Birmensdorf
Nusstorte zum Abschied: Bündner Waffenplatz-Chef Damian Casanova gibt das Kommando ab

Nach knapp drei Jahren hört Oberst Damian Casanova als Kommandant des Waffenplatzes Reppischtal auf. An seiner Abschiedsfeier sicherte Regierungsrat Mario Fehr (parteilos) der Armee seine Unterstützung zu.

Lukas Elser
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Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos), Oberst Damian Casanova, Brigardier Peter Baumgartner und Oberstleutnant Oliver Wolf.

Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos), Oberst Damian Casanova, Brigardier Peter Baumgartner und Oberstleutnant Oliver Wolf.

Colin Métraux/zvg

Es war ein rührender Moment, als der abtretende Kommandant der Infanterie Durchdienerschule 14 in Birmensdorf, Oberst im Generalstab Damian Casanova, an der Stelle in seiner Rede angelangt war, wo er seine beiden Söhne und seine Frau ansprach. «Jetzt kommen die Emotionen», sagte er.

Und tatsächlich brach dem stämmigen Bündner kurzzeitig die Stimme. Es brauchte mehrere Anläufe und einen Schluck Wasser, bis er seiner Familie seinen Dank dafür aussprechen konnte, dass er für knapp drei Jahre oberster Befehlshaber der Kaserne Birmensdorf sein durfte. Sie hatten wohl an manchen Abenden auf ihn verzichten müssen.

Der Militär wirkte allgemein sehr väterlich. So widmete er den grössten Teil seiner Abschiedsrede seinen Mitarbeitern. Er lobte ihre Leistungsbereitschaft, bedankte sich, dass sie ihm in schwierigen Zeiten Halt gegeben hatten und betonte die Wichtigkeit eines guten Arbeitsklimas. Casanova unterstrich, dass man den Menschen in der Armee in den Vordergrund stellen müsse. Er schenkte den Anwesenden Nusstorte und bezeichnete sie als «seine besten Mitarbeiter».

Neuer Kommandant ist Oliver Wolf.

Neuer Kommandant ist Oliver Wolf.

Colin Métraux/zvg

Casanova übergab am Freitag in der Reformierten Kirche Staufberg in Staufen bei Lenzburg seinen Stab mit jährlich 1300 Mitarbeitern an seinen Nachfolger. Ab 1. September wird Oberstleutnant im Generalstab Oliver Wolf das Kommando über den Waffenplatz Reppischtal übernehmen; Casanova zieht es in den Kanton Luzern. Er wird Kommandant des Führungslehrgangs der Generalstabsoffiziere und stellvertretender Kommandant der Generalstabsschule in Kriens.

Ruf der Durchdiener verbessert

Der Vorgesetzte von Casanova, Brigardier Peter Baumgartner, Kommandant vom Lehrverband Infanterie, lobte seinen Mann in den höchsten Tönen. Casanova sei wahrhaftig ein Infanterist-Durchdiener:

«Ein Infanterist gibt nie auf. Und Casanova gibt tatsächlich nie auf.»

Er habe dazu beigetragen, dass sich der Status der Durchdiener innerhalb der Armee stetig verbessere. Mit seinem Vertrauen, seiner Beharrlichkeit und seiner direkten Kommunikationsart habe er den Waffenplatz Reppischtal wesentlich mitgestaltet und mitgeprägt. Und die Seelsorgerin, Hauptmann Sabine Herold, lobte Casanovas Fähigkeit, die Dinge aus einer positiven Perspektive heraus zu betrachten.

Mit von der Partie war Regierungsrat Mario Fehr (parteilos) .

Mit von der Partie war Regierungsrat Mario Fehr (parteilos) .

Colin Métraux/zvg

Mario Fehr über Tränen und Stolz

Schliesslich ehrte ihn auch Regierungsrat Mario Fehr (parteilos) in einem Grusswort. Auch wenn der Abschied vielleicht die eine oder andere mentale oder physische Träne in Casanova auslöse, solle er mit Freude auf die Zeit in Birmensdorf zurückblicken: «Sie können stolz sein auf all das, was sie geleistet haben», sagte der Zürcher Sicherheitsdirektor.

Die Armee brauche Kommandeure wie ihn, Personen, die den Kontakt zu den Leuten suchten. Und Fehr versprach, sich weiterhin für die Anliegen der Armee einzusetzen: «Ich garantiere ihnen, dass der Waffenplatz Reppischtal ein Waffenplatz bleibt.»

Nachdem die Fahnen übergeben und Geschenke überreicht waren, salutierte Casanova ein letztes Mal: «Commander Casanova. Ende und Out.»

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