Birmensdorf/Aesch
Sanierung, Umnutzung, neue Sporthalle: Die Sekundarschule arbeitet intensiv an der Erneuerung ihres Schulraums

Die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch investiert derzeit Millionen in ihre Infrastruktur. Ihr aktuelles Projekt: die Sanierung des denkmalgeschützten Schulhauses Brüelmatt 1.

Lukas Elser Jetzt kommentieren
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Die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch treibt die Sanierungsarbeiten beim Schulhaus Brüelmatt im Zentrum von Birmensdorf voran. Nachdem der nördliche Erweiterungsbau Brüelmatt 3 im Herbst eingeweiht wurde, soll nun der südliche und älteste Teil des Schulhauses, das Brüelmatt 1, saniert werden. Die Pläne für die Arbeiten liegen noch bis zum 27. Januar im Gemeindehaus Birmensdorf auf.

Gemäss der Sekundarschulpflege Birmensdorf-Aesch sollen die Arbeiten im Juli beginnen und maximal eineinhalb Jahre dauern. Folgende Arbeiten stehen an: die Erneuerung der Fassade und die Sanierung des Flachdachs; der Ersatz der elektrischen Installationen sowie der sanitären Leitungen und zum Teil auch der sanitären Anlagen. Zudem muss das Haus an die neu geltenden Sicherheitsstandards angepasst werden.

Optisch darf sich nichts ändern

Im Inneren des Hauses soll es gemäss Schulpflegerin Denise Brunner (SVP) nur minimale räumliche Anpassungen geben: «Da das Gebäude unter Denkmalschutz steht, dürfen wir gar nicht viel verändern.» Die Raumaufteilung und die Materialien blieben deshalb praktisch gleich, sagt sie.

Die Fassade des Brüelmatt 1 darf optisch nicht verändert werden.

Die Fassade des Brüelmatt 1 darf optisch nicht verändert werden.

Lukas Elser

Die auf 14,5 Millionen Franken veranschlagten Sanierungsarbeiten, zu denen der Souverän am 13. Juni 2021 mit deutlicher Mehrheit Ja gesagt hat, werden in zwei Etappen ausgeführt. Saniert wird nämlich nicht nur Brüelmatt 1 im Süden, sondern auch der nördlich anschliessende Gebäudeteil Brüelmatt 2. Die Arbeiten dafür sind auf Anfang 2024 geplant.

Brüelmatt 2 steht auch bald an

Im Gegensatz zu Brüelmatt 1 ist beim Mitte der 1990er-Jahre gebauten und nicht geschützten Ergänzungsbau Brüelmatt 2 keine Gesamtsanierung nötig. Die ein halbes Jahr dauernden Arbeiten beschränken sich deshalb grösstenteils auf den Ersatz der alten Elektroinstallationen.

Zudem werden die Räume zum Teil neu angeordnet und das Gebäude erhält einen zusätzlichen Ausgang in den Garten. Weiter installiert man in den Klassenzimmern interaktive Wandtafeln. Schliesslich werden auch die bestehenden Uhren- und Gonganlagen ersetzt.

Während der Sanierung von Brüelmatt 2 findet ein Teil des Unterrichts in einem noch zu erstellenden Provisorium statt. Die Baugespanne dafür sind bereits ausgesteckt.

Im Zug der gesamten Sanierung von Brüelmatt 1 und 2 wird der Bereich der Lehrpersonen leicht umgestaltet. Die Hauswartswohnung soll aufgehoben und später aufgeteilt werden in Büroräumlichkeiten und einen Gruppenraum. Einzelne Klassenzimmer teilt die Schule neu ein, damit sie auch als Fachräume genutzt werden können. Auch erhalten die Labors zusätzliche Waschbecken.

Zu einem späteren Zeitpunkt soll dann auch der zum Teil unter Schutz stehende Aussenraum umgestaltet werden. So werden zum Beispiel der Tischtennisplatz versetzt, mehr Veloabstellplätze eingerichtet, der Bodenbelag vollständig erneuert und der Platz vor dem Hauptzugang durch einen Betonplattenbelag ersetzt.

Auch für die Autofahrer ist vorgesorgt: Die vier Parkplätze im Norden werden um sieben neue Parkplätze und einen Invalidenparkplatz erweitert. Die sich dort befindende Linde und auch die Blutbuche werden gefällt. Gemäss Plänen wird das Areal aber deutlich grüner, als es bis anhin war.

Neue Sporthalle für weitere 19 Millionen Franken

Nicht im 14,5-Millionen-Baukredit enthalten ist der sich erst in der Planungsphase befindende Bau einer neuen Dreifachsporthalle beim Schulhaus Brüelmatt. Die Sekundarschulgemeindeversammlung hat am 8. Dezember 2020 einen Kredit in der Höhe von 400'000 Franken für einen entsprechenden Architekturwettbewerb genehmigt. Das Ergebnis des Projektwettbewerbs soll im Februar bekanntgegeben werden.

Die Eckdaten stehen bereits fest. So soll die Halle mit einer Sportfläche von insgesamt knapp 1400 Quadratmetern mit drei Lehrer- und sechs normalen Garderoben sowie einem Sanitätsraum und vielleicht einem Kiosk aufwarten. Geplant ist zudem ein begrüntes und mit einer Fotovoltaikanlage versehenes Dach.

Die künftig von Sekundar- und Primarschule sowie Vereinen gemeinsam genutzte Halle soll zwischen Reppisch und Spielwiese des Schulhauses Brüelmatt errichtet werden. Dafür müsste ein Teil der Strasse am Wasser und ein Teil der Dorfstrasse aufgehoben werden.

Möglich ist, dass im Untergrund der Halle eine Tiefgarage mit 60 öffentlichen Parkplätzen gebaut wird. Darüber soll der Souverän aber in einer separaten Abstimmung befinden. Die Baukosten für Sporthalle inklusiv Tiefgarage würden sich gemäss Schätzung auf 19 Millionen Franken belaufen.

Masterplan sieht «zusammenhängendes Band» vor

Im Zusammenhang mit dem Projekt steht der Masterplan Brüelmatt. Er sieht eine Art Verbindung zwischen der Primarschulanlage und dem Sekundarschulhaus Brüelmatt und der Reppisch vor. Die Verfasser des Plans stellen sich hier «ein zusammenhängendes Band von öffentlichen Nutzungen» vor.

Wenn die Dreifachsporthalle gebaut ist, wird die bestehende Turnhalle womöglich nicht mehr für den Sportunterricht benötigt. Was man damit machen will, steht aber noch nicht fest. Sicher ist nur, dass das Gebäude saniert werden muss.

Der Fahrplan für die Arbeiten sieht so aus: Der Baubeginn für die Dreifachsporthalle soll im ersten Quartal 2025 erfolgen und das neue Gebäude im Sommer 2026 bezogen werden. Ein Jahr später dann sollen die Arbeiten an der bestehenden Turnhalle abgeschlossen sein.

Die Sekundarschule Birmensdorf-Aesch investiert derzeit total zwischen 31 und 32 Millionen Franken in ihre Infrastruktur. Veraltete Schulhäuser werden erneuert und der Schulraum wegen des Bevölkerungswachstums erweitert. Die in diesem Zusammenhang stehenden Arbeiten sollen in fünf Jahren abgeschlossen sein. Danach soll die Sekundarschule wieder für 20 bis 30 Jahre gerüstet sein.

Denkmalschutz verhindert eine grobe Veränderung

Das heute 45-jährige Brüelmatt 1 wurde mitsamt seiner Turnhalle vor vier Jahren unter Schutz gestellt. Der Schutzvertrag, den die Gemeinde vor vier Jahren mit dem Kanton abgeschlossen hat, verlangt, dass bei einer Sanierung der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird.

Die Denkmalpflege listet Brüelmatt 1 und die Turnhalle in ihrem Inventar der Objekte von überkommunaler Bedeutung auf. Erbaut hat sie Ulrich J. Baumgartner. Der mittlerweile verstorbene Architekt war massgeblich am Bau der Winterthurer Kantonalbank beteiligt.

Für die Denkmalpflege ist das Brüelmatt 1 ein wichtiger Zeitzeuge.

Für die Denkmalpflege ist das Brüelmatt 1 ein wichtiger Zeitzeuge.

Lukas Elser

Die Denkmalpflege schreibt über das Brüelmatt 1, es sei «ein wichtiger architektur- und sozialgeschichtlicher Zeuge für den Schulhausbau der 1970er-Jahre im Limmattal». Insbesondere erachtet sie «die vorgehängten Rasterfassaden aus einbrennlackiertem Stahl» als zeittypisch.

Weiter schreibt sie:

«Darüber hinaus bildet die Oberstufenschulanlage zusammen mit dem benachbarten Gemeindezentrum eine für das Ortsbild wichtige bauliche Einheit, welche die demografische und ortsbauliche Entwicklung Birmensdorfs Mitte des 20. Jahrhunderts bezeugt.»

Die Unterschutzstellung sorgte an der Gemeindeversammlung vom 15. September 2020 für Kritik. Ein Votant bezeichnete es als «Katastrophe», dass man die alte Turnhalle und Brüelmatt 1 nicht abreissen und durch neue Gebäude ersetzen könne.

Als sich die Unterschutzstellung abzeichnete, wehrte sich die Sekundarschule in einem jahrelangen Streit, unterstützt vom damaligen Limmattaler Kantonsrat Andreas Geistlich (FDP, Schlieren) und dem heute noch im Rat sitzenden André Bender (SVP, Oberengstringen) gegen die Beurteilung durch die Denkmalpflege. Die Gemeinde wollte verhindern, dass der Sekundarschule das gleiche Schicksal widerfährt wie Jahre zuvor der Primarschule.

Diese wollte einst das Schulhaus Reppisch abreissen. Doch weil es die Denkmalpflege für schutzwürdig erachtete, war das Projekt lange Zeit blockiert. Inzwischen ist die Anlage aber saniert und wieder in Betrieb.

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