Bergdietikon
Homeoffice, Werkstatt oder Yoga-Studio: Er entwirft Gartenhäuschen der etwas anderen Art

Chris Wyers Traum war es, in seiner Garage in Bergdietikon ein Büro einzurichten. Von diesem Traum verabschiedete sich der Designer zwar schnell wieder, dafür entsprang daraus eine neue, ebenso unkonventionelle Idee.

Sven Hoti
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Chris Wyer im Eingang seines Gartenhäuschen-Prototypen in Bergdietikon.

Chris Wyer im Eingang seines Gartenhäuschen-Prototypen in Bergdietikon.

Alex Spichale

In diesem Gartenhäuschen findet man keinen Rasenmäher, keinen Rechen oder sonstige Utensilien für den Gartengebrauch. Die einzige Rechenleistung vollbringt ein Computer auf dem Tisch im Innern des Kabäuschens, in dem noch ein weiterer Tisch mit vier Stühlen sowie ein braunes Ledersofa steht. Das ist der Arbeitsplatz des Designers Chris Wyer sowie ein Anschauungsmodell seines neusten Projekts. Wyer hat das 20 Quadratmeter grosse Kabäuschen im vergangenen Jahr entworfen. Seit eineinhalb Wochen steht dieser Prototyp in seinem Vorgarten an der Kirchstrasse 5 in Bergdietikon.

«Mein Traum war es immer, in meiner Garage ein Büro einzurichten», sagt der 43-Jährige. Doch wegen des Benzingeruchs und der schlechten Isolierung habe er diesen Traum schnell wieder verworfen. Der Traum eines separaten Arbeitsplatzes in Wohnnähe lebte jedoch weiter. Und für Wyer war klar: Diese Pandemie wird nicht so schnell enden und Homeoffice wird ein Thema bleiben.

So kam er über Umwege zum jetzigen Projekt mit dem Gartenhäuschen aus Holz. Denn Holz füge sich schön in die Umgebung ein, sagt Wyer. Der Designer ging sodann im Sommer 2020 an die Arbeit. Ende letzten Jahres schloss sich sein Unternehmen Uxd Studio mit der Schwyzer Kost Holzbau AG zu einem Joint Venture zusammen. Vor eineinhalb Wochen wurde sein Prototyp schliesslich per Autokran in seinen Vorgarten gehievt.

Es gibt drei verschiedene Grössen

Interessierte können sich ihre Gartenhäuschen je nach Vorlieben auf der Website der Hersteller selber gestalten. So stehen etwa drei verschiedene Grössen (12, 18 und 24 Quadratmeter), unterschiedliche Böden (Vinyl- oder Parkett) sowie diverse Zusätze (Dachfenster und Solaranlagen) zur Auswahl. Die Hersteller werben mit dem Kabäuschen als Musikzimmer, Yoga-Studio, Werkstatt oder Homeoffice.

«Vor allem für diejenigen, bei denen sich das Homeoffice schlecht mit der Familie verträgt, ist das Gartenhäuschen eine gute Lösung»,

findet Wyer.

Die Hersteller setzen für die Gartenhäuschen gemäss eigenen Angaben ausschliesslich auf Materialien aus der Schweiz. Das soll eine hohe Qualität gewährleisten, so Wyer. Die Häuschen bewegen sich damit allerdings auch eher in der höheren Preisklasse: Die kleinste Grösste mit der bescheidensten Ausstattung gibt's ab 64'900 Franken, das grösste Kabäuschen mit der bescheidensten Ausstattung ab 95'900 Franken.

Der Kunde braucht keinen Architekten

Acht bis zwölf Wochen nach der Bestellung sollen die Häuschen beim Kunden ankommen, so das Versprechen der Hersteller. Mit einem Autokran werden die vorgefertigten Module geliefert und innert zwei Tagen aufgebaut. Weil man nur wenige Einzelteile lösen müsse, liessen sich die Häuschen ohne Rückbau (aber mit Autokran) problemlos verschieben, sollte einem der Standort irgendwann nicht mehr passen, sagt Wyer.

In der Schweiz gebe es bisher nur wenige derartige Projekte, so Wyer. Er betont vor allem die einfache Abwicklung für den Kunden: «Der Kunde hat nur mit einer Person Kontakt und die organisiert dann alles. Er braucht keinen Architekten.»

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