Birmensdorf
Das ist der neue Chef-Badmeister im Schwimmbad Geren

Srdjan «Süri» Markovic ist der neue Chef-Badmeister im Schwimmbad Geren. Er sorgt nicht nur für Sicherheit und Ordnung in der Badi, auch um die technischen Anlagen muss er sich kümmern. Zu gefährlichen Situationen kommt es zum Glück selten.

Florian Niedermann
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Srdjan Markovic grinst spitzbübisch: «Als Kind war ich eher ruhig. Ich hatte deshalb kaum ‹Lämpe› mit den Badmeistern.» Der 36-Jährige lacht spitzbübisch, als er das sagt. Vor Kurzem wurde er von der Gemeinde Birmensdorf zum neuen Chef-Badmeister des Schwimmbads Geren gewählt.

Und wie ist sein Verhältnis zu den jüngeren Badegästen jetzt, da er die Rolle des Aufpassers hat? «Ich verstehe mich gut mit den Jungen. Dabei hilft mir auch, dass ich selbst zwei Kinder habe», sagt Markovic. Seine grosse Akzeptanz bei Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Badegästen rühre sicher auch daher, dass er lange für den FC Birmensdorf gespielt habe, sich viel im Dorf bewege und offen auf die Leute zugehe.

Nicht nur Sicherheit und Ordnung

Viele seiner Gäste könnten sich nicht vorstellen, welche Tätigkeiten der Beruf des Badmeisters umfasst, glaubt Markovic. Dazu gehört nicht nur, in der Badi für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Auch die technischen Anlagen beanspruchen einen grossen Teil seiner Arbeitszeit – im Hinblick auf die neue Saison wurde beispielsweise eine neue Wasseraufbereitungsanlage installiert, die regelmässig gewartet werden muss. Daneben müssen die Pflanzen auf der Anlage gepflegt, die Gebäude instand gehalten und die Schwimmbecken regelmässig gestrichen werden.

Seine Aufgaben als Chef-Badmeister reichen für ein 100-Prozent-Pensum. «Klar könnte man auch eine ruhige Kugel schieben. Man muss die Arbeit sehen. Ich würde mich schlecht fühlen, wenn ich nichts zu tun hätte.»

Nothilfe habe er bisher zum Glück erst zweimal leisten müssen, erklärt Markovic. Beim ersten Mal sei ein Kind, das nicht schwimmen konnte, alleine die Rutschbahn hinunter und im Wasser in Panik geraten. Der Rettungsschwimmer rannte hin und zog das Kind aus dem Becken. «Da war ich schon nervös und erleichtert, dass alles glatt gegangen ist.» Beim zweiten Mal sei er bereits viel routinierter gewesen. Er sei froh, dass es nur sehr selten zu Gefahrensituationen komme, so Markovic.

Der gebürtige Serbe arbeitet schon seit fünf Jahren im Schwimmbad Geren. Er liebt seinen Beruf, wie er sagt. «Ich wohne direkt neben dem Schwimmbad. Manchmal fühlt es sich so an, als wäre es meine eigene Badi.» Dass er nun zum Chef-Badmeister ernannt worden ist, freue ihn: «Das war wie ein Lottosechser», sagt Markovic. Es mache ihn stolz, dass ihm die Gemeinde ein solches Vertrauen entgegenbringe, und werde alles daran geben, ihre Erwartungen zu erfüllen.

Lenkrad gegen Badehose getauscht

Bevor er seiner Stelle als Bademeister in Birmensdorf angenommen hat, war «Süri», wie ihn alle nennen, selbstständiger Chauffeur und fuhr italienische Salami und Parmaschinken durch Europa. «Dann erhielt ich immer weniger Aufträge und musste ich mich mit dem Gedanken anfreunden, beruflich umzusatteln», sagt Markovic. Als die Gemeinde 2008 die Stelle des Badmeisters ausschrieb, zögerte er keinen Moment, sich dafür zu bewerben. Noch heute ist er froh, dass er sich dazu entschieden hat: «Meine Arbeit ist abwechslungsreich und die Zusammenarbeit im Team funktioniert sehr gut.» Auch mit den Pächtern des Badirestaurants verstehe er sich blendend. Wenn seine Frau in den Ferien sei, esse er meist in der Badi.

Als Chef-Badmeister durfte Markovic auch bei der Wahl der zwei saisonal angestellten Badmeister mitreden. «Mir war es wichtig, dass sie etwas von der Technik verstehen. Vor allem aber müssen sie ins Team passen und eine offene Art haben.» Manchmal würden sich die Badegäste darüber wundern, dass ausser ihm jedes Jahr andere Badmeister im Geren arbeiten. «Das liegt daran, dass wir sie nicht über Winter beschäftigen können. Wenn sie nach der Saison einen anderen Job finden, kommen sie oft nicht mehr.»

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