Dietikon
Abfallproblem entschärfen: Über 1000 Unterschriften für Petition «Saubere Nötzliwiese»

Mit einer Petition fordern vier Dietiker eine Toilette und Recyclingbehälter.

Thomas Mathis
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Markus Roth, Bernhard Zöbeli, Sandy Meyer und Markus Tappi haben die Petition «Saubere Nötzliwiese» lanciert.

Markus Roth, Bernhard Zöbeli, Sandy Meyer und Markus Tappi haben die Petition «Saubere Nötzliwiese» lanciert.

Thomas Mathis

Die Stadt wirbt auf grossen Plakaten mit dem Slogan «Dietikon bleibt sauber». Das scheint nicht den gewünschten Erfolg zu haben, denn an warmen Sommertagen bleibt auf der Nötzliwiese neben dem Bahnhof Dietikon viel Abfall liegen. Grund dafür ist die begrenzte Kapazität der vorhandenen Mülleimer. Zudem fehlt eine Toilette, sodass sich viele Böötler in den Büschen verstecken, um ihr Geschäft zu verrichten. Nun sind vier Dietiker aktiv geworden und haben eine Petition mit dem Titel «Saubere Nötzliwiese» lanciert. Sie sind selbst Böötler und regelmässig auf der Wiese anzutreffen.

Bereits im vergangenen Jahr wollten die Initianten eine Petition auf die Beine stellen, vor zehn Tagen haben sie dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt. Seither haben Markus Roth, Bernhard Zöbeli, Sandy Meyer und Markus Tappi Unterschriften von ankommenden Böötlern und Passanten gesammelt. Bis am Montag, dem letzten Sammeltag, sind über 1000 Unterschriften zusammengekommen. «Bei den Böötlern ist die Petition gut angekommen. Fast alle haben es begrüsst, dass wir endlich etwas gegen die Situation unternehmen», sagt Roth.

«Eine Toilette darf man erwarten»

Am Mittwoch werden die vier Dietiker die unterschriebenen Bögen dem Stadtrat überreichen. Darin bitten sie die Infrastrukturabteilung, auf der Nötzliwiese separate Behälter für Aluminium und PET-Flaschen aufzustellen und eine mobile Toilette einzurichten. «Mit diesen kleinen Massnahmen könnte das Abfallproblem entschärft werden und die Böötler müssten nicht mehr in die Büsche pinkeln», so Roth. Wie sich während der Unterschriftensammlung gezeigt habe, wären insbesondere Kinder und Frauen froh um eine Toilette.

 Die Abfalleimer haben zu wenig Kapazität, obwohl sie täglich geleert werden.

Die Abfalleimer haben zu wenig Kapazität, obwohl sie täglich geleert werden.

Thomas Mathis

Rückendeckung für die Forderung erhalten die Initianten vom langjährigen Gemeinderat Lucas Neff (Grüne). «Die sommerliche Lebendigkeit von Fluss und Wiese tut Dietikon gut, nur sollten die negativen Folgen in den Griff bekommen werden», sagt er. In einem städtischen Gebiet wie Dietikon dürfe man auch eine Toilette erwarten, findet er.

Stadt soll schnell reagieren

Das Anliegen der Initianten ist nicht neu. Die chronische Überbelegung der Nötzliwiese ist seit Jahren ein Politikum. Erst im März dieses Jahres hat der Stadtrat eine Interpellation von Gemeinderat Philipp Müller (FDP) beantwortet. Darin hat Müller unter anderem gefragt, ob Massnahmen nötig sind, um die Sauberkeit auf der Wiese zu gewährleisten. In seiner Antwort schrieb der Stadtrat, dass man auf häufigere Reinigung setze und zusätzliche Entsorgungsbehälter aufstellen werde. Wie die Stadt auf Anfrage mitteilt, wird das Gelände derzeit jeden Morgen von den städtischen Angestellten gereinigt.

Eine Entlastung der Nötzliwiese ist erst in gut drei Jahren absehbar. In der Nähe des Bahnhofs Glanzenberg soll im Rahmen der Neukonzessionierung des Kraftwerks Dietikon für 300 000 Franken ein Naherholungsraum entstehen. Neben einer Spiel- und Liegewiese sind eine Feuerstelle mit Tischen und Bänken, eine Wasserzapfsäule und Toiletten geplant. Zudem wird das Ufer abgeflacht, damit die Böötler einfach aus dem Fluss aussteigen können. So soll die Allmend Brunau mit der Nähe zum Bahnhof eine Alternative zur überbelegten Nötzliwiese bieten.

Aufgrund des langen Zeithorizontes ist es den vier Initianten der Petition ein Anliegen, dass die Situation auf der Nötzliwiese bald angepackt wird. Sie erhoffen sich, dass die Stadt schnell auf ihre Petition reagiert und noch diese Woche Massnahmen ergreift, sodass die Böötler am Wochenende bereits von der verbesserten Infrastruktur profitieren können.

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