Schlieren

70'000 Franken: Stadt will Defizit des Wagi-Museums decken

Die Betreiber des Wagi-Museums rechnen ab nächstem Jahr mit einem jährlichen Verlust von etwa 70'000 Franken.

Die Betreiber des Wagi-Museums rechnen ab nächstem Jahr mit einem jährlichen Verlust von etwa 70'000 Franken.

Das Industriemuseum stellt sich neu auf: Es soll an einem neuen Standort national und international ausstrahlen.

Der nicht gewinnorientierte Verein, der das Wagi-Museum betreibt, rechnet ab kommendem Jahr mit einem jährlichen Verlust von rund 70000 Franken. Dieses Defizit soll die Stadt Schlieren decken; der Stadtrat legt dem Parlament einen entsprechenden Antrag vor.

Derzeit ist das Industriemuseum geschlossen. Die Sammlung des Museums der Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren zieht aus den beengten Räumen an der Wagistrasse 13 aus und lässt sich auf demselben Areal an der Nummer 15 nieder. Vom Umzug verspricht sich das Wagi-Museum viel: In Zukunft soll, wie der Stadtrat in seinem Antrag festhält, «ein gut funktionierendes Industriemuseum mit nationaler und internationaler Ausstrahlung» betrieben werden können.

In den bisherigen Räumen, die seit 2017 genutzt wurden, war dies nur beschränkt möglich. «Trotz sorgfältiger Raumplanung können Führungen nur unter erschwerten Bedingungen in kleinen Gruppen stattfinden», schreibt der Stadtrat. «Die derzeitigen Bedingungen zwingen die Verantwortlichen, die Öffnungszeiten auf Randzeiten zu legen, was den Kreis des Zielpublikums einschränkt.»

Denn mehrere Räume im Gebäude sind an Dritte vermietet, sodass sich «gegenseitig störende Lärmemissionen nicht vermeiden lassen». Zudem stand am bisherigen Museumsstandort bloss eine Fläche von 20 Quadratmetern für Sonderausstellungen zur Verfügung. Und ein Raum für Gruppen, Schulklassen und Vermittlungsarbeit fehlte völlig. Nicht zuletzt war auch «der Bereich Empfang und Garderobe mangelhaft– wie auch die gesamte Erschliessung und Erreichbarkeit», beschreibt der Stadtrat die Situation.

Den Namen der Stadt in die Welt hinausgetragen

Das Wagi-Museum wird bei seiner Wiederöffnung, die gemäss der Website des Museums voraussichtlich Mitte 2021 erfolgt, deutlich bessere Rahmenbedingungen aufweisen. Es ist gemäss dem Schlieremer Stadtrat im Erdgeschoss erschlossen und wird über ein zusätzliches Raumangebot verfügen.

Am Erhalt des Museums zeigt sich der Stadtrat sehr interessiert. Denn dieses bewahre und vermittle das industriekulturelle Erbe der ehemaligen Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren. «Es steht exemplarisch für die Vielfalt des einstigen Schlieremer Traditionsunternehmens, welches den Namen der Stadt in die ganze Welt hinausgetragen hatte.»

Der Verein Wagi Schlieren mag die Kosten für sein neues Wagi-Museum aber nicht alleine stemmen, wie der Stadtrat im Antrag festhält. Im Museumsbudget sind zwar bereits verschiedene Unterstützungsbeiträge enthalten, doch verbleibt ein Loch, das nun die Stadt decken soll. Der Stadtrat hat mit dem Verein eine Leistungsvereinbarung ausgearbeitet. Über die jährlich wiederkehrenden Kosten in Höhe von 70000 Franken wird das Stadtparlament befinden.

Das Wagi-Museum Schlieren versteht sich als ein Forum der Industriegesellschaft, das mehr ist als Erinnerungsort für eine vermeintlich abgeschlossene Epoche. Als Museum in der Industriegesellschaft stellt es sich mit aktuellen Themen dem andauernden Strukturwandel in seinen kulturellen und sozialen Implikationen. Das Museum antwortet damit auf ein wieder neu erwachendes Bewusstsein für das industrielle Fundament der Gesellschaft. Die Sammlung des Museums umfasst schätzungsweise 600 Objekte und über 12'000 Archivalien. 

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