Schlieren

Die alte Badenerstrasse wird zum Ferienparadies – mit 80 Tonnen Sand, zwei Pools und vielem mehr

Auf der alten Badenerstrasse ist ein Sandstrand entstanden. Hinzu kommen eine Wasserrutsche, ein Open-Air-Kino und Foodtrucks. Die Idee dazu hatte eine 22-Jährige.

Es war ein Tagtraum. Ivana Costa, 22, blickte aus dem Fenster. Sie liess ihre Gedanken schweifen. Nach Italien, ans Meer.

Im Jahr eins der Coronakrise verzichten viele auf die Sommerferien am Strand. «Wenn die Leute nicht in die Ferien gehen, holen wir die Ferien halt nach Schlieren», sagte sich Costa. Das war vor fünf Wochen. Ende der Rückblende.

Tonnenschwere Realität ist Costas Tagtraum jetzt. Genauer gesagt 80 Tonnen. So viel wiegen die 50 Kubikmeter Sand, die ein Bagger der Stadt Schlieren am Mittwoch in einer viereckigen ­Fläche auf der alten Badenerstrasse verteilt hat. Bis am Freitag, wenn das «Ferienparadies Schlieren» offiziell startet, kommen noch Liegestühle dazu. «Wie am Meer», heisst es auf einem Flugblatt.

Costa, sie ist aus Uster, arbeitet für Shopping Schlieren. Am liebsten hätte sie das Projekt viel grösser umgesetzt und die ganze Pischte 52, wie die alte Badenerstrasse heute auch genannt wird, mit Sand gefüllt. Doch im Gespräch mit Daniel Dormann – der Birmensdorfer, 45, ist Leiter Tiefbau der Stadt Schlieren und wurde vom Stadtrat zum Pischte-52-Kümmerer ernannt – musste sie eine machbare und zahlbare Lösung finden. Denn die Stadt hilft allen, die auf der Pischte 52 eine kreative Idee umsetzen wollen, so gut sie kann. Und so machte sich am Mittwoch ein orange gewandeter Trupp der Stadt ans Werk.

Neben dem Sandstrand gibt es eine waagrechte Wasserrutsche. Daniel Dormann hat sie schon ausprobiert und ist mit Anlauf auf die gepolsterte Teichfolie gesprungen. «Es funktioniert und macht Spass», lautet sein Fazit. Auch Fussballtore und ein Basketballkorb werden aufgestellt. Gemütlicher gehts in den beiden 5000-Liter-Pools zu und her. 30 Zentimeter tief ist das Wasser. Dafür muss kein Badmeister im Ferienparadies arbeiten.

Gearbeitet wird aber am Herd: Mindestens vier Foodtrucks werden auf der Pischte 52 auffahren. Unter anderem locken Softeis und Crêpes sowie ein Fajitas-Stand von Kult-Wirt Tony Navarro, der Mitte Juli das Restaurant Sabor an der Herrenwiesenstrasse eröffnet hatte.

Die Limmattalbahn ist weg, jetzt kommen die Bäume

Auch drei Birken wurden für das Feriengefühl auf die alte ­Badenerstrasse gestellt. Sie ­werden am ehemaligen Standort des Limmattalbahn-Infopavillons eingepflanzt, sobald das Ferienparadies vorbei ist. Es dauert von der stillen Eröffnung morgen Freitag bis zum 23. August.

In dieser Zeit finden mehrere Anlässe statt. Diesen Samstag lädt Shopping Schlieren zum Beispiel zur Strandparty mit ­Lagerfeuer und DJ.

Nächsten Mittwoch gibt es eine Yogalektion, am Donnerstag können Kinder basteln und spielen und tags darauf ist Pilates geplant. Das Open-Air-Kino am 15. und 22. August dürfte wohl auch auf Anklang stossen.

Die Ideengeberin turnt hoch zu Ross über den Sandstrand

Das kleine Foodfestival ist jeweils von 12 bis 21 Uhr in ­Betrieb, die Sportplätze und der Liegestuhlbereich von 9 bis 21.30 Uhr. Auch die Sportvereine sollen nicht zu kurz kommen. So gibt es unter anderem eine Kunstturn-Show vom Kutu ­Urdorf. Auch der FC Schlieren und weitere Clubs beteiligen sich am Ferienparadies. Auf­treten wird zudem Voltige ­Tösstal. Zu den Akrobatinnen auf dem Pferd gehört auch ­Ivana Costa.

Daniel Dormann freut sich über ihre Initiative. «Genau ­dafür ist die Pischte 52 da.» Er ist gespannt auf viele weitere Projekte für die Pischte 52. Sie bleibt die nächsten Jahre ein 8500 Quadratmeter grosses Experimentierfeld. Danach soll die ­Planung der Neugestaltung des Areals beginnen.

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