterengstringen an das neue Reservoir mit einer oberen Druckzone beantragte der Gemeinderat einen Kredit von 1,81 Millionen Franken.

Die Stimmberechtigten sagten zu den Bauprojekten und dem dazugehörigen Zusammenarbeitsvertrag mit der Nachbargemeinde ohne Gegenstimme Ja. Weil bereits 92,68 Prozent der Weininger dem Neubau vor zwei Wochen an der Urne zustimmten, sollen die Bauarbeiten nun im Januar 2019 starten. Die Inbetriebnahme sei auf Juni 2020 terminiert, sagte Nydegger.

Steuerfuss bleibt gleich

Ebenfalls ohne Gegenstimme wurde die Aufstockung der Verwaltung um 220 Stellenprozente gutgeheissen. Mit je einer zusätzlichen Vollzeitstelle werden die Finanzabteilung und die Kanzlei aufgestockt. Gemeindepräsident Wirth legte die Notwendigkeit dafür dar. Die Kanzlei hat trotz des Bevölkerungswachstums seit 1998 neben dem Gemeindeschreiber nur einen Mitarbeiter, die Finanzabteilung besteht sogar seit 1986 nur aus einer Person.

Genauso reibungslos sprachen sich die Unterengstringer für das Budget 2019 aus. Dieses verzeichnet ein Minus von 840000 Franken bei Einnahmen von 20,46 Millionen Franken und Ausgaben von 21,30 Millionen Franken. Der Steuerfuss der Einheitsgemeinde bleibt unverändert bei 84 Prozent. Zusammen mit den zwei zusätzlichen Prozentpunkten der Oberstufe ergibt dies 102 Prozent.

«Wir haben den attraktivsten Steuerfuss rechts der Limmat», sagte Finanzvorstand Marcel Ballmer (SVP). Und er stellte eine positive Entwicklung in Aussicht. «Wir arbeiten daran, den 99er wieder zu erreichen und gehen davon aus, 2020 eine leichte Senkung ins Auge fassen zu können.»