Oetwil
Der blockierte Bohnächer bietet Raum für Wohnungen und Arbeitsplätze

Der Entwurf für ein neues Ortsplanungsleitbild steht. Das zog viele Bürger an die Gemeindeversammlung. Ab sofort kann jeder seine Meinung abgeben

David Egger
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Der Nutzungsplan legt fest, wie sich das Dorf in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll.

Der Nutzungsplan legt fest, wie sich das Dorf in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll.

zvg

Im Mai 2015 hatte der Oetwiler Gemeinderat beschlossen, eine Gesamtrevision der Nutzungsplanung in Angriff zu nehmen. Diese legt fest, wie sich das Dorf in den nächsten Jahrzehnten entwickeln soll. Gestern Abend präsentierte die Gemeinde nun den Entwurf für ein neues Ortsplanungsleitbild.

Sie sieht vor allem Chancen für das Gebiet Bohnächer, dessen Einzonung zurzeit durch die Kulturlandinitiative blockiert ist. Wohnungen, Alterswohnungen, Arbeitsplätze: All das soll die 35 000 Quadratmeter grosse Reserve zwischen Limmatwiese und Mutschellenstrasse dereinst bieten. Die Leitplanken für die Bauherren, festgehalten in der Bau- und Zonenordnung, sollen schon bald feststehen: Im Herbst 2017 soll die Gemeindeversammlung darüber abstimmen, so der Plan. Zuerst darf nun das Volk seine Meinung zum Leitbild kundtun. Es ist ab heute auf der Gemeinde-Website veröffentlicht.

Chancen für die nahe und ferne Zukunft sieht die Gemeinde auch im Verkehr, zum Beispiel in der Limmattalbahn. «Noch besser für Oetwil wäre die S-Bahn-Station Silbern», sagte Bauvorstand Walter Bühler. Dereinst soll ein direkter Bus von Oetwil in die Silbern fahren. Die Limmattalstrasse, die das Dorf zweiteilt, soll zudem so verändert werden, dass ihre Trennwirkung abnimmt. Am Herzen liegt Oetwil auch, den Charme der Kernzone zu erhalten.

Vor der Vorstellung des Leitbilds nahmen die 63 Stimmberechtigten die Rechnung, die mit einem Ertrag von gut 430 000 Franken abgeschlossen hatte, einstimmig und ohne Diskussion an. Schliesslich hatte man mit dem Budget noch einen Verlust von 150 000 Franken erwartet. Ebenfalls ohne Gegenstimme bewilligten die Oetwiler den Kredit von 580 000 Franken, mit dem die Gemeinde die Wasserleitung und den Strassenbelag an der Bergstrasse sanieren will. Zudem wird die Strassenbeleuchtung auf LED-Lampen umgerüstet. Bei den Strassenarbeiten wird auch ein leeres Rohr in den Untergrund verlegt, durch das man später Glasfaserleitungen ziehen könnte, falls die Gemeinde dereinst komplett mit Glasfaser erschlossen werden soll – vor allem in der Feinverteilung gibt es noch einigen Handlungsbedarf.

100 000 Franken Radarbussen

Weiter zog Sicherheitsvorstand Thomas Bernegger Bilanz darüber, dass die Gemeinde seit einem Jahr dem Polizeiverbund rechtes Limmattal angehört. Die Sicherheitskosten sind gleich hoch wie vor dem Anschluss, es resultierte ein Nettoaufwand von nur 30 000 Franken, da die Einnahmen hoch ausfielen, beispielsweise 100 000 Franken aus den Geschwindigkeitsbussen. «Das ist mehr als budgetiert, aber bei Spitzengeschwindigkeiten von 57 Kilometern pro Stunde in der 30er-Zone weiterhin nötig», sagte Bernegger. Weiter feierten die Oetwiler auch Pierluigi Chiudini: Heute vor zehn Jahren begann der Gemeindeschreiber für die Gemeinde Oetwil zu arbeiten.

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